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Ein immer noch, relativ unbeschriebenes Blatt im deutschen Schwarzmetall, ist das Trio Frosted Undergrowth (zu deutsch: gefrorenes Unterholz) aus Nordrhein-Westfalen.
2015 gegrΓΌndet, verΓΆffentlichte die Truppe bislang eine EP mit dem Namen, „Under Satans Sun“ (2016), das DebΓΌtalbum „Shadows Of Ascending Darkness“ (2017, Wolfmond Production) und schließlich das vor drei Monaten ΓΌber Dominance Of Darkness erschienene, neue Werk.



Schon das gut gezeichnete Frontbild von Northern Art, welche auch das DebΓΌtalbum visuell veredelten, macht neugierig und Lust auf mehr.
Der Einstieg mit „Under The Spell“ ist bereits furios.
Das akustische HΓΆllenfeuer bricht los.
Begeisternd, mit abwechselnd schnellem und mittlerem Tempo, sind deutliche Referenzen in Richtung Schweden, vor allem in Richtung Dissection oder etwas Dark Funeral, auszumachen. Eine mittlere Gangart mit leicht melancholischem Anklang und tiefer gestimmten Gitarren bestimmt das folgende „Northern Fullmoon“.

Textlich sind Frosted Undergrowth hier weitab jeglicher Zivilisation.
Der Vollmond des Nordens steht hierbei als spiritueller Einfluss und als Sinnbild fΓΌr das Streben, im Einklang mit der Natur zu leben. Zum Schluss hin ist kurzzeitig sogar klarer Hintergrundgesang zu vernehmen.
Ansonsten bestimmt giftiges Gekeife dieses und auch die folgenden StΓΌcke.
Wieder ein gewaltiges Rifffeuerwerk mit abwechslungsreichem Schlagwerk und besessenem Gesang, bestimmt „Into The Depths Of Flames And Fire“.

Ganz auf das Frontbild bezogen, fungiert das Element Feuer hier als thematischer Überbau. Gute, melodische Soli runden das Ganze gekonnt ab. Der unselige Herr Nâdtveidt (RIF 2006) stand hier offenbar Pate, was alles andere als eine schlechte Referenz ist.

Die nΓ€chsten zwei StΓΌcke fallen thematisch etwas aus dem Rahmen. „Death Of A Martyr“ ist eine eindeutige Huldigung an Per Yngve Ohlin, besser bekannt als „Dead“ (gest. 1991) von Mayhem. Textzeilen wie etwa „died when darkness passed“, „Dead of the north“, „depressive and shattered“ oder „shot for darkness forever“ lassen daran keinen Zweifel aufkommen. Musikalisch kommt das Lied in der mittleren Gangart daher. Spielerisch wΓ€ren zwar ein paar kleine musikalische Querverweise an die Protagonisten des Schwarzmetall nicht schlecht gewesen, aber man kann ja nicht alles haben.

„Raven PT. II“ knΓΌpft sowohl lyrisch, als auch musikalisch an „Raven“ vom DebΓΌtwerk an. Ein melodisches Anfangsriff geht in einen stampfenden Rhythmus ΓΌber. Der Rabe wird hier nicht als Tier an sich, sondern vielmehr als Symbol fΓΌr Natur und Nacht verwendet. Ein kurzes Mitpfeifen der Gitarrenmelodie in der Liedmitte ist ein guter Einfall und zumindest fΓΌr mich nach „Schweigen im Wald“, dem Lied einer anderen deutschen Truppe, ein Novum im Schwarzmetall.
„Burning The Books Of The Holy Trinity“ ist Religionskritik in Reinkultur. Alle drei Weltreligionen bekommen hierbei ihr Fett weg, da sie vermeintliche ErlΓΆsung versprechen, aber samt und sonders durchzogen sind von LΓΌgen, falschen Versprechen, Machtgier und Korruption. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, aber widmen wir uns lieber wieder der Musik. Ein gutes, mittelschnelles Lied ist es geworden, welches sΓ€mtliche Markenzeichen dieses Dreigespanns miteinander vereint.

Als kurzes Interludium fungiert das Instrumental „Funeral Night“. Es ist melancholisch, mit abwechselnd klagenden oder solierenden Gitarren. Nach zwei Minuten ist dann bereits Schluss.

Im schnellen Schritt beginnt „Smell Of My Grave“, gefolgt von schwedischen GedΓ€chtnismelodien. Dieses StΓΌck ist kompetent gespielt und die Stimme ist zeitweise gedoppelt. Der Geruch des Grabes kriecht an dieser Stelle fΓΆrmlich aus den Gitarren heraus.

Zum Schluss gibt es mit „Freezing Inferno“ noch eine frostklirrende Ode an die eisige Welt der Arktis. Begeisternd und erneut abwechslungsreich, weist das StΓΌck ein recht abruptes Ende auf.


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Bleibt zu konstatieren, dass Frosted Undergrowth auf ihrem zweiten Langspieler, abwechslungsreiche und gut produzierte Schwarzkost bieten. Das Album enthΓ€lt zwar viele bekannte Zutaten und hΓ€tte im Bereich des Schlagzeugs vielleicht noch etwas mehr Wirbel vertragen kΓΆnnen. Nichtsdestotrotz unterhΓ€lt die Scheibe von vorne bis hinten und zeigt, die Begeisterung der Urheber, fΓΌr die Materie auf. Außerdem ist sie eine Steigerung zum DebΓΌt „Shadows Of Ascending Darkness“. Ich bin gespannt auf weitere Werke dieses Trios.

ErhΓ€ltlich ist die Scheibe bisher nur als CD ΓΌber Dominance Of Darkness, sowie in digitaler Form ΓΌber Bandcamp. Bleibt nur noch auf eine VerΓΆffentlichung im Vinyl-Format zu hoffen.


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π•½π–Šπ–Ÿπ–Šπ–“π–˜π–Žπ–”π–“: π•­π–—π–†π–Œπ–Ž / 𝕲.𝕺.𝕾.𝕭. 𝟐𝟎𝟐𝟐