𝕺𝖘𝖙𝖆𝖗𝖆, 𝖊𝖎𝖓𝖊 𝕹𝖊𝖚𝖎𝖓𝖙𝖊𝖗𝖕𝖗𝖊𝖙𝖆𝖙𝖎𝖔𝖓 𝖟𝖚𝖒 𝖀𝖗𝖘𝖕𝖗𝖚𝖓𝖌.

Wir veröffentlichen jedes Jahr zu „Ostern“, einen historischen Beitrag. [1]

Wir möchten hier allerdings eine veränderte Sicht darlegen, obgleich sie zum selben Ergebnis führt.
Forscher sind sich uneinig über ihre historische Herkunft, eins jedoch ist klar, die „Göttin Eostre /Ostara“ ist eine Neuinterpretation, vor allem durch die Gebrüder Grimm vorangetrieben und „populär“ geworden. Doch ist dieser Brauch wirklich einer urgermanischen Tradition zu Grunde liegend? Wir beantworten dazu die wichtigsten Anliegen.



Erst im 19. Jahrhundert erlangte Ostara oder auch Eostre, als die Göttin der Fruchtbarkeit, über deutsche Landesgrenzen hinaus, an Bekanntheit. Prinzipiell ist es natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass die Germanen eine Art Frühlingsritus vollzogen, dabei Götter ehrten und den Winter gebührend verabschiedeten. Dabei muss aber deutlich zwischen Neopaganismus und Urglaube unterschieden werden. Die Nordgermanen feierten indes kein direktes „Osterfest“, weil es dafür keinen festen „Termin“ gab. Man richtete sich nach den gegebenen Veränderungen, die Mutter Natur freilich nicht terminlich festlegte.

Im Gegensatz zum Christentum, welches sich vornehmlich an jüdischen Bräuchen orientierte und somit auch für „Ostern“ einen zeitlich bindenden Zeitraum fand.

->Zu Ostern (lateinisch pascha oder Festum paschale, von hebräisch פֶּסַח pésach) feiern die Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi. In der Alten Kirche wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht, der Nacht vor dem Ostersonntag, begangen („Vollpascha“). Ab dem 4. Jahrhundert wurde das höchste Fest im Kirchenjahr als Dreitagefeier (Triduum Sacrum oder Triduum paschale) historisierend entfaltet. Die Gottesdienste erstrecken sich daher seitdem in den meisten Liturgien von der Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend über den Karfreitag mit dem Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu und den Karsamstag, den Tag der Grabesruhe des Herrn, bis zum Anbruch der neuen Woche am Ostersonntag (liturgisch Dominica Resurrectionis, „Sonntag der Auferstehung“). Da Leiden, Sterben und Auferstehung Christi laut den Aussagen des Neuen Testamentes in eine Pessachwoche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen Hauptfestes auch das Osterdatum. Es wird über einen Lunisolarkalender bestimmt und fällt in der Westkirche immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, im gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Danach richten sich auch die Daten der beweglichen Festtage des Osterfestkreises.<-

 


Die Germanen, insbesondere die Nordgermanen, feierten demnach kein zeitlich gebundenes „jüdisches Fest“, sondern orientierten sich vielmehr an den entsprechenden Jahreszeiten-Veränderungen. Blühten die ersten Pflanzen, wichen die gefrorenen Flüsse und Seen, den grünen saftigen Wiesen, war klar, der Winter neigt sich dem Ende, die Frühjahreszeit steht kurz bevor. Um den Winter zu verabschieden, die lebendige Jahreszeit zu begrüßen, dankten die Nordgermanen mit Opferritualen und Festen den Göttern Freyr und Freyja. Freyr ist in der nordischen Mythologie ein Fruchtbarkeitsgott, sowohl der Fruchtbarkeit der Erde als auch der Menschen und Tiere. Ihm wurden Opfer dargebracht, um reiche Ernten zu gewährleisten. Freyja hingegen ist die Göttin der Liebe und des Glückes, auch sie wurde im Frühlingserwachen verehrt und um reichen Nachwuchs gebeten. Im Zuge dieser Verehrung, verschenkte man untereinander Lebensmittel, unter Anderem auch Eier, welche aber keinen rituellen Bestandteil erfüllten. Die Böden wurden mit frischem Blut getränkt um kurz darauf die ersten Getreidesorten auszusäen.

Ein rituelles Osterfest ist auch in den altgermanischen Schriften nicht zu finden. Lediglich die, heute eher bekannte Walpurgisnacht, lässt sich auf germanischen Ursprung zurückführen. Walpurga ist übrigens kein germanischer Begriff, sondern lediglich der Name der Tochter des westsächsischen Königs Richard von Wessex und eine Nichte des „heiligen“ Bonifatius.

Unsere Ahnen zelebrierten dieses Frühlingsfest um den Winter als beendet zu erklären und zu Ehren Wotans (im Norden: Odin).

Die Existenz dieser Göttin „Ostara/Eostre“  wird von vielen Wissenschaftlern jedoch bestritten oder zumindest stark angezweifelt. Dass ein bedeutendes Frühlingsfest bei den Germanen mit einer bestimmten Gottheit verbunden gewesen sein muss, liegt zwar nahe, allerdings lassen sich nur schwerlich Aussagen darüber machen, mit welch genauen Inhalten dieses Fest verbunden war. Bei „Eostre“ könnte es sich daher auch einfach um einen „österlichen“ Beinamen für eine ansonsten anders genannte Göttin (wie etwa Freyja) handeln, eine Parallele dazu findet sich in dem Beinamen Jólnir für den Gott Odin, der mit dem Julfest in Verbindung steht.

In der isländischen Dichtung der Edda und in der skandinavischen Skaldendichtung gibt es keine Hinweise auf eine Göttin, die der angelsächsischen „Eostre“ entsprechen könnte. Auch die Vorstellung einer Frühlingsgöttin oder einer Morgengöttin des aufsteigenden Lichts erscheint nicht in der nordischen Literatur. Bestenfalls lässt sich hier die nordische Göttin Var anführen, diese Verbindung beruht aber lediglich auf einer Fest-Entsprechung von kontinentalgermanischem Ostern und nordgermanischem Várblót sowie einer möglichen Identifikation beider Göttinnen als Beinamen oder Hypostasen der Göttin Freya.


Wichtig ist aber nur Eines, dass wir uns den christlichen Festen entledigen und zum Brauchtum unserer Vorfahren zurückkehren. Völlig gleich, ob dabei eine direkte Ostergöttin verehrt wurde oder eben die Götter Freyr und Freyja, oder gar der Göttervater Wotan/Odin. Der Frühling erhält Einzug und wir danken den Göttern für Fruchtbarkeit und neues Leben.