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Feldgrau, eine kleine, vielleicht noch gar nicht so bekannte Tonschmiede aus Bayern – lieferte vor Kurzem ein weiteres Werk, diesmal handelt es sich um eine EP, die mit dem klangvollen Namen „Feuer und Blut“ versehen wurde.

Ob die EP an der vorangegangenen Demo anknΓΌpfen kann und ob sich ein Erwerb lohnt, klΓ€ren wir wie eh und je, in den folgenden Zeilen.



Feldgrau, dass sind „Ravager“ und „Great Warmaster“. Ersterer ΓΌbernimmt die Gitarre, den Bass und einen Teil der Stimmeinlagen, letzterer dass Schlagwerk und den anderen Teil des Gesanges. Hinzu kommt noch „Zwiespalt“, der mit seiner „Fuck Off Production“, fΓΌr den letzten Feinschliff sorgte. Nun aber ans Eingemachte.

Die EP kommt in stilechter Aufmachung, ist weitestgehend minimalistisch gehalten, mit einem zweiseitigen Beiheft. Darin befinden sich alle lyrischen Darbietungen wieder. Insgesamt werden mir fΓΌnf Titel geboten, davon dient einer als Intro und erhielt den Namen „1917“.

Diesmal wird sich speziell mit einigen, der brisantesten Schlachten des 1. Weltkrieges, beschΓ€ftigt – dass verraten uns schon vorab die Titel, „Im Argonnerwald“ und „Tannenberg“.

Die Gesamtspieldauer belΓ€uft sich auf runde 18 Minuten, eine solide Spielzeit, fΓΌr eine EP.

Nach dem Einklang „1917“ der eine historische Ansage beinhaltet, mit reichlich GerΓ€uschkulisse eine Vorabstimmung erzeugt, startet direkt im Anschluss „The War to end all Wars“.

Hier hΓΆrt man gleich, der konzeptuelle Klang der DebΓΌtdemo wurde beibehalten, was ich durchaus begrüße. Harte, schroffe Riffs, etwas rasendes Schlagwerk zum Einstieg und eine perfekt passende KΓ€chzstimme. Inhaltlich beschΓ€ftigt sich dieses StΓΌck mit der eigentlichen Ursache des Weltkrieges und vermutlich aller Kriege. Der Rhythmus, den „The War to end all Wars“ eingeschlagen hat, entspricht genau meinen Vorstellungen von drastischem, harschem Schwarzmetall, der sich auch hier wieder streng an 90er Jahren orientiert.

Mit „Bloddshed at Cape Hell“ geht es unaufhaltsam weiter, das mittlere Tempo des Vortitels wird weiter gefΓΌhrt und verfΓ€llt nur stellenweise in kurze hetzerische Momente. Gerade diese Abwechslung und die knarrigen Saiten, lassen ein nostalgisches HΓΆrgefΓΌhl in mir aufsteigen. Feldgrau erinnert mich zunehmend an „Pyre“, die insbesondere in den spΓ€ten 90ern auftauchten. Insbesondere die lyrische Vertonung ist nahezu identisch, man kΓΆnnte meinen, hier handelt es sich um ein Nachfolgeprojekt, nur das die Herkunft nicht so recht passen will. (Feldgrau = Bayern / Pyre = Niedersachsen)

„Im Argonnerwald“ sind wir angekommen, ein Mahnlied, eine Erinnerung an das wohl bekannteste Schlachtfeld.

„Im Ersten Weltkrieg war die durch dieΒ ArgonnenbahnΒ erschlossene Gegend Schauplatz heftiger KΓ€mpfe zwischen Deutschen und Franzosen, vor allem der Minenkrieg vonΒ Vauquois, spΓ€ter auch Amerikanern (Herbst/Winter 1914, Sommer 1915, Herbst 1918,Β Maas-Argonnen-Offensive). Zahlreiche SoldatenfriedhΓΆfe zeugen von den schweren KΓ€mpfen, bei denen Tausende von Soldaten starben. Deutscherseits entstand im Ersten Weltkrieg dasΒ Argonnerwaldlied.“

Ein brachiales TonstΓΌck, auch hier wieder wechselnde Abschnitte, die sich zwischen voranpeitschenden Teilen und schleppenden Midtempobereichen bewegen. Die Stimme von „Ravager“ (ΓΌbrigens nur schwer zu unterscheiden) quΓ€lt sich (gewollt) durch die Minuten und erzeugt eine bestialische Stimmung. DΓΌster, verzweifelt und abgrundtief finster!

Den Ausklang ΓΌbernimmt „Tannenberg“, neben Verdun wohl der historischste Ort des Weltkriegsgeschehens, zumindest im Bereich der Schlachten. Hier trafen deutsche Soldaten auf eine Übermacht, der Zarenarmee und sie endete mit einem Sieg der deutschen Truppen und der Zerschlagung, der ins sΓΌdliche Ostpreußen eingedrungenen russischen KrΓ€fte. Feldgrau versteht es vorzΓΌglich, dieses Geschehen, die Schlacht als Solches, unfassbar stimmungsvoll zu vertonen!

WÀre der erste Weltkrieg Schwarzmetall, würde er wohl Feldgrau heißen! Eine seltsame Analogie, aber jeder, der es zukünftig hâren sollte, wird verstehen was ich meine.


π•±π–†π–Ÿπ–Žπ–™: „Feuer und Blut“ mag nur eine kurze EP sein, steht aber einem ausgewachsenem Album in nichts nach. Ein durch und durch gelungenes und dabei, auch hervorragend umgesetztes Konzept. Musikalisch exzellent inszeniert, unternimmt man hier gleich zwei Zeitreisen. Die Erste geht ΓΌber 100 Jahre zurΓΌck in den ersten Weltkrieg und die Zweite direkt in die spΓ€ten 90er Jahre /frΓΌhen 2000er, in denen noch roher, brachialer Schwarzmetall zelebriert wurde.
Ich bin zugegeben ein großer Freund von „Pyre“ und bekomme von „Feldgrau“ exakt die gleiche musikalische Grundkulisse, mit einem dazu passenden, von mir favorisierten Thema. Geht es eigentlich besser? Mag sein, dass entscheidet ohnehin jeder fΓΌr sich. Ich wurde bereits beim ersten Durchlauf, 18 Minuten lang mit beinahe perfektem Black Metal versorgt und lasse mich seit dem beinahe durchweg weiter versorgen.
Wer hier also keine uneingeschrΓ€nkte Empfehlung herauslesen kann, der mΓΆge weiter „Kanonenbrand“ hΓΆren und meinen, es wΓΌrde sich dabei um Black Metal handeln. Fazit = Absolute Empfehlung!

ErhΓ€ltlich ist dieses kleine Meisterwerk bei Sturmglanz und bei Feldgrau selbst!


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