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Zwei Kriegerinnen vornehmer Herkunft in einer Seeschlacht. Aus Olaus Magnus: Historia de gentibus septentrionalibus (1555)

Die Schildmaid im 21. Jahrhundert ist „woke“, spindeldΓΌrr, hΓΆrt Pop und gelegentlich etwas Metal, macht Schminkvideos, posiert auf Instagram und TikTok. Das einigen mΓ€nnlichen Individuen, dabei das Blut gen SΓΌden wandert und sich diese posierenden MΓ€dels großer Beliebtheit erfreuen, dΓΌrfte wohl in einem Zusammenhang stehen.
Viel dreister ist jedoch, dass sich diese jungen Damen, sogar selbst als „Shildmaiden“ und „Vikinggirls“ bezeichnen, vΓΆllig egal, ob sie sich selbst einmal, mit dem tatsΓ€chlichen Begriff auseinandergesetzt haben, dabei reicht ein einfacher Blick auf Wikipedia, um wenigstens die Grundfrage zu klΓ€ren: „Was ist eigentlich eine Schildmaid?“


Nun, ganz sicher ist sie keine Wohlstandsgâre, die außer auf Instagram herum zu stolzieren und sich mittelalterlicher Symboliken zu bedienen, sonst nichts vorzuweisen hat. 

Als Schildmaiden bezeichnete Kriegerinnen werden hΓ€ufig in den altnordischen Sagas, zum Beispiel in der „Hervarar saga ok HeiΓ°reks konungs“ und in den „Gesta Danorum“ des Saxo Grammaticus erwΓ€hnt. Berichte ΓΌber kΓ€mpfende Frauen gibt es dem „Nordisk familjebok“ zufolge sowohl aus der Wikingerzeit, als auch bei den germanischen VΓΆlkern der Goten, Kimbern und Markomannen.

Es war nicht ungewâhnlich, dass eine Schildmaid ihr Zuhause verließ, um für eine Sache zu kÀmpfen oder auf Raubzüge zu gehen, nur um dann zurückzukehren und sich wieder der HÀuslichkeit zu widmen, zu heiraten und/oder Kinder zu bekommen. Einige Schildmaiden kânnten demnach ein Leben lang Kriegerinnen gewesen sein. wÀhrend einige jung starben und andere, nach ihren Abenteuern ein ruhigeres Leben suchten.

Schildmaiden benutzten alle Waffen, die den mÀnnlichen Kriegern zu dieser Zeit zur Verfügung standen. Es gibt außerdem Berichte über Frauen, die mit ihren mÀnnlichen Kriegskameraden auf Wikingerfahrt gingen und in SchildwÀllen kÀmpften. Im Gefecht spielten sie wichtige strategische Rollen. Auf dem Schlachtfeld kÀmpften sie entweder an der Front und waren Teil der Schildwall-Formation, oder schlossen die Lücken in der Verteidigung, indem sie die Schilder der Gefallenen übernahmen.

In skandinavischen Sagas werden als bewaffnete, kΓ€mpfende Frauen unter anderen Brynhild in der „VΓΆlsunga saga“, HervΓΆr in der „Hervarar Saga“, Brynhild in der „BΓ³sa saga ok HerrauΓ°s“ und die schwedische KΓΆnigstochter ThornbjΓΆrg in der „HrΓ³lfs Saga Gautrekssonar“ namentlich erwΓ€hnt, ebenso in den „Gesta Danorum Weghbiorg (auch Wegthbiorg)“, Rusla und Lathgertha.

Es bleibt also festzuhalten: Insofern es historisch betrachtet Schildmaiden gab, so waren dies, aktiv kΓ€mpfende Frauen, die in Schlachten, Seite an Seite mit MΓ€nnern fΓΌr den Sieg stritten. Ein kΓ€mpfende Frau, die mit den Waffen der Germanen und NordmΓ€nnern umzugehen wusste, Kampferfahrung vorweisen konnte und den Tod im Kampf nicht fΓΌrchtete.

Aus diesen Zeilen kann man folglich schließen, dass „Vikinggirls“ und Instagram „Schminkmaiden“ nichts gemein haben, mit den tapferen Kriegerinnen des frΓΌhen Mittelalters und der Hochzeit der NordmΓ€nner und Germanen. Sie sind keine Kriegerinnen,Β  und erst recht keine „WalkΓΌren“!
Sie sind eine Ausgeburt, des modernen Bildes, einer Popgesellschaft, die sich alte Werte und Traditionen unter den Nagel reißt und diese geschickt zu vermarkten weiß. Diese ganzen jungen MÀdchen, gehen dieser Vermarktung auch noch krÀftig auf den Leim.

Selbst umgemΓΌnzt, auf das heutige Jahrhundert, mΓΌssten diese Damen, wenigstens einmal einen bewaffneten Kampf ausgetragen haben, da dies in 99% der FΓ€lle nicht so ist, bleiben sie wohl nichts weiter, als eine Modeerscheinung, die sich mit Begriffen schmΓΌckt, ohne ihre Bedeutung tatsΓ€chlich erschlossen zu haben!