Germanitas Othala
Lost Shade – „Feinde des Glaubens“ – Rezension

Bereits seit 1999 existent und 2003 erstmalig musikalisch in Erscheinung getreten, sind die Baden-Württemberger „Lost Shade“ eigentlich keine unbekannte Truppe und dennoch sind sie wohl einigen nicht so geläufig. Vier Alben sind seit jeher erschienen, dass letzte Werk, erst vor wenigen Monaten. „Feinde des Glaubens“ ist der gewählte Titel und wurde über „Wolfmond Productions“ veröffentlicht.


Während sich „Lost Shade“ zu Beginn ihrer musikalischen Schaffensprozesse noch rohem Schwarzmetall verschrieben und dies auch selbst so klassifizierten, so bewegen sie sich heute eher im Pagan-Black Metal oder sogar Viking Metal. Was hier nun explizit zutrifft, klären die folgenden Zeilen etwas genauer. Insgesamt werden mir zehn Titel geboten, mit einer Gesamtspieldauer von rund 48 Minuten. Stilistisch ist klar und deutlich zu erkennen, welch angestrebtes Konzept sie mit diesem Werk verfolgen. Hier soll sich Historie, Mythologie und Schwarzmetall vereinen. Hinzu kommt ein 12-seitiges Beiheft! 


„Verlorener Schatten“ stellt den Eröffnungstitel da und schon in den ersten Sekunden ist klar, Schwarzmetall ist hier nach wie vor fester Bestandteil der musikalischen Auslegung. Knackige „Blastbeats“ in Kombination mit rhythmischen Mitteltempoabschnitten, die gern den Spagat zum typischen „Vikingmetal“ versuchen und letztlich doch in rohem Gedonner münden. 

Auffällig ist hier, dass insbesondere zu Beginn, auch des nachfolgenden Titels „Gottestöter“, der Eindruck klassischer Melodien, wie man sie auch von „Månegarm“ gewohnt wäre, entsteht. Im Nachfolgenden wird aber immer wieder auf eher klassische Schwarzmetallelemente zurückgegriffen. Nichtsdestotrotz wird deutlich mehr Rhythmuswechsel geboten, darüber hinaus fungiert eher die nordisch-germanische Mythologie als Textgeber, was die Verortung zum Pagan-Black Metal durchaus rechtfertigt. 

„Hexentanz“ ist hier schon eher ein Stück, dass man passend in eben erwähnte Sparte stecken kann. Melodisch, etwas verspielt und deutlich weniger Verrohung, hierdurch wird ein typisch mitreißendes Klanggerüst kreiert und versteht sich selbst schon eher in angestrebten Stil. Auch der chorale Gesang, der stellenweise zum Einsatz kommt, erschafft ein wirklich überzeugendes Gefühl. 

„Der Tag danach“ bietet einen schönen Kontrast zum restlichen Liedgut, so ist der Titel doch rein instrumental und bietet ein epochales Klangkonstrukt, dass ebenso einer Kinovorschau dienlich sein könnte, zeitgleich bremst es den Hörer etwas aus, jedoch ohne ihn dabei völlig aus der Materie zu reißen.

Gleich in den nachfolgenden Stücken geht es unbeirrt weiter im Programm, vorantreibend und finster. Lediglich in einigen wenigen Abschnitten kommt ein kurzes Gefühl des „Hängens“ auf, da man ein paar der gewählten Musikabteile meiner Ansicht nach zu ausreizt und somit die Länge etwas zu sehr strapaziert. 

Spielerisch muss man aber ein deutliches Lob aussprechen, beide Mannen beherrschen ihr Handwerk und bringen das auch deutlich zum Ausdruck. Wechselnde Rhythmen, Geschwindigkeiten und eine Vielzahl an hörbaren Riffs, sorgen für reichlich Vielfalt innerhalb der einzelnen Tonstücke. Der Gesang fügt sich ebenso hervorragend ein und passt sich perfekt abgestimmt, den gegebenen Bedingungen an. 

Das titelgebende Lied „Feinde des Glaubens“ stellt zugleich den Ausklang dar und schließt selbiges Album entsprechend ab. 
Ein sehr aufgeladenes und kräftiges Stück, dass ebenso wie seine Vorgänger ein Sammelsurium an abwechslungsreichen Melodien und Tempos mit sich bringt. Inhaltlich wird hier noch einmal die volle Ablehnung zur Geltung gebracht und ausgiebig musikalisch unterstrichen. 


𝕱𝖆𝖟𝖎𝖙:

„Lost Shade“ kreieren eine Mixtur aus rohen Schwarzmetall- und typischen Viking-Metal Elementen, wobei Letztere nach mehrmaligem Hören definitiv die Oberhand besitzen. Gekonnt umschifft wird dieser Umstand aber mit der krächzenden Stimme, die man so wiederum nur im Black Metal antreffen würde. Sieht man von den wenigen Abschnitten ab, die eine gewisse Überreizung der Länge darstellen, ist „Feinde des Glaubens“ ein grundsolides und musikalisch durchaus überzeugendes Vollwerk. Zugegeben ist es eines der Alben, dass man speziell mögen muss, inhaltlich, musikalisch und auch stilistisch. Wenn man der Thematik nicht abgeneigt ist, mit der gewählten Spielart etwas anzufangen weiß, dann kann „Feinde des Glaubens“ ein kleiner Geheimtipp sein. 

Zu erwerben gibt es dieses Werk offiziell bei Wolfmond Productions und auch bei uns im Laden

 


𝕸𝖚𝖘𝖎𝖐𝖆𝖑𝖎𝖘𝖈𝖍𝖊𝖗 𝕰𝖎𝖓𝖇𝖑𝖎𝖈𝖐:

𝕽𝖊𝖟𝖊𝖓𝖘𝖎𝖔𝖓: 𝕿𝖔𝖉𝖋𝖊𝖎𝖓𝖉 / 𝕲.𝕺.𝕾.𝕭. 𝟐𝟎𝟐𝟐

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