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„Nur als Einheit ist der Sieg zu erringen, allein ΓΌberleben wir nicht mehr die Nacht“

Der folgende Beitrag wird die GemΓΌter wieder erhitzen, fΓΌr einige Augenroller sorgen und Diskussionen in allen Ecken entfachen. Dennoch brennt er uns unter den NΓ€geln und bedarf einiger KlΓ€rungen.

Gleich vorne weg sei gesagt, dass es hier nicht um persΓΆnliche Empfindungen geht, sondern vielmehr um die Tatsache, dass Behauptungen im Raum stehen und wir mit diesen Zeilen versuchen damit aufzurΓ€umen und Klarheit zu verschaffen.


Nun, worum geht es genau? In sozialen Netzwerken und auch in persΓΆnlichen GesprΓ€chen tauchen immer wieder folgende Aussagen auf:

„Black Metal und Clubs/Gemeinschaften/Bruderschaften (der Terminus ist dabei irrelevant) passen nicht zusammen, das Eine schließt das Andere aus!“

„Ich unterwerfe mich keinen Gesetzen oder Regeln, irgend einer Gemeinschaft!“

„Ich bin Misanthrop und kann nicht mit anderen Menschen, somit funktioniere ich nicht mit einer Gemeinschaft“

„Black Metal und Regeln schließen sich gegenseitig aus, daher sind Gemeinschaften Unsinn, die einem Regelwerk oder Leitsatz unterliegen“

Wir mΓΆchten, nicht unbedingt auf jedes Wort, jedoch auf den Kern der oberen Aussagen eingehen und anhand kleiner Beispiele erlΓ€utern, wieso die meisten Aussagen haltlos und am Ende nichts weiter als persΓΆnliche Empfindungen sind.


„Black Metal und Clubs/Gemeinschaften/Bruderschaften (der Terminus ist dabei irrelevant) passen nicht zusammen, das Eine schließt das Andere aus!“

Seit jeher gab es Vereinigungen in beinahe jeder Subkultur, auch im Genre Metal haben Diese bald einen festen Bestandteil ausgemacht. Hierbei ist vΓΆllig belanglos, ob Diese optisch den heutigen Ablegern entsprechen. Fakt ist, auch im Black Metal gab es bereits in den Anfangsjahren Gruppen und Vereinigungen, die sich zusammenschlossen. Entweder, weil man somit den Zusammenhalt stΓ€rker in den Mittelpunkt rΓΌcken wollte oder nur um zu zeigen, dass man zu einer bestimmten Kapelle oder einem Land gehΓΆrte, vielleicht auch der gleichen Gesinnung war. Als bestes Beispiel kann man hier wohl den „Black Circle“ aus Norwegen, der sich im „Helvete“ grΓΌndete, nennen (nicht die traurige KopieΒ  aus Dtl. von heute, die als aufgelΓΆst gilt). Die eingefleischten Szene-Mitglieder nannten sich Black- oder Inner Circle. Nach außen versuchte man damit den Eindruck einer organisierten Szene oder Struktur zu erwecken. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es eine solche Struktur niemals wirklich gab. Also auch damals versuchte man, gleichgesinnte unter einem Namen zu vereinen, ob nun von Erfolg gekrΓΆnt oder auch nicht, ist dabei unbeachtet zu lassen. Auch in den Jahren darauf formierten sich in anderen LΓ€ndern, zum Beispiel in den Vereinigen Staaten. Gruppierungen, die sich dem Schwarzmetall zugehΓΆrig sahen und die zweite Welle des Black Metal, inklusive der KirchenbrΓ€nde in den USA etablierten. Man darf also festhalten, Gemeinschaften jedweder Form gab es auch in den ersten Jahren schon, Schwarzmetall und Vereinigungen sind somit keine gegensΓ€tzlichen Dinge.


„Ich unterwerfe mich keinen Gesetzen oder Regeln irgend einer Gemeinschaft!“

„Black Metal und Regeln schließen sich gegenseitig aus, daher sind Gemeinschaften Unsinn, die einem Regelwerk oder Leitsatz unterliegen“

Diese zwei Aussagen vereinen im Kern genau einen Punkt, das „keine Regeln und Gesetze“ Prinzip. Dazu gibt es mehrere Gegenargumente, die man sich sogar mit etwas Verstand weitestgehend selbst beantworten kann. Jeder, auch der „Black Metal Warrior“ der so gern auf alles scheißt, unterliegt Regeln und Gesetzen! Ob es die strafrechtlichen Gesetze sind, Arbeitsgesetze oder einfach gesellschaftliche Normen, die auch als Gesetz oder Regel verstanden werden kΓΆnnen. Somit entbehrt diese Aussage schon von vornherein jedweder Logik, insofern man nicht allein im Wald lebt, keiner Arbeit nachgeht und auch sonst eher der Gesetzlose ist. Da Niemand innerhalb dieser Szene diese Kriterien erfΓΌllt, fast Alle arbeiten, einkaufen oder mit der Partnerin und deren Eltern essen gehen, unterliegen somit Alle diesen Normen und Regeln. Wieso sind dann Jene immer der Meinung, Black Metal und Regeln ginge nicht konform? Man kann es doch auch im Privatleben, oder hΓΆrt man dann auf „Schwarzmetaller“ zu sein?

Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur ΓΌberhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt ΓΌberall keine Regellosigkeit – Kant

Man darf also auch hier getrost festhalten, Regeln gehΓΆren zum Leben, gewΓ€hrleisten eine gewisse Ordnung und sichern darΓΌber hinaus auch den Bestand der Sippe oder der jeweiligen Gemeinschaft! NatΓΌrlich kann man, das sei festgehalten „in seiner Freizeit darauf verzichten“, das heißt: Es wird niemand gezwungen, sich einer Bruderschaft oder Γ„hnlichem anzuschließen, wer darauf keine Lust hat, damit nichts anzufangen weiß und sich privat nicht auch noch Regeln unterwerfen mΓΆchte, dem steht es frei, sich aus diesen Kreisen fernzuhalten. Nichtsdestotrotz entbehrt die Aussage „es passt nicht zusammen und ich akzeptiere keine Gesetze und Regeln“ jedweder Grundlage.


„Ich bin Misanthrop und kann nicht mit anderen Menschen, somit funktioniere ich nicht mit einer Gemeinschaft“

Nein! Ganz klar nein! Der echte Misanthrop, also der, der Menschen und zwar ausnahmslos Alle, verabscheut und somit ein Einsiedlerleben fristet, den sucht man in dieser Szene wohl vergeblich. Ja Misanthropie ist ein wesentlicher Bestandteil des Black Metal und ja, sicherlich haben viele innerhalb dieser Szene eine soziale Abscheu gegen Normen und vereinzelte BevΓΆlkerungsgruppen oder Menschenmassen, das ist aber per Definition lΓ€ngst keine Misanthropie! Jeder, der sich trotz seines vermeintlichen Menschenhasses, am Wochenende mit Kollegen gemeinsam ein Bier gΓΆnnt, arbeiten geht oder auf Konzerten herumstolpert kann logischer Weise kein „Misanthrop“ sein.

NatΓΌrlich kann man trotz allem keinen Bedarf an Gemeinschaft haben, die Struktur als solches ablehnen oder sich gegebenen UmstΓ€nden nicht unterordnen wollen, dagegen spricht auch nichts, entkrΓ€ftet aber die oben stehende Aussage.


Halten wir also fest:

Eine Gemeinschaft, Bruderschaft oder wie auch immer man so einen Personenzusammenschluss fΓΌr sich selbst bezeichnet, ist nicht Jedermanns Angelegenheit und das muss es auch nicht. Jedoch immer behaupten „das passt nicht, das geht nicht“ ist weder von Anstand geprΓ€gt noch zeugt es von viel Verstand. Zumal es oft Jene sind, die einer gewissen Epoche der jΓΌngeren Geschichte zugeneigt sind, totalitΓ€res und geordnetes Leben also im Endeffekt begrüßen und besingen – zeitgleich dann aber Regeln, Ordnung und Gemeinschaft ablehnen. Ein Wiederspruch in sich und sollte den Ein oder Anderen vielleicht bei kΓΌnftigen Aussagen ins GedΓ€chtnis gerufen werden!


Zum Abschluss:

Es bleibt Jedem selbst ΓΌberlassen, ob er sich bestehenden Gemeinschaften anschließt, diese ignoriert oder ablehnt – dann aber immer aus persΓΆnlicher Empfindung heraus – nicht, weil es nicht passt!

In der Einheit liegt die StΓ€rke – In unitate firmitas

Grüße gehen an die ΓΌblichen VerdΓ€chtigen, Freunde, Sympathisanten und Gruppierungen – die Ihren Weg unaufhΓΆrlich weiter gehen!