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Runenwacht, die Esslinger Kapelle, die nun seit gut zehn Jahren, ihr Unwesen im deutschsprachigen Schwarzmetall treibt und zum JubilΓ€um, eben dieser zehn Jahre – quasi ein neu interpretiertes „Best Of“ verΓΆffentlichte.



Zu diesem Anlass haben sich Runenwacht und Northern Fog Records etwas besonderes einfallen lassen und eine spezielle Box, für versierte Sammler auf den Weg gebracht. Natürlich gab es auch den bloßen Silberling im Digipack, welcher mir in diesem Augenblick vorliegt (mit Dank an Rex). Die Gestaltung ist, Àhnlich den Vorwerken, schlicht und doch ansprechend gestaltet, ein Beiheft mit den abgedruckten lyrischen Ergüssen, ist ebenfalls dabei.  Soviel zur optischen Darbietung.


FΓΌr jeden KΓ€ufer muss klar sein, dass es sich hierbei nicht um ein neues Album handelt, sondern vielmehr um ein Sammelsurium von acht ausgewΓ€hlten StΓΌcken, die bereits alle verΓΆffentlicht wurden. Jeder dieser Titel, fand seinen Platz auf den bisherigen Vollwerken der letzten Jahre, seit GrΓΌndung der Tonschmiede im Jahre 2011 – obgleich die erste Scheibe, „Schrei des Hasses“, erst 2013 erschien. ZusΓ€tzlich befinden sich zwei gΓ€nzlich neue Werke auf diesem Silberling, „Des Grimnirs Treue“ und „Gebrochen“.

Die ersten acht TonstΓΌcke sind, wie eingangs erwΓ€hnt, bereits verΓΆffentlichte Lieder, die mittels Neuaufnahme und Neuabmischung, klanglich auf ein deutlich hΓΆheres Tonniveau gehoben wurden. Ohne die ursprΓΌngliche Titelstruktur neu zu erfinden, wurden hier, altbewehrte Klassiker einer Runderneuerung unterzogen – und das kann sich wirklich hΓΆren lassen. Der aufpolierte Klang verpasst den StΓΌcken ein gΓ€nzlich neues Antlitz und lΓ€sst sie hierdurch professioneller und „sauberer“ wirken. Jedoch, ohne den alten Charme dabei zu zerstΓΆren. Also ja, es ist unverwechselbar Runenwacht, das wird spΓ€testens beim Einsetzten der stimmlichen Einlagen deutlich, denn an der hat sich, bis auf die „Klarheit“ prinzipiell nichts geΓ€ndert. Die Instrumente hingegen sind nun alle auf gleich hoher TonqualitΓ€t, wΓ€hrend sie im Originalzustand der, bis Dato entsprechenden musikalischen Entwicklung geschuldet, sehr unterschiedlich klangen. Um es kurz zu fassen oder VerstΓ€ndlicher zu formulieren: Runenwacht durchlebte, wie jede andere Kapelle auch, eine gewisse Weiterentwicklung, die man auch auf den jeweiligen Alben zu hΓΆren bekam. Jetzt hat man diese Weiterentwicklung gebΓΌndelt und lΓ€sst somit alle vergangenen Titel, auf einem einheitlichen Niveau erklingen.

Der Inhalt ist selbstredend unverΓ€ndert geblieben und auch der klassische Runenwacht-Charakter ist nach wie vor spΓΌr- und hΓΆrbar.

„Aversion des Lebens“, „Ewiger Krieg“, „Blut und Stahl“, „Der alte Mann“, „Eberkopf“,
„Runenwacht“, „Der Spinnerin Nachtlied“ und „Aufs Rad mit Ihm“, sind die ausgewΓ€hlten, neu interpretierten StΓΌcke – in der Reihenfolge.


Widmen wir uns den zwei ExklusivstΓΌcken


„Des Grimnirs Treue“ eine, der neuen Vertonungen – fΓ€ngt da an, wo Runenwacht mit der letzten VerΓΆffentlichung aufhΓΆrte und fΓΌgt diesen Titel absolut nahtlos, an die acht „alten“ StΓΌcke an. Klanglich ist hier, keinerlei Unterschied zu verspΓΌren, ergo kΓΆnnte dies ebenso ein altes Lied sein, dass eben auch neu vertont wurde. Das begrüße ich sehr, da so kein Unterschied auszumachen ist, zwischen „alt“ und neu. Wer mit der nordischen Mythologie vertraut ist, der kennt die Geschichte von Grimnir, dem GΓΆttervater Odin, der sich verkleidete um die Gastfreundschaft des KΓΆnigs GeirrΓΆdr zu testen. Wie diese Geschichte ausgeht? HΓΆrt genau hin.Β  Interessant ist die musikalische Struktur des Liedes, da diese einer ErzΓ€hlung gleicht, insbesondere der Einstieg. Die Riffs kΓΆnnten genauso einer Heavy Metal Kapelle entspringen und das Schlagwerk unterstreicht dieses rhythmische ErzΓ€hlen. Die zusΓ€tzlich eingespielten Elemente untermauern eine gewisse Stimmung, die irgendwie einem HΓΆrbuch gleichen. Man hat das GefΓΌhl, man wΓΌrde einer nordischen Sage lauschen, die zudem in ein musikalisches Gewand gesteckt wurde – sehr stimmig.

„Gebrochen“ ist wieder ein Runenwachtexemplar, dass ich persΓΆnlich so zu schΓ€tzen weiß. Klassischer Schwarzmetall, harsche TΓΆne und dazu noch harschere Aussagen. Absolut passend zur derzeitigen Lage, ob gesellschaftlich oder politisch, einfach ΓΌberzeugend, ohne dabei in eine spezifisch politische Kerbe einzuschlagen –Β  bloße Kritik, die man nicht besser hΓ€tte zu Papier bringen kΓΆnnen. Die Klangkulisse ist hervorragend darauf abgestimmt und schΓΌrt explizit, die erzeugten Emotionen. Ein großartiger Abschluss!


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„Ten Years Of German Black Metal“ ist in etwa das, was man von einer Liedsammlung erwartet, die besten Vertonungen, gebΓΌndelt, neu interpretiert. Als Bonus bekommt der langjΓ€hrige ZuhΓΆrer und UnterstΓΌtzer Runenwachts, zwei neue StΓΌcke geboten, die sich perfekt ins bisherige Geschehen einfΓΌgen und sich gegenseitig ergΓ€nzen. Ein persΓΆnliches (was aber auch nur meinem Befinden entspricht) kleines HΓ€rchen habe ich aber dennoch, an der sonst so perfekten Scheibe – Runenwacht lebt nicht nur durch die Musik, sondern eben auch von der einprΓ€gsamen Stimme, deren Klang, nach all den Jahren, etwas frischen Wind gebrauchen kΓΆnnte. Man mΓΆge mich hier nicht falsch verstehen, Runenwacht ist und bleibt ein, nicht wegzudenkender Aspekt, den ich jedes mal erneut zu schΓ€tzen weiß, nichtsdestotrotz ist eben eine Sache in all der Entwicklung stehen geblieben –Β  die Stimme. NatΓΌrlich kann man als SΓ€nger, nichts wesentliches an seiner Stimme Γ€ndern, die ist nun mal wie sie ist, allerdings kΓΆnnte man sie, mit ein paar „Effekten“, Verzerrungen oder anderen Spielereien, einer Γ€hnlichen Entwicklung unterziehen, wie der Musik. So, das war jetzt wirklich jammern, auf hohem Niveau.

Um es abzuschließen: Jeder, der ernsthaft an der Entwicklung, der Geschichte dieser Kapelle interessiert ist und bisher auch war, sollte dieses Werk in seiner Sammlung aufnehmen. Für Nichtkenner ist es zudem ein geeignetes Werk, um sich mit Runenwacht musikalisch und inhaltlich zu beschÀftigen, denn hier ist nur das Beste vom Besten enthalten!


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