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Vor Kurzem erschien ΓΌber „Dominance of Darkness Records“ (DoD), das schweizer DebΓΌtalbum „Nedchrescht“, der Zweimannformation GhΓΆrnt.Β Mit diesem, auf Mundart gehaltenen Erstlingswerk, werde ich mich heute ausgiebig beschΓ€ftigen.
„Thulus“ und „Moras“, beide keine unbekannten Musiker, bilden die treibende Kraft hinterΒ GhΓΆrnt. „Thulus“ ist, wie wie in seinem anderen Projekt „Asgard“ (wir berichteten). auch hier die stimmengebende Person, wΓ€hrend „Moras“ die Instrumente bedient.


Ich schaue mir heute die Digipackversion genauer an. Schlicht und ΓΌbersichtlich gestaltet, wird auf eine große Aufmachung verzichtet, ebenso wie auf ein Beiheft – welches zugegebener Maßen ohnehin kein grâßeres Ziel verfolgen wΓΌrde, da, wie eingangs erwΓ€hnt, alle Texte in Schweizerdeutsch gehalten wurden.
Die optische Aufmachung ist schick gestaltet, verliert sich dabei in keiner Weise in Kleinigkeiten, bietet stattdessen alles Wesentliche und das war es dann auch schon.

„Nedchrescht“ bietet sieben Titel, mit einer GesamtlΓ€nge von etwas ΓΌber 32 Minuten Spielzeit, welche im soliden Mittelfeld angesiedelt sind, zeitlich betrachtet.


Begonnen wird mit dem Titel „ZerschtΓΆrt“. Da ich kein Schweizer bin und mich, ebenso wie der Rest der Welt, mit Mundart sehr schwer tue, habe ich mich mit „Thulus“ in Verbindung gesetzt, um etwas ΓΌber den lyrischen Inhalt der einzelnen Titel zu erfragen. Nun, dieser Titel handelt wohl, wie der Name vermuten lΓ€sst, von vΓΆlliger ZerstΓΆrung, verursacht und vorangetrieben durch die mΓ€chtige Kriegsmaschinerie. Was mild, mit einigen im Hintergrund befindlichen KlavierklΓ€ngen beginnt, wird plΓΆtzlich und ΓΌbermΓ€chtig zu hetzerischem, treibendem Schwarzmetall. Ordentlich schnell, wird das Schlagwerk beansprucht und kreischende Gitarren finden ein harmonisches Zusammenspiel. Einige Midtempoabschnitte sind ebenfalls vorhanden, die quasi einer kurzen Verschnaufpause dienen, um dann wieder im vorangegangenen GeknΓΌppel weiter zu verfahren. Die Stimme von „Thulus“ untermalt die tiefschwarze Klangkulisse hervorragend, ohne dabei zu dominant zu wirken. Klang, Spiel und Gesang sind bestens aufeinander abgestimmt. Hier sind deutliche Parallelen zum „War Black Metal“ zu erkennen.

THULUS

So wie „ZerschtΓΆrt“ endet, beginnt das Titelgebende StΓΌck „Nedchrescht“, wird aber alsbald deutlich ruhiger und wechselt sich in gekonnter Spielweise in der Geschwindigkeit stetig ab. Thematisch geht es hier um einen Exorzismus, dem der Priester zu keiner Zeit gewachsen scheint und dessen Ende, durch die Dominanz des GehΓΆrnten, eingeleitet wird. Insgesamt basiert dieses Werk auf einer satanischen Grundlage, was bei dem Namen „GhΓΆrnt“ auch nicht weiter verwunderlich sein dΓΌrfte.

„Γ„ndzyt“ drΓΌckt wieder etwas mehr aufs Gas, ohne jedoch dabei vΓΆllig hysterisch los zu scheppern, interessant sind die eingesetzten Riffs, die stellenweise einen fast verspielten Eindruck hinterlassen. „Γ„ndzyt“ stellt hier die Apokalypse zur Schau, bei der alle AngehΓΆrigen, jeglicher Religionen ihren Preis bezahlen mΓΌssen um dann ihr Dasein, in der ewigen Finsternis zu fristen. Der GehΓΆrnte macht hier inhaltlich, als auch musikalisch keine Gefangenen, soviel ist klarΒ  zu hΓΆren! Schaurige KlΓ€nge, die eine herrliche Endzeitstimmung kreieren.

„S tote Land“ ist stilistisch etwas anders, als seine VorgΓ€nger. Lyrisch wird in diesem StΓΌck ein Kriegsszenario aus Sicht eines Soldaten nachempfunden, der quasi sein ganzes Heimatland verliert und somit jedes Opfer vergebens erscheinen lΓ€sst. Trotz der rauen Geschwindigkeit des Titels, verursachen gerade die dazugehΓΆrigen Riffs eine angespannte und fast dramatische Kulisse, die durch krΓ€ftigen Gesang untermauert wird.

Es befindet sich auch ein rein instrumentales StΓΌck auf „Nedchrescht“, dies trΓ€gt den Namen „Trist“. Wobei, ganz wird nicht auf eine stimmliche Einlage verzichtet, in einigen Abschnitten vernimmt man eine engelsgleiche Stimme, die dem tristen und melancholischen KlΓ€ngen eine gewisse WΓΌrze verleiht. „Trist“ ist ein (nennen wir es) EntspannungsstΓΌck, das trotz mittlerem Tempo, nie in Raserei verfΓ€llt und sich somit die Gesamtstimmung, bestens entfalten kann. Mitunter mein Favorit auf dem Album!

Den Abschluss ΓΌbernimmt „D Zeremonie“, ein TonstΓΌck ΓΌber eine schwarze Messe, die besser nicht hΓ€tte verpackt werden kΓΆnnen. Nebliger und dunkler Wald, dazu passende, finstere KlΓ€nge und eine tiefere Stimme, als in den vorherigen Liedern. Die schwarze Messe wird hier gekonnt spielerisch umgesetzt und bietet somit einen perfekten Ausklang.


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GhΓΆrnt bieten dem HΓΆrer feinsten satanischen Schwarzmetall aus der Schweiz, der Umstand der gewΓ€hlten Mundart, verleiht „Nedchrescht“ ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Musikalisch muss sich dieses Werk nirgends verstecken und steht auch anderen, Γ€hnlich veranlagten Kapellen in nichts nach. Ich wurde knappe 32 Minuten bestens „unterhalten“, wenn das hier ΓΌberhaupt die richtige Verlautbarung darstellt. Schwarzmetall, der seine Bezeichnung in jedem Punkt zu erfΓΌllen weiß!

Titelliste:

1. ZerstΓΆrt
2. Nedchrescht
3
. Γ„ndzyt ​
4. Tote Land
​
5. TrΓΌmmer
​
6. Trist
​
7. ZeremonieΒ 

 

ErhΓ€ltlich ist das gute StΓΌck [HIER]

GhΓΆrnt im Netz [HIER]

Dominance of Darkness im Netz [HIER]

 

Rezension: Todfeind
Bilder: GhΓΆrnt