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Die folgende Rezension ist quasi der Einstand unseres neuen Redakteurs „Bragi“. Bereits unter anderem Namen, schrieb Dieser fรผr etwaige Magazine und wird fortan fรผr Germanitas Othala, musikalische Erscheinungen bewerten.

BAXAXAXA โ€“ „Catacomb Cult“ (The Sinister Flame, 2021)

Sehr gespannt war ich, auf das Debรผtalbum des nordrhein-westfรคlischen Quartetts Baxaxaxa, welches angeblich, nach einem Dรคmon, aus einem leider verloren gegangenen Buch, benannt sein soll. Die Wurzeln der Formation reichen bis ins Jahr 1992 zurรผck.


In besagtem Jahr erschien das Demo โ€žHellfire“, welches zehn Jahre spรคter mit der, quasi Brudertruppe, „Ungod“ als Gemeinschaftswerk neu aufgelegt wurde. Jedoch, waren Baxaxaxa nach dem Grรผndungsjahr, bereits vorรผbergehend, schon wieder Geschichte. Im Jahre 2017 erfolgte dann recht unerwartet, die Neugrรผndung. Von der Ursprungsbesetzung ist lediglich Schlagwerker „Condemptor“ (auch bei Ungod aktiv) รผbrig geblieben. รœberhaupt besteht die wiederbelebte Formation zu dreiviertel aus Mitgliedern von Ungod. Lediglich der Sรคnger, seines Zeichens Inhaber der Plattenfirma „Iron Bonehead Productions“, ist bei anderen Kapellen aktiv.

Seit der Neugrรผndung erschienen ein Demo (2019), eine EP (2020) und in diesem Jahr dann endlich das lang erwartete erste Vollalbum mit dem Namen โ€žCatacomb Cultโ€œ รผber die finnische Plattenfirma The Sinister Flame.

Alleine von der Aufmachung des Frontbildes und der Art der Gestaltung des Gruppenschriftzugs fรผhlt man sich bereits in lรคngst vergangene Schwarzmetallzeiten der Neunziger zurรผckversetzt. Das Album umfasst acht Lieder und startet direkt mit dem titelgebenden Stรผck โ€žCatacomb Cult“, welches mittleres bis gedrosseltes Tempo aufweist. Die Tasten untermalen diese akustische Totenmesse. Gesanglich lรคsst Schreihals Traumatic des รถfteren Erinnerungen an Quorthon von Bathory (mรถge er in Frieden ruhen) zu Zeiten der ersten vier Alben aufkommen. Musikalisch scheinen hier Eminenz und alte Samael durch, was natรผrlich als Kompliment zu verstehen ist. Ein mehr als guter Einstieg.

Fortgesetzt wird mit โ€žAs The Moon Inhaled All Sunrays“, welches mit einem kurzen Seufzer startet, nur um kurz darauf wie die Feuerwehr loszulegen. Doch das hohe Tempo (keine Blasts) wird nicht durchgehend gehalten, sondern von langsamen Passagen abgelรถst. Die Tempowechsel gehen sehr stimmig ineinander รผber. Der Gesang ist รผberaus boshaft und dabei recht charakteristisch. Um mal bei den alten Meistern des Schwermetall zu bleiben: vernahm ich beim Gesang einen Hauch von Bathory, so sind es bei โ€žFlame Of Redemption“ die Gitarren, die sich dezent an die Schweizer Urgesteine Celtic Frost anlehnen. Abwechslungsreich im Tempo ist auch hier wieder Trumpf. Wie โ€žAs The Moonโ€ฆโ€œ beginnt auch Lied Nr. 4 โ€žKingdom Ablaze“ zunรคchst schnell, um kurz danach in eingรคngige Riffs รผberzugehen. GrรถรŸtenteils mittlere Spielgeschwindigkeit und Tastenbegleitung als Vermittler von atmosphรคrischer Tiefe gehen hierbei Hand in Hand.

โ€žWalpurgis Dance“ ist thematisch natรผrlich, Nomen est Omen, an die Walpurgisnacht am 30. April angelehnt. Das Stรผck beginnt mit einer Art rhythmisch gesprochenen Invokation, welche einer schwarzen Zeremonie entstammen kรถnnte. Automatisch kommen auch Gedanken an den Brocken, der hรถchsten Erhebung des Harz auf. Auf diesem Berg befindet sich der sogenannte Hexentanzplatz, welcher heutzutage ein Touristenmagnet ist.

Nach ca. zwei Minuten erfolgt der รœbergang in mittleres Tempo mit Stromgitarren. Der Anfangstext wird in der Liedmitte wiederholt und auรŸerdem endet dieses Stรผck wie es angefangen hat. Der geneigte Hรถrer mรถge aber selbst entscheiden, welche Bilder beim Hรถren vor seinem geistigen Auge entstehen. โ€žThe Great Malicious Tongue“ vereint alle Stรคrken dieses Albums: Boshaftigkeit ohne รผbertriebene Raserei und okkulte Atmosphรคre.

Ein weiterer Hรถhepunkt dieser Scheibe ist zweifellos โ€žGhosts Of Tรถrzburg“. Die Tรถrzburg, heute Schloss Bran genannt, liegt in der Region Siebenbรผrgen in Rumรคnien und wird Touristen als Schloss des Grafen Dracula prรคsentiert, obwohl es selbst zur historischen Figur Vlad III. Dracula keinerlei Zusammenhang gibt. Wie dem auch sei, das Stรผck steigt mit einem ungewรถhnlichen Rhythmus begleitet von einer Art orientalischen Gitarrenmelodie ein. Rasch erfolgt aber der รœbergang in das charakteristische Gitarrensperrfeuer. Die Tasten spielen hier erneut eine Rolle, jedoch sind sie nicht รผberprรคsent sondern eher untermalend.

Die abschlieรŸende Reise zum โ€žTemple Of The Seven Keys“ gleicht anfangs eher einer Schussfahrt mit gefรผhlt etwas tiefer gestimmten Saiten, um den weiteren Weg etwas gemรคchlicher fortzusetzen. Dieses Stรผck ist ein wรผrdiger Abschluss, welcher die bereits bewรคhrten Tempowechsel aufweist und von einer Stromorgel begleitet wird.


๐•ฑ๐–†๐–Ÿ๐–Ž๐–™:

Das Albumdebรผt โ€žCatacomb Cult“ von Baxaxaxa stellt sich, als sehr organisches Liedwerk dar, welches den Ritt auf dem schmalen Grat zwischen Untergrund und dem, in selbigen Kreisen, hรคufig zum Schimpfwort erkorenen Wort โ€žGefรคlligkeit“ mit Bravour meistert. Obwohl das Album eher nach alter Schule der Neunziger tรถnt, klingt es dennoch gleichzeitig frisch und unverbraucht. Einziger Wermutstropfen sind die, nur auszugsweise, abgedruckten Texte, im sich, als simple Klappkarte prรคsentierenden, Beiheft.
Dieses Werk wird im Untergrund mit Sicherheit fรผr Aufsehen sorgen. Eine baldige Bรผhnenprรคsenz wรคre natรผrlich auch wรผnschenswert.

Erhรคltlich ist das Album als CD bei Bandcamp oder in Lรคden wie Iron Bonehead und Amor Fati.

๐•ธ๐–š๐–˜๐–Ž๐–๐–†๐–‘๐–Ž๐–˜๐–ˆ๐–๐–Š๐–— ๐•ฐ๐–Ž๐–“๐–‡๐–‘๐–Ž๐–ˆ๐–:

๐•ฝ๐–Š๐–Ÿ๐–Š๐–“๐–˜๐–Ž๐–”๐–“: ๐•ญ๐–—๐–†๐–Œ๐–Ž / ๐•ฒ.๐•บ.๐•พ.๐•ญ. ๐Ÿ๐ŸŽ๐Ÿ๐Ÿ

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