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Helsang, die nordhessische (ja darauf wird Wert gelegt) Zweimanntonschmiede, meldete sich bereits Ende Oktober zurΓΌck, mit dem neuen Langspieler „Helheim – der Weg in die Ewigkeit“. Schattenwesen, der Kopf der Truppe und Ideengeber ist bekannt fΓΌr seine musikalische Niederschrift im Bereich Thursatru (ΓΎursatrΓΊ).Β Unter diesen Aspekt fΓ€llt auch das Totenreich Helheim, der Riesin und WΓ€chterin dieser Unterwelt, „Hel“. Auch das letzte, kΓΌrzere Werk, dass als EP klassifiziert wurde, trug schon den Namen „Helheim“, folglich kann man dieses Vollalbum als Fortsetzung verstehen, das noch einmal tiefer in die Materie eintaucht.


Helsang besteht seit ca. 2014, wobei das erste musikalische Lebenszeichen erst 2019 vernommen werden durfte, darauf hin folgten einige weitere Split-VerΓΆffentlichungen und nun, das erste Komplettalbum. Mir werden auf diesem Langspieler acht StΓΌcke geboten, mit einer GesamtlΓ€nge von insgesamt 55 Minuten. Ein thematisch passendes, simpel gehaltenes Beiheft mit darin befindlichen Texten, gibt es ebenso. Die Gesamtaufmachung ist dΓΌster aber nicht okkult oder vermischt irgendwelche mythologischen Dinge miteinander. Ein klar erkennbares Konzept.Β 


Musikalisch bietet Helsang ein ebenso festes Konzept, von der ersten, bis zur letzten Sekunde. Bereits das EingansstΓΌck, welches ausschließlich instrumental gehalten wurde, versprΓΌht eine tiefgehende AtmosphΓ€re. Kalt, aber nicht bΓΆsartig. Ein Schauer der, mit sich aufstellenden Armhaaren, einhergeht. Mit „Ritus des Todes“ geht es in die erste lyrische Runde. Auch hier ist der Einstieg kalt und dennoch mitreißend, Schlagwerk in drohendem Rhythmus und stetig KeyboardklΓ€nge, die stilistisch die angestrebte Stimmung untermalen. Erst ab der zweiten Minute geht es dann in den treibenderen Abschnitt ΓΌber, mit flinken DoppelbΓ€ssen und schnelleren Riffs. Ab hier wechselt das Tempo stetig und erschafft eine bedrohlich schaurige Rundumstimmung. Passt perfekt, denn in „Ritus des Todes“ wird der kΓΆrperliche Zerfall sehr anschaulich dargelegt. „Der Nornen Schicksalspfad“ ist ein deutlich rasanterer Titel, der bis auf kleine Ausnahmen, ein zΓΌgiges Schlagwerk in den Vordergrund stellt, den Gesang entsprechend angepasst. In den Kehrreimen wird auch hier wieder auf im Hintergrund befindliche Keyboardelemente gesetzt, die dem GesamtstΓΌck trotz Geschwindigkeit, ein gutes Maß AtmosphΓ€re verleihen.Β 

StΓΌck Nummer sechs im Bunde, ist hierbei noch besonders zu erwΓ€hnen. „Auf dunklen Pfaden“ ist eines der melodischsten Darbietungen auf diesem Album, insbesondere der krΓ€ftige Klargesang, zeichnet sich hervorhebend ab. Man kΓΆnnte Helsang stellenweise mit einer nicht-kommerziellen und mythologischen Version von Dimmu Borgir vergleichen, die Erstwerke versteht sich. An Melodie und Einfallsreichtum mangelt es „Schattenwesen“ und „Werwolf“ hierbei definitiv nicht. Vielleicht sind es die zusΓ€tzlichen Klangelemente, die diesen Vergleich anstreben. Wenn man sich „Enthrone Darkness Thriumphant“ und „Helheim – der Weg in die Ewigkeit“ vergleichend anhΓΆren wΓΌrde, so kΓΆnnten einige Parallelen durchaus zu finden sein. Lediglich die thematische Ausrichtung ist eine andere, der tiefgehende und mitreißende Klangmantel ist bei beiden Werken aber durchaus Γ€hnlich. Das spricht durchaus fΓΌr Helsang, denn niemand kann die GenialitΓ€t frΓΌherer Borgir Werke ernsthaft in Frage stellen und somit knΓΌpft man an diesen Urelementen an und fΓΌhrt sie auf neue, noch bessere Pfade. Außerdem sagt mir natΓΌrlich die mythologische Ausrichtung deutlich mehr zu.Β 

Den Abschluss ΓΌbernimmt „In den Hallen der Hel“ und dort endet auch die Reise des Protagonisten. Vom Sterbevorgang, durch die verschiedenen Bereiche und „PrΓΌfungen“, bis zur letztlichen Ewigkeit in Helheim und Niflheim. Wirklich stimmig ist, dass „Grimwald“ (Dauthuz, Isgalder, Wintarnaht), in diesem EndstΓΌck als GastsΓ€nger fungierte und an einigen gut gewΓ€hlten Stellen, seinen epochalen Klargesang zum Besten gibt. Nicht nur der Gesang, sondern auch das gewΓ€hlte Stimmungsfundament ist großartig durchdacht und fΓΌhrt bei genauem ZuhΓΆren zu einer Reise vor dem inneren Auge.Β 


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Helsang ist eine oft sehr unterschΓ€tzte Kapelle, die mit „Helheim –Β  der Weg in die Ewigkeit“ etwas geschaffen hat, dass meines Erachtens, eine zu geringe Aufmerksamkeit erhΓ€lt. Es gibt kaum bis gar keine Werke, die sich auf so tiefgehenden mythologischen Pfaden bewegen und darΓΌber hinaus eine derart ausgereifte Klangkulisse bieten. FΓΌr mich ist es, neben den oft so hoch angepriesenen VerΓΆffentlichungen, eines der besten musikalischen Werke dieses Jahr. Nur selten ist ein Konzept so durchstrukturiert und atmosphΓ€risch umgesetzt wie es hier der Fall ist. Helsang hat bewiesen, dass Schwarzmetall durchaus auch noch etwas kann, ohne Einheitsbrei zu sein!Β 

Zu erwerben gibt es das gute StΓΌck bei Vama Marga Productions.



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