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Heute soll es um die Einmanntonschmiede โ€žTotensturmโ€œ gehen, da hier vor kurzem das Erstlingswerk โ€žRitualgenozidโ€œ erschien. โ€žTotensturmโ€œ klingt fรผr den Anfang weitestgehend unspektakulรคr, ein typisch gewรคhlter und fรผr Schwarzmetall รผblicher Name. Musikalisch fรคhrt man allerdings durchaus andere Geschรผtze auf.

Das Projekt aus Frankfurt am Main erwachte im letzten Jahr (2020) aus der Finsternis und hinterlรคsst mit dem Kurzalbum โ€žRitualgenozidโ€œ die erste verbrannte Erde. Darauf mรถchte ich in den folgenden Zeilen etwas genauer eingehen.


Mit etwas รผber 20 Minuten Spielzeit , aufgeteilt in vier Lieder, wurde es offiziell als EP deklariert, was zu befรผrworten ist. Die Aufnahme der Instrumente, der Gesang, sowie die Gesamtqualitรคt bewegt sich auf wirklich hohem Niveau und erscheint daher nicht wie eine gewรถhnliche Demoaufnahme. Man merkt, dass โ€žAbdirothโ€œ langjรคhrige musikalische Erfahrung im Gepรคck hat.

Leider gibt es die Verรถffentlichung bisher nicht als physischen Tontrรคger und wurde nur digital auf die zukรผnftige Hรถrerschaft losgelassen. Dieser Umstand ist auch schon mein grรถรŸter Kritikpunkt in dieser Rezension.

Ritualgenozid kommt ohne Ein- beziehungsweise Ausklang. Die vier Titel sind also โ€žvollwertigโ€œ, was ich bei der vorliegenden Spielzeit durchaus schรคtze.


Den Einstieg macht der Titel โ€žRitualgenozidโ€œ, der langsam ins Rollen kommt aber dann auch, in gezielten Momenten , das Tempo erhรถht. ร„hnlich verhรคlt es sich bei den anderen Liedern โ€žKrieg der Totenโ€œ, โ€žNachtgรคngerโ€œ sowie โ€žSchwarzes Reichโ€œ, wobei die ersten beiden Titel schon fast doomartige Passagen enthalten. Vormerklich bewegt man sich im mittleren Geschwindigkeitssegment, nur einzelne Abschnitte weisen ein angezogenes Tempo auf.ย Diesen Aspekt werte ich zu keiner Zeit negativ, obwohl ich kein groรŸer Freund von โ€žDoom Metalโ€œ bin.

Es wirkt einfach keineswegs langatmig. Nicht nur abwechselnde Geschwindigkeiten sind zu finden, auch die Instrumente werden nicht nur stumpf herunter gerissen, sondern Schlagwerk und Gitarren gezielt und durchaus gekonnt eingesetzt. Hierdurch entstehen musikalische Abwechslungen, ohne dabei in die Kategorie des melodischen Schwarzmetalls oder ร„hnlichem zu fallen. Die Stimme von Abdiroth fรผgt sich hervorragend ein und bringt genretypisch der Erdbevรถlkerung auf gewaltige Weise Tod und Hass.

„Nachtgรคnger“, der dritte Titel im Bunde ist, anders als seine Vorgรคnger deutlich stilsicherer unterwegs. Gerade der „Black’n Roll“ Einstieg ist sehr gelungen und zieht sich, bis auf wenige Ausnahmen durch das ganze Tonstรผck, wird aber immer wieder von schnelleren, drรผckenderen Abschnitten abgelรถst.

Interessant ist der Wechsel zwischen wirklich „doomigen“ Stellen, die dann alsbald abgelรถst werden und in schnelleren, midtempolastigen Schwarzmetall รผbergehen. Abwechslung ist hier in jedem Fall garantiert.


Inhaltlich wรผrde man โ€žTotensturmโ€œ wohl im okkulten Bereich ansiedeln. Durch die Klangart der Stimme, in Verbindung mit den gewรคhlten Inhalten, kรถnnte man hier einen Vergleich zu โ€žCamulosโ€œ ziehen, wenn man denn wollte. Die Texte sind, fรผr den geรผbten Hรถrer gut verstรคndlich und vereinfachen so das inhaltliche Nachempfinden.

Die Texte wurden durchweg in deutscher Sprache verfasst. Insbesondere im Titel โ€žSchwarzes Reichโ€œ setzt man auch gezielt auf Klargesang, um die entstandene Atmosphรคre zu verdeutlichen. Als Abschluss bietet das genannte Stรผck die inhaltlich und musikalisch grรถรŸte Vielfalt und ist somit wohl auch der stรคrkste Titel auf dieser EP.


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Ohne, fรผr seine gerade einmal 20 minรผtige Spielzeit, zu ausgedehnt zu wirken und ohne zu verspielt zu klingen, liefert โ€žTotensturmโ€œ ein beachtliches kurzes Erstlingswerk ab, das zu verschiedenen Interpreten klangliche Parallelen aufweist.
Man kรถnnte meinen, es spielt hier ein Album einer Kapelle, die seit Jahren schon aktiv und fester Bestandteil im Schwarzmetall ist. Erstverรถffentlichung hin oder her – starkes Werk!

Rein hรถren lohnt sich allemal und man sollte den โ€žTotensturmโ€œ bei zukรผnftigen Verรถffentlichungen im Blick behalten, welche dann hoffentlich den Weg auf die bevorzugten Tontrรคger finden.

„Totensturm“ im Netz auf Bandcamp: https://totensturm.bandcamp.com/releases

 

Und fรผr alle, die Youtube bevorzugen:

 

Rezension: Hermann / Todfeind
Bilder: Totensturm