𝕵𝖔𝖗𝖒𝖚𝖓𝖌𝖆𝖓𝖉𝖗 – 𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖎𝖉𝖌𝖆𝖗𝖉𝖘𝖈𝖍𝖑𝖆𝖓𝖌𝖊

Die nordisch-germanische Welt ist neben irdischen Feinden, auch denen ausgesetzt, die man gemein unter „Weltenfeinde“ kennt. Hierzu zählen zum Beispiel der Fenriswolf und eben Jörmungandr, auch bekannt als die Midgardschlange. Die Midgardschlange (Weltenschlange) (altnordisch Miðgarðsormr; auch Jörmungandr) ist in der germanischen Mythologie eine die Welt (Midgard) umspannende Seeschlange, die im Ur-Ozean lebt. Wie Hel und der Fenriswolf wurde auch sie von Loki mit der Riesin Angrboda gezeugt und gehört damit zu den drei germanischen Weltfeinden. Thor/Donar begegnet ihr dreimal und tritt zweimal an, sie zu vernichten.
Jormungandr war der Bruder von zwei weiteren Kindern des Riesenpaares, dem Riesenwolf Fenris und der Riesin Hel. Odin war so besorgt über die Zerstörung, die diese Wesen im Universum anrichten könnten, dass er jedes von ihnen an einem Ort platzierte, an dem es am wenigsten Schaden anrichten konnte. Er schickte Hel in die Unterwelt, um über das Land der Toten zu herrschen. Er fesselte Fenrir in Asgard mit einem verzauberten Band, das von den Zwergen hergestellt wurde. Schließlich warf er die damals kleine Schlange Jormungandr in den Ozean, der Midgard umgibt, weshalb er auch als Midgardschlange bekannt ist.
Zuvor, als Jormungandr noch klein war, wurde sie an eine Kiefer gebunden, um sie unter Kontrolle zu halten, aber Thor warnte die Götter, Abstand zu halten, da die Schlange ihn mit schwarzem Gift bespuckt hatte, aber nicht traf. Diese Geschichte markiert eine Verbindung zwischen Thor und Jormungandr, die sich fortsetzen sollte. Aus diesem Grund gilt die Midgardschlange als Thors ultimativer Erzfeind, dem er sich mehrere Male stellen wird.
Im Meer, in Midgard, wuchs Jormungandr zu einer so enormen Größe heran, dass sie die gesamte Welt der Menschen umschließen und ihren eigenen Schwanz im Maul halten konnte. Deshalb wird sie auch Jormungandr genannt, was auf altnordisch „Erdkette“ bedeutet. Das Maul, mit dem Jormungandr ihren Schwanz packte, war voller scharfer Zähne, aus denen Gift tropfte. Das Maul war groß genug, um einen Gott oder einen Riesen ganz zu verschlingen.
𝕿𝖍𝖔𝖗𝖘 𝕱𝖎𝖘𝖈𝖍𝖟𝖚𝖌
Im zur Liederedda zählenden „Lied von Hymir“ (Hymiskviða) wird der Mythos von „Thors Fischzug“ geschildert, bei dem er zusammen mit dem widerstrebenden Riesen Hymir hinausrudert, um Fische zu fangen, weil sein ungezügelter Appetit die Speisekammer Hymirs vorzeitig geleert hat. Zuvor reißt Thor einem der Stiere Hymirs den Kopf vom Leib, um ihn als Köder an die Leine seiner Angel zu binden. Schließlich beißt die Midgardschlange an, und es gelingt Thor, sie aus dem Wasser zu ziehen, wo er sie mit einem Hieb seines magischen Hammers Mjölnir erschlagen will.

Hymir jedoch kappt beim Anblick der Midgardschlange die Leine, sodass er dem Biest die Flucht ermöglicht. Thor schleudert ihr zwar noch seinen Hammer nach, der Ausgang der Auseinandersetzung bleibt aber offen. Der Edda nach, kommen Thor und Hymir beide vom Fischzug zurück, in der Prosa-Edda erschlägt Thor aus Wut den Hymir und kehrt alleine an Land zurück.
𝕯𝖎𝖊 𝕽𝖎𝖊𝖘𝖊𝖓𝖐𝖆𝖙𝖟𝖊
Die andere Geschichte aus der nordischen Mythologie, in der Jormungandr eine Rolle spielt, ist ebenfalls eine Geschichte über Thor. In dieser Geschichte trifft Thor auf den Riesenkönig Utgardloki und vollbringt eine Reihe von Taten für ihn. Irgendwann bringt ihn der Riesenkönig dazu, zu versuchen, eine riesige Katze zu heben, um seine beeindruckende Stärke zu demonstrieren. Bei der Katze handelt es sich jedoch in Wirklichkeit um Jormungandr, die durch Magie getarnt ist. So sehr sich Thor auch anstrengt, er kann die Schlangenkatze nur so weit anheben, dass eine ihrer Pfoten den Boden verlässt. Später erklärt der Riese Thor die List und erklärt, dass es eigentlich gut ist, dass es ihm nicht gelungen ist, die Schlangenkatze zu heben, da Jormungandrs enorme Größe dazu geführt hätte, dass sich die Grenzen des Universums verändert hätten.
𝕵𝖔𝖗𝖒𝖚𝖓𝖌𝖆𝖓𝖉𝖗, 𝕽𝖆𝖌𝖓𝖆𝖗𝖔𝖐 𝖚𝖓𝖉 𝕿𝖍𝖔𝖗
Das Gylfaginning beschreibt, basierend auf der Völuspá, dass eines der Zeichen für Ragnarök das Brodeln des Meeres ist, als Jörmungandr ihren Schwanz aus ihrem Maul nimmt. Das Meer wird über die Ufer treten und die Schlange wird aufs Land kriechen. Sie wird Gift in Luft und Wasser verteilen, während ihr Bruder, der Fenriswolf, Feuer aus Augen und Nase speit. In der Schlacht gegen die Götter wird Thor auf die Midgardschlange treffen und sie töten, aber schließlich selbst an ihrem Gift zugrunde gehen.

In der letzten Schlacht wird sich Jormungandr ein letztes Mal Thor gegenüberstehen. Thor kämpfte härter und entschlossener als je zuvor und erschlug Jormungandr schlussendlich mit seinem Hammer Mjolnir
Nach seinem Sieg wird Thor jedoch mit Unmengen von Jormungandrs Gift bedeckt sein, dass er nur noch neun Schritte gehen kann, bevor er in seinen eigenen Tod stürzt. Jormungandr wird so viel von ihrem Gift in die Luft blasen, dass sie alle neun Welten des nordischen Kosmos vergiftet.
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Jormungandr ist männlich, auch wenn oft von „ihr“ die Rede ist, so ist hiermit nur „die Midgardschlange“ gemeint. Er ist der gemeinsame Sohn von Loki und Angrboda. Obwohl Jormungandr in diesen Liedern und Geschichten als Feind der Asen dargestellt wird, fällt es schwer, in ihm den Bösewicht zu sehen. Sicherlich ist es verständlich, dass er sich an der Gruppe von Göttern rächen will, die seine Familie so grausam behandelt hat. Nichtsdestotrotz ist Jormungandr der Vorbote allen Endes und stürzt die Welt in Finsternis und Chaos.
