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Ende Januar stieß ich durch Zufall, auf dieses, zu diesem Zeitpunkt frisch erschienene, Album, welches mich schon allein. aufgrund der, das Album schmückenden, Zeichnung von Misanthropic Art, extrem neugierig machte.
(Was fΓΌr ein Schachtelsatz! Anm.d.R.)
Die darauf enthaltene Musik begeisterte mich nicht minder, aber dazu komme ich gleich noch.


Das DebΓΌtalbum dieser Ostfriesen, wird den meisten HΓΆrern leider nur in digitaler Form, zugΓ€nglich sein, da es physisch eine, auf lediglich 50 StΓΌck limitierte CD-Version im Digipack gibt, welche natΓΌrlich in Windeseile vergriffen war.

Storm Kvlt starten mit dem Titellied β€žEuropas Weg zum Grabβ€œ schon amtlich und man hΓΆrt sofort die melodische Spielweise der Gitarren, welche eine nicht zu ΓΌberhΓΆrende Γ„hnlichkeit mit der Spielart zahlreicher finnischer Formationen ausweist. In den mir vorliegenden Texten wird Europas Heimsuchung durch die Pest, im 14. Jahrhundert, thematisiert. Der Gesang ist meiner Meinung nach etwas zu sehr in den Hintergrund gemischt worden. Zu einem gewissen Teil ist er aber dennoch zu verstehen.

β€žDer schwarze Todβ€œ, nach einem Gedicht von Hermann Lingg (1820 – 1905), startet mittelschnell, beinahe rockig, und legt zur Mitte hin an Geschwindigkeit zu. Es macht wirklich Freude, diesen KlΓ€ngen zu lauschen, zumal das hier Dargebotene kompetent und druckvoll zur Geltung kommt.

β€žWo FΓ€ulnis heeretβ€œ ist wieder schnell und melodisch. Lyrisch zieht sich auch hier das Thema der Pest, welche seinerzeit ganze Landstriche ausrottete, wie ein roter Faden durch das Album. Thematisch wird hier die italienische Hafenstadt Messina behandelt, welche damals, ohne es zu ahnen, Opfer der tΓΆdlichen Fracht per Schiff in Form des schwarzen Todes wurde. So galt diese als einer der Eintrittspforten fΓΌr die Ausbreitung der Pest.

β€žMors Omnia Vincitβ€œ, zu deutsch β€žDer Tod besiegt allesβ€œ, beginnt in gedrosseltem Tempo, nur um sich im zweiten Teil zu steigern und das Gaspedal wieder durchzutreten. Textlich wird Gott um Gnade angefleht, jedoch verhallen die Rufe der Leidenden ungehΓΆrt. Der Tod wird akustisch spΓΌrbar dargeboten.

β€žTraum von Hoffnungβ€œ besticht durch Tempowechsel, wΓ€hrend die Gitarrenarbeit wieder Γ€ußerst melodisch tΓΆnt. Die mit den Symptomen der Pest Gezeichneten galten als Ausgestoßen und starben auch als solche.

β€žGottes Abkehrβ€œ beginnt sehr rhythmisch und stellt sich als sehr eingΓ€ngig dar. Lyrisch hervorragend dargeboten aus der Sicht eines verΓ€ngstigten Menschen, werden hier zahlreiche Zitate von biblischen Figuren und Gleichnissen eingewoben. Die zahlreichen, damals tief glΓ€ubigen Menschen bzw jene die christianisiert wurden, sahen diese Epidemie natΓΌrlich als die Strafe Gottes an.

β€žVergΓ€nglichkeitβ€œ ist wieder stark finnisch angehaucht und beschreibt aus der Egoperspektive, die letzten Stunden eines Menschen.

Den Schlusspunkt setzt, dass langsam dahinschreitende, β€žPer Aspera Ad Astraβ€œ (ΓΌbersetzt in etwa β€žDurch das Raue zu den Sternenβ€œ). Auch hier wird textlich jeder Hoffnungsschimmer zunichte gemacht. Tod, Pest und Verderben, wohin das geistige Auge auch blickt. Der Schlusspunkt eines durchweg starken Albums, wird mit diesem etwas aus der Reihe fallenden StΓΌcks beschlossen.

Storm Kvlt sind das geistige Kind von Draugr, welcher Musik und Texte im Alleingang schrieb und nur fΓΌr die Albumaufnahmen auf einen Gastvokalisten und einen weiteren Musiker am TieftΓΆner zurΓΌckgegriffen hat.


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Die Spielart von Storm Kvlt, ist keineswegs neu. Man denke dabei nur an zahlreiche vergleichbare Formationen aus Finnland oder deutsche Kapellen wie Sarkrista oder Totenwache. Das Thema der Pest war auch schon AufhΓ€nger etlicher anderen Werke. Jedoch ist die musikalische Darbietung gerade fΓΌr ein DebΓΌt und deren lyrische Umsetzung, in Schreibstil und als Mittel zum thematischen Überbau, mehr als respektabel. Nun muss sich nur noch eine fΓ€hige Plattenfirma finden, die dieses Werk einer breiteren ZuhΓΆrerschaft in vor allem physischer Form zugΓ€nglich machen kann (sofern ΓΌberhaupt gewΓΌnscht). Das Potenzial dafΓΌr, ist mehr als vorhanden. Bis dahin ist, β€žEuropas Weg zum Grabβ€œ zumindest digital, ΓΌber die Bandcampseite von Storm Kvlt verfΓΌgbar. Wir sind gespannt, was in Zukunft von diesem Projekt noch zu hΓΆren sein wird.


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