Runenwacht, Surturs Lohe und XIV dark Centuries – Konzertbericht

Das sogenannte Loki Fest fand vergangenen Sonnabend (09. März 2019) zum dritten mal statt und lud allerhand Paganbegeisterte in den Erfurter Club „From Hell“.
Für etwa 20€ an der Abendkasse und 15€ im Vorverkauf bekam man einiges an musikalischen Größen geboten.
Runenwacht:
Die Herren aus Esslingen in Baden-Württemberg, welche nun vielfach das Erfurter From Hell musikalisch eröffnen durften, gaben sich auch an diesem Abend die Ehre. Diesmal jedoch mit einem Mann mehr auf der Bühne, Hellstone der Truppe „Burkhartsvinter“ übernahm die Rolle des Bassisten und unterstütze Frontmann Rex zusätzlich im stimmlichen Teil. Wie uns anschließend berichtet wurde, wird dies wohl, sofern möglich auch künftig so gehalten.

Wie gewohnt und ohne große Umschweife begannen die nunmehr drei Herren ihr Schlachtwerk und bretterten in Runenwachtmanier feinsten Schwarzmetall vom Leder. Wer die vergangenen und aktuellen Werke sein Eigen nennen kann, konnte beinahe alle Titel mit singen. Spielerisch wieder in absoluter Höchstform lieferten Runenwacht einen bombastischen Einstand ab und gaben in der Verlängerung noch Zugaben mit Titeln wie „Blutrecht“ und dem Klassiker „Runenwacht“.

Das insbesondere Rex und Sturmkaiser ein eingespieltes Duo mit hinreichend Live Erfahrung sind, hörte und sah man an diesem Abend wieder deutlich. Hellstone fügte sich nahtlos in das Gebilde ein und ergänzte die zwei Herren in perfekter Symbiose.
Surturs Lohe:
Die bekannte Paganschmiede aus Meiningen die bereits seit 1996 ihr Unwesen treiben, lieferten an diesem Abend eine überaus melodische Darbietung ab. Mit nicht weniger als sechs Musikern auf der Bühne, wobei immer wieder die Instrumente wechselten, fühlte man sich stellenweise einer Zeitreise ausgesetzt. Surturs Lohe, deren Mitstreiter schon in bekannten anderen Kapellen mitwirkten, machte von der ersten Minute an einen durchaus professionellen und eingespielten Eindruck. Jeder Handgriff saß und so wurde die heidnische Botschaft ins Publikum getragen, mit teils tief melodischen Momenten und im Kontrast dazu, schnellen und aggressiven Schwarzmetall-Elementen, welche zu einem einzigartigen Hörerlebnis kombiniert wurden. Auch eingefleischte Black Metal Hörer kamen hier voll auf ihre Kosten.

Rundum kann man festhalten, dass Surturs Lohe alles andere als primitives „herumgedudel – im Paganstil“ auf der Bühne abliefern. Ganz im Stile alter Menhir und Helritt-Stücke, mit eigenem Gewand verziert war dies ein wahrlich heidnisches Spektakel.

XIV Dark Centuries
Auch diese Herren, welche ebenso aus Thüringen kommen, gehören bereits zum „alten Eisen“ und verwöhnen uns seit 1998 mit feinstem Pagan Metal. Die Oberhofer, die quasi ein Heimspiel hatten lieferten, ihren Vorgängern in nichts nachstehend einen beeindruckenden und dazu musikalisch höchst anspruchsvollen Auftritt hin, der sie nur zu Recht zum Kopf des Abends kürte.

Die Mischung aus germanisch-heidnischen Klangelementen, gepaart mit treibenden und rhythmischen Passagen, sorgten für anhaltend gute Unterhaltung, welche auch bei den anwesenden Hörern sichtlich für Stimmung sorgte. Ein professionelles und gekonntes Zusammenspiel der einzelnen Instrumente sorgten durchweg für ein hörbares Erlebnis. Die langjährige Erfahrung, welche auch so einige Bühnenauftritte beinhaltet, hat sich an diesem Abend spürbar gezeigt und vermittelte dem Hörer ein grandioses musikalisches Schauspiel.

Fazit:
Ob man nun generell dem Pagan Metal zugeneigt ist oder sonst eher die härtere Gangart bevorzugt, so ziemlich jeder dürfte an diesem Abend auf seine Kosten gekommen sein. Für uns ein einprägsames Ereignis, in vielerlei Hinsicht und summa summarum eine lohnenswertes drittes Loki Fest im Erfurter From Hell!

