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Der in Untergrundkreisen sehr umtriebige „Gestalt“, welchen der geneigte Schwarzmetaller zuerst durch sein Projekt Ysbryd kennenlernen durfte, hat nach Blodsvart, Hound Ov Hel, Infernal Fucklust oder Primaire, um nur einige zu nennen, nun mit Grattler ein weiteres Projekt aus der unheiligen Taufe gehoben. Zusammen mit „Stille“ von der Truppe Bajuwar (verΓΆffentlichten im Jahre 2010 eine limitierte Kassette mit drei Liedern) arbeitete der Herr aus Augsburg ca. zwei Jahre quasi nebenher an Tonmaterial, welches dem schnellen KΓ€ufer (Kassette und dazu gehΓΆrige CD-R waren auf lediglich 25 StΓΌck begrenzt) nun als EP mit dem bayrischen Titel β€žFriahnaβ€œ vorliegt. Mir, welcher mit diesem Dialekt nicht vertraut ist, wurde gesagt, dass β€žFriahnaβ€œ soviel wie β€žfrΓΌherβ€œ bedeutet. Der Urheber dieses Werks mΓΆge mich im Zweifelsfall berichtigen.

SΓ€mtliche vier Titel sind ebenfalls auf Bayrisch verfasst, was Erinnerungen an β€žHoagaschtβ€œ, das letzte Album von Lunar Aurora oder auch an Alpgeist aufkommen lΓ€sst.

Eingeleitet durch GlockengelΓ€ut wird mit β€žWoidfiastβ€œ (Waldfest) gleich ordentlich eingestiegen. Schnell, melodisch und gut gespielt prescht das StΓΌck voran. FΓΌr Schwarzmetall meist ungewohnt, ist hier auch der Bass gut hΓΆrbar. Ich bin begeistert, obwohl ich kein einziges Wort verstehe.

Das zweite StΓΌck auf Seite A nennt sich β€žSβ€˜ Gloachβ€œ und ist laut Recherche das Glied einer Kette. Leider kann ich den Titel aufgrund der dialektalen Darbietung in keinen lyrischen Kontext bringen, weshalb ich mich ausschließlich auf die Musik beschrΓ€nke. Ein regelrecht rockiger Beginn mΓΌndet in einer melancholischen Melodie. Zwischen den Versen wird das StΓΌck bei aussetzendem Gesang kurzzeitig schnell, was dem Ganzen noch mehr IntensitΓ€t verleiht. Mit diesem StΓΌck und dem abschließenden GlockengelΓ€ut wird Seite A bereits beschlossen.

Der bayrische Reigen findet mit β€žBoandlkramaβ€œ auf Seite B seine Fortsetzung. Boandlkrama oder Boandlkramer steht in Bayern rein dialektal als Synonym fΓΌr den personifizierten Tod. β€žBoandlβ€œ steht hierbei fΓΌr Gebeine und β€žKramerβ€œ fΓΌr den KrΓ€mer bzw. HΓ€ndler. Stilles vokale Intonation klingt auf diesem StΓΌck ΓΌberaus verkommen und offenbart im Tonfall einen gewissen Sarkasmus. Der Bass gibt den Rhythmus vor und wird durch ein gutes und effektives Schlagwerk und im punkigen Akkordstil gespielte Gitarren unterstΓΌtzt. Gestalt musiziert nach dem Motto, dass weniger oftmals mehr ist.

β€žGalgabachβ€œ (Galgenbach), das zweite StΓΌck auf Seite B und gleichzeitig letzte Lied dieses TontrΓ€gers startet langsam mit dominantem Bass. Kurz darauf setzen melodische Gitarren ein. Das schnelle Schlagwerk verstummt zum Ende des hymnisch anmutenden Liedes vollends, so dass lediglich die elektronisch verstΓ€rkten Saiten das StΓΌck zum Ausklang bringen.


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Alles in allem bleibt zu sagen, dass wir es hier mit knapp 18 sehr kurzweiligen Minuten urbayrischen Schwarzmetalls zu tun haben. Leider ist diese EP, wie eingangs bereits erwΓ€hnt, auf lediglich 25 StΓΌck limitiert und es bleibt deshalb zu hoffen, dass es fΓΌr zu spΓ€t Gekommene eine Neuauflage geben bzw. das Projekt mit weiteren Liedern eine Fortsetzung finden wird.

Erschienen sind die guten StΓΌcke, welche von Gestalt alle per Hand gefertigt wurden, ΓΌber seine eigene Marke Heidenkult Klangkollektiv. Bleibt zum Schluss noch zu erwΓ€hnen, dass es sich bei einem Grattler um die bayrische Bezeichnung fΓΌr einen Assi handelt. Der Geist des Schwarzmetall wurde hier also in Wort und Ton sehr gut eingefangen.

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π•­π–—π–†π–Œπ–Ž (π•²π–†π–˜π–™π–˜π–ˆπ–π–—π–Šπ–Žπ–‡π–Šπ–—) 𝕲.𝕺.𝕾.𝕭. πŸπŸŽπŸπŸ‘