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Feldgrau, dass (mittlerweile) Einmannprojekt aus Bayern, verΓΆffentlicht in BΓ€lde ΓΌber Sturmglanz sein erstes Vollalbum mit dem Titel “In Stahlgewittern”. Ich durfte exklusiv vorab einen akustischen Einblick genießen und werde in den folgenden AbsΓ€tzen versuchen, das Gesamtwerk zu beurteilen.

Das Projekt Feldgrau ist eines der wenigen musikalischen Schwarzmetallschmiede, dass sich thematisch ausschließlich um das erste große VΓΆlkerringen des zwanzigsten Jahrhunderts dreht. “In Stahlgewittern” ist das DebΓΌtwerk und fΓ€hrt mit insgesamt 10 Titeln und einer Gesamtspielzeit von 41 Minuten auf.

Optisch ist das Album themenbasiert und kreativ ansprechend gestaltet, verfΓΌgt ΓΌber ein 12- seitiges Beiheft mit abgedruckten Texten und einigem Bildmaterial, sowohl historisch als auch projektbezogen.


Das EinstiegsstΓΌck, mit dem Namen “Mobilmachung” ist rein instrumental gehalten, stellt allerdings einen perfekten Einstieg dar, sowohl titelbezogen als auch auch im Sinne des Konzeptes.

“Storm of Steel”, dass direkt anschließende StΓΌck offenbart bereits, wohin die Reise gehen wird, akustisch betrachtet. Feldgrau fΓΌhrt seinen bisherig gewΓ€hlten Stil unbeirrt fort und knΓΌpft somit einen Verbund, zu den vorherigen VerΓΆffentlichungen. Der Klang ist rau, roh und doch musikalisch ausgereift, so finden sich doch allerhand Tempowechsel, Riffkreationen und Stimmungswechsel wieder. Dabei wirkt das StΓΌck immens vorantreibend und krΓ€ftig. “Ravagers” Stimme ist ebenso ungeschliffen und vermittelt ein herrliches 90er GefΓΌhl.

Der dritte Titel “Richthofen” beginnt etwas rockiger und geht alsbald in ein voranpeitschendes KlanggerΓΌst ΓΌber. Auch hier wird insbesondere auf historisch akkurate Textwiedergabe geachtet, wie eigentlich in jedem der dargebotenen StΓΌcke. Musikalische Abwechslung und Riffexperimente werten das ganze erheblich auf, eine hΓΆrbar historische und kriegsnahe Reise, ohne dabei ΓΌberschwΓ€nglich zu werden. Kurz, brachial und auf den Punkt gebracht.

NatΓΌrlich beschΓ€ftigt sich Feldgrau nicht ausschließlich mit dem Kriegsgeschehen zu Land oder in der Luft, sondern ebenso mit den Seeschlachten, die nicht weniger Aufmerksamkeit verdienen. So ist “Auf Feindfahrt” entsprechend diesem Thema gewidmet und unterstreicht akustisch und lyrisch auch diesen Teil des ersten Weltkrieges. Dramaturgie, Hektik und schleichende Elemente finden sich in diesem StΓΌck wieder. Die kreischende Stimme erfΓΌllt ihr ΓΌbriges und verleiht dem Titel den nΓΆtigen finsteren Aspekt.



“Dawn of Iron”, der fΓΌnfte Titel im Bunde richtet sich inhaltlich an den ersten Einsatz von Panzern, die in diesem Umfang und dieser Gestalt, vorher auf noch keinem Schlachtfeld der Welt zu finden waren. Die MonstrositΓ€ten, die gewaltigen stΓ€hlernen Kolosse auf Ketten, werden hier anschaulich beschrieben und entsprechend musikalisch untermauert. Die Angst, die BrachialitΓ€t kΓΆnnte kaum besser umgesetzt sein und so bietet “Dawn of Iron” einen fantastischen Schwarzmetalleinblick in jenes Grauen und die Macht, die von diesen Kriegsmaschinen ausging.

Im sechsten Titel wird der “Landsturmmann” gehuldigt, quasi das letzte Aufgebot, die MΓ€nner, die an vorderster Front tausenden gegnerischen Soldaten das Leben nahmen und selbst unzΓ€hlige Opfer brachten. Die unverzichtbarste aller Einheiten im ersten Weltkrieg. So manche Schlacht konnten sie entsprechend ihres Mutes und ihrer Bereitschaft, fΓΌr sich entscheiden. Die Kraft dieser MΓ€nner wird musikalisch bestens wiedergegeben und vereint die heroische Lyrik exzellent in einem konzeptionellen TonstΓΌck. Ob treibend voran oder pausierend schleppend, “Der Landsturmmann” kann mit allerhand Abwechslung aufwarten.

Es folgen “Stillstand”, der Titel, der sich inhaltlich mit den Isonzoschlachten auseinandersetzt. “22.4.1915” das StΓΌck, welches den ersten Chlorgaseinsatz thematisiert und sich entsprechend musikalisch erstmalig eher im durchgehend schleppenden Tempo angesiedelt hat. “Hollowed Sacrifice”, dass im Prinzip die heilige deutsche Pflicht anschaulich und lyrisch darbietet, in den Kampf zu ziehen, fΓΌr Krone, KΓΆnig, Vaterland und Fahne. Und, letztlich “No Life beyond Battle”, welches den Abschluss des Albums und zugleich das Ende des ersten Weltkrieges anschaulich darstellt. MΓ€nner, die fΓΌr dich Schlacht lebten, den Sieg stets vor Augen, trotz Niederlagen und Stillstand, finden sich nun am wortwΓΆrtlichen Ende wieder. Auch in diesem letzten TonstΓΌck, wird noch einmal die Kraft des schleppenden Tempos stilgerecht genutzt und gerade jetzt, hebt sich die beinahe leidvoll klingende Stimme, noch einmal hervor.

Erscheinen wird das gute StΓΌck in KΓΌrze bei Sturmglanz. SpΓ€ter wird es auch in unserem Shop Exemplare zu erwerben geben.


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Das Thema erster Weltkrieg, ist eines dass entweder vΓΆllig ΓΌberzogen und historisch ungenau wiedergegeben werden kann oder, wie im Beispiel von Feldgrau, eine enorm hohe Korrektheit der geschichtlichen Ereignisse beinhaltet. Ohne dabei auf Leid, Kraft, Wille und Überzeugung zu verzichten. Krieg als die Mutter aller VerΓ€nderung, Krieg als Teil der menschlichen Natur. Verweichlichtes “mimimi” sucht man hier vergebens, es geht mit Kraft voran und wird dem Stilelement Schwarzmetall gerecht, in jeder Strophe und in jeder Note. Wer sich thematisch damit arrangieren kann, weichgespΓΌltes Kauderwelsch ablehnt und rohen KlΓ€ngen zugeneigt ist, der ist mit Feldgrau und “In Stahlgewittern” bestens bedient! Ich liebe die rauen und doch melodisch anspruchsvollen KlΓ€nge, die rotzige und kratzende Stimme, die ein unverwechselbares “Feldgraumoment” zu erschaffen versteht.
FΓΌr mich ein durchgehender Genuss, bei dem ich gern betone: “Das ist deutscher Schwarzmetall!”


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