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Zugegebenermaßen, ist das neue und insgesamt siebte Album von Eminenz, schon seit beinahe vier Monaten verâffentlicht. Nichtsdestotrotz mâchte ich es an dieser Stelle, auch wenn es anderweitig bereits mehrfach besprochen wurde, mit einer kleinen Würdigung versehen. Eine Albumbesprechung, für eine Kapelle mit einer derart langen Historie (Gründung war bereits 1989) zu verfassen, ist eine ziemliche Herausforderung. Ich spare mir daher einen historischen Abriss dieser, aus der heimlichen Hauptstadt des Erzgebirges, gemeint ist Annaberg-Buchholz, stammenden Vertreter der schwarzen Zunft und gehe lieber direkt auf das erste neue Studioalbum, nach sage und schreibe zehn Jahren, ein.


Die Einleitung zum erΓΆffnenden Titellied β€žDiabolical Warfareβ€œ verspricht mit, vermutlich einem Film entlehntem SchlachtgetΓΌmmel, bereits einiges. Unterlegt wird das Ganze mit einem Chor, welcher leicht an die Einleitung zum β€žHerbstleydβ€œ von Nargaroth erinnert. Kurz darauf, startet das StΓΌck, mit erstklassigem Klang, durch. Die Tasten, seit jeher ein Teil von Eminenz, sind hier und auch auf den folgenden StΓΌcken begleitendes, aber nie tragendes, geschweige denn bestimmendes Element. Kurz und gut ist man, durch diesen melodischen Schwarzmetall, mit Tempowechseln und eingΓ€ngigem Kehrreim, bereits in die richtige Stimmung versetzt.

FΓΌr die Truppe ungewohnt schnell, startet β€žLucifer’s Awakeningβ€œ, wechselt aber im weiteren Verlauf zu einer langsameren, melodischeren Passage. AuffΓ€llig hierbei ist, dass prΓ€zise Schlagwerk. Im Beiheft sind mit Bealdor und Northem gleich zwei Trommler aufgefΓΌhrt, wobei aber nur letzterer noch Teil der Formation ist.

β€žFirst Renegadeβ€œ ist eine, an „Bolt Thrower“ erinnernde Walze, feinsten Todesmetalls mit heruntergestimmten Gitarren und tieferem Grunzgesang, was in seiner Gesamtheit sehr ΓΌberzeugend dargeboten wird und einen guten Kontrapunkt, zum bisher GehΓΆrten darstellt. AuffΓ€llig ist zudem, die enorme spieltechnische Bereicherung, durch Hinzunahme von Kelthor, als zweiten Gitarristen. Dieser brilliert in den Soli recht eindrucksvoll.

 

β€žSomething Beyondβ€œ ist ein StΓΌck mittleren Tempos, mit dezenter Orgeluntermalung. Ansonsten kommt dieses Lied aber recht unauffΓ€llig daher. β€žReplica Sataniβ€œ kΓΆnnte aufgrund seiner EingΓ€ngigkeit, ein kleiner Ohrwurm werden. Der Gesang ist, wie an etlichen anderen Stellen der Scheibe, wieder gedoppelt, was ihm dadurch mehr IntensitΓ€t und Tiefgang verleiht. Tasten und Saiten werfen sich, den sprichwΓΆrtlichen Spielball, abwechselnd zu.

β€žThe Myth Of Non-Existenceβ€œ knΓΌpft mit seinen tiefer gestimmten Gitarren etwas an die Spielart von β€žFirst Renegadeβ€œ an. Dieses Element wohnte Eminenz zwar schon immer inne, kommt aber dank verbesserter Produktion und Spielweise auf diesem Werk, noch besser zur Geltung.

β€žFrozen Shadowsβ€œ ist ein gutes StΓΌck im mittleren Tempo. Hier wird wieder eher die schwarzmetallische Seite von Eminenz, nach außen gekehrt. Ein HΓΆhepunkt des Albums ist, dass abschließende β€žDoom Dominatorβ€œ, mit seinem Beginn, welcher eine Art Klangcollage darstellt und schließlich, ganz dem Titel angemessen, langsam vor sich hin schreitet.

Mit Northern Silence als neuen Partner, hat die Truppe eine fΓ€hige, kompetente und umtriebige Plattenfirma gefunden, unter deren Γ„gide sich eventuell die Motivation fΓΌr einen Nachfolger, in hoffentlich weniger als zehn Jahren finden lΓ€sst.

Bleibt zu konstatieren, dass dem Urgestein eine mehr als beachtliche RΓΌckkehr auf die musikalische BΓΌhne gelungen ist. Spieltechnisch ist β€žDiabolical Warfareβ€œ das bislang ausgereifteste, aller Eminenz-Alben. Der Kultstatus, speziell von β€žExorialβ€œ, dem DebΓΌt aus dem Jahre 1994, bleibt natΓΌrlich trotzdem unerreicht. Die Texte hΓ€tten etwas weniger klischeebeladen ausfallen kΓΆnnen, sind aber gut zu verstehen, obwohl auf einen Abdruck im Beiheft leider verzichtet wurde.

Das Werk erschien als Digipack, als A-5-CD, als limitiertes Boxset sowie als Kassette. Da fehlt jetzt ganz klar, nur noch das Vinyl, fΓΌr die zahlreichen Sammler unter Euch. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wer dieses Werk noch nicht sein Eigen nennt, dem spreche ich hiermit eine Kaufempfehlung aus und hoffe, dass Eminenz endlich die Anerkennung zuteil wird, die sie, insbesondere als Vorreiter des deutschen Schwarzmetall schon lΓ€nger verdient haben.

π•Έπ–šπ–˜π–Žπ–π–†π–‘π–Žπ–˜π–ˆπ–π–Šπ–— π•°π–Žπ–“π–‡π–‘π–Žπ–ˆπ–:

π•Ώπ–Žπ–™π–Šπ–‘π–‘π–Žπ–˜π–™π–Š:

  1. Diabolical Warfare
  2. Lucifer’s Awakening
  3. First Renegade
  4. Something Beyond
  5. Replica Satani
  6. The Myth Of Non-Existence
  7. Frozen Shadows
  8. Doom Dominator

π•½π–Šπ–Ÿπ–Šπ–“π–˜π–Žπ–”π–“: π•­π–—π–†π–Œπ–Ž/𝕲.𝕺.𝕾.𝕭. 𝟐𝟎𝟐𝟐