π•Ύπ–Ÿπ–Žπ–›π–Žπ–‘π–Žπ–Ÿπ–˜ – „π–€π–—π–˜π–šπ–˜ π•Ύπ–†π–“π–Œπ–šπ–Žπ–“π–Š“ – π•½π–Šπ–Ÿπ–Šπ–“π–˜π–Žπ–”π–“

Bereits im Oktober letzten Jahres erschien ΓΌber Dominance Of Darkness die CD (ebenfalls ΓΌber Vama Marga) und LP und vorab, als Kassette (ΓΌber Narbentage), dass mir vorliegende Album „Ursus Sanguine“ der schweizer Formation Szivilizs.

Interessant, an der Berner Schwarzmetallschmiede ist, dass sich zahlreiche namhafte Musiker, auch aus Deutschland, an dem Projekt beteiligen. So sind unter Anderem „Mephistopheles“ von Gratzug und „Valfor“ der Kapelle Totenwache, mit am Werk.

Mir war die Klangschmiede bisher nur namentlich bekannt und durch das Gemeinschaftswerk mit Meuchelmord und Ysbryd aus dem Jahre 2019.


Szivilizs verΓΆffentlichten bisher vier Werke, darunter das mir vorliegende Exemplar, welches als schlicht gestaltet Digipak-Version in Erscheinung tritt. Aufgefahren werden insgesamt sieben TonstΓΌcke, mit einer Spieldauer von etwa 38 Minuten. Im Digipack wurde auf ein Beiheft verzichtet und es bietet sich auch so, nur geringfΓΌgig Material zur Beschau. Umso wichtiger scheint die musikalische Leistung, die ich im Folgenden nΓ€her analysieren werde.


Gleich zu Beginn fΓ€llt ein Fakt hΓΆrbar ins Gewicht, Szivilizs gestaltet sich sehr melodisch, bewegt sich vom ersten Lied an, im mittleren Tonsegment und wartet mit allerhand spielerischen Feinheiten auf.

„Ursus Sanguine“ verzichtet auf ein EingangsstΓΌck und beginnt sogleich mit „Zaehringerbluet“, welches hΓΆrbar im okkulten Bereich angesiedelt wird, sofort eine dΓΌstere und mystische Stimmung beim HΓΆrer erzeugt. Die dazugehΓΆrigen Elemente, die stellenweise an Projekte wie BMSS erinnern, erschaffen eine wirklich mitreißende Klangkulisse. Die Stimme von „Szivilizs“ ist kreischend hoch und lΓ€sst Parallelen zu „Immortal Remains“ vermuten, jedenfalls Γ€hneln sich beide Gesangseinlagen sehr.
Das Tempo, welches anfangs noch sehr schleppend und schleichend, mystifiziert wird, wechselt im letzten Drittel und zieht ordentlich an. Auf die erhabenen Toneinlagen wird aber auch weiterhin nicht verzichtet. Man neigt dazu, sich in den KlΓ€ngen zu verlieren, der Gesang rΓΌckt dabei eher in den Hintergrund, sodass ein Fehlen selbiger, kaum ins Gewicht fallen wΓΌrde.

„Berchtolds Sohn“, das darauffolgende StΓΌck, ist eines der KΓΌrzesten auf dem gesamten Werk und beginnt mit Γ€hnlich veranlagten KlΓ€ngen. Man kΓΆnnte meinen, man sÀße in einer mittelalterlichen Kapelle, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, blasphemische KlΓ€nge an die Gemeinde zu verteilen. Sehr atmosphΓ€risch, gepaart mit Violinen und Orgeln (zumindest bilde ich mir ein, diese zu hΓΆren), wird in diesem und im nΓ€chsten StΓΌck, „Burg Nydegg“ eine durchweg dunkle und tiefgehende Kulisse erbaut, die man sich beinahe bildlich vorstellen kann.

„BΓ€rebluet“ hΓ€tte auch, zumindest Eingangs auch wirklich von BMSS sein kΓΆnnen, die KlΓ€nge unterscheiden sich beinahe Null, dass macht Szivilizs irgendwie umso interessanter und man erwartet immer neue Feinheiten, die einem auch prompt in den GehΓΆrgang wandern. Ob dieses StΓΌck noch als Schwarzmetall zu bewerten ist, kΓΆnnte man durchaus in Frage stellen. Gitarren und Bass rΓΌcken weit in den Hintergrund, lediglich das Schlagwerk und die Stimme, in Verbindung mit den ΓΌblichen KlΓ€ngen stehen im Vordergrund.
Etwas langatmig wirken die sehr ausgiebigen Violinenabschnitte.

Inhaltlich werden vor allem landeseigene historische Ereignisse, Personen und sogar Γ–rtlichkeiten verarbeitet, die vormerklich auf schweizer Boden stattfanden und zu finden sind. Aufgrund fehlender Textbeilagen und der ein oder anderen zusΓ€tzlichen Information zum Inhalt, bleibt es mir nur, Vermutungen anzustellen. „Ursus Sanguine“ scheint demnach ein geschichtliches Werk darzustellen, dass erwΓ€hnte Tatsachen mit eigenen Ansichten zu kombinieren versteht. Die dazugehΓΆrige Musik und das daraus entstehende Ambiente, sind hervorragend kombiniert und ermΓΆglichen so, zumindest in meiner Vorstellung, eine Zeitreise in dunkle und finstere Jahrhunderte.

Anna von Rosenegg – ebenfalls eine der historischen Elemente, ist das erste StΓΌck, welches gleich zur ErΓΆffnung, stilistisch, klarer Schwarzmetall ist. Obgleich dann, im spΓ€teren Verlauf, die bisherigen Klangelemente wieder Einzug finden, hier aber deutlich verminderter, als in den vorangegangenen Liedern. Ein wirres durcheinander, verschiedener Geschwindigkeiten und TΓΆne, erzeugen einen gewissen Hysteriefaktor und lassen so, Wahnsinn vermuten.

Der Ausklangstitel, so scheint es, soll wohl eine Hommage an eine besondere Biersorte darstellen, dass sogenannte BÀrner Junker. Inhaltlich deutet zwar nichts auf diesen Umstand hin, da dieser Titel ein rein musikalisches Werk ist, jedoch ließen sich keine anderen Informationen zu diesem Namen finden. Nichtsdestotrotz, bietet auch dieses Stück, eine hervorragende musikalische Leistung und rundet das Gesamtwerk, vollends ab.


π•±π–†π–Ÿπ–Žπ–™:

Szivilizs bieten hier ein beachtliches musikalisches Werk, dass zwar deutlich im Schwarzmetall verankert wird, allerdings eine Vielzahl anderer Elemente zu verarbeiten versteht. Bis auf wenige, langatmige Abschnitte, ist „Ursus Sanguine“ ein rundum atmosphΓ€risches und tiefgehendes Album, dass musikalisch wohl so auch nicht nochmal existiert. Man hat sich ergo, ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Dieser Umstand allein, spricht eindeutig fΓΌr dieses Album. Von meiner Seite aus, gibt es hierfΓΌr eine deutliche und klare Empfehlung!


π•Έπ–šπ–˜π–Žπ–π–†π–‘π–Žπ–˜π–ˆπ–π–Šπ–— π•°π–Žπ–“π–‡π–‘π–Žπ–ˆπ–:

π•Ύπ–Ÿπ–Žπ–›π–Žπ–‘π–Žπ–Ÿπ–˜ π–Žπ–’ π•Ήπ–Šπ–™π–Ÿ: [Hier]

π•Ώπ–Žπ–™π–Šπ–‘π–‘π–Žπ–˜π–™π–Š:
1. Zaehringerbluet
2. Berchtold’s Sohn

3. Burg Nydegg
4. BΓ€rebluet
5. Loupechrieger
6. Anna von Rosenegg
7. BΓ€rner Junker

π•½π–Šπ–Ÿπ–Šπ–“π–˜π–Žπ–”π–“: π•Ώπ–”π–‰π–‹π–Šπ–Žπ–“π–‰ / 𝕲.𝕺.𝕾.𝕭. 𝟐𝟎𝟐𝟏
π•­π–Žπ–‘π–‰π–Šπ–—: π•Ύπ–Ÿπ–Žπ–›π–Žπ–‘π–Žπ–Ÿπ–˜