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Anfang des Jahres rezensierten wir bereits „ÞurisabloΓΎa“ und konfrontierten uns erstmals selbst mit antikosmischen heidnischen Schwarzmetall aus Deutschland. Zurecht kann man Urfeind als Pioniere dieser thematischen Auslegung innerhalb der Landesgrenzen betrachten, die sich selbst der thursischen Tradition verschrieben haben .

Erneut wurden uns die Tonaufnahmen, der fΓΌr das kommende Jahr geplanten EP „WraiΓΎaz“ zugesandt um uns vorab ein Bild des neuen Werkes zu verschaffen. Wobei hier „Bild“ eher die falsche Bezeichnung ist, da wir lediglich die Musik haben und uns somit auch rein aus musikalischer Sicht mit der VerΓΆffentlichung auseinandersetzen kΓΆnnen.


Wir kânnen den Aspekt der optischen Darbietung in Form von Hülle, Beiheft etc. somit nicht in einen Gesamteindruck fließen lassen und beschÀftigen uns in den folgenden Zeilen ausschließlich mit dem, was hier akustisch geboten wird.


„WraiΓΎaz“ kann wohl, nach unseren Recherchen nach, mit „zornig“ umschrieben werden. Gezielt verwenden Urfeind altgermanische WΓΆrter, mit denen sich der HΓΆrer erst einmal beschΓ€ftigen muss, um zu verstehen wohin die Reise auf dem vorliegenden Werk gehen wird.

Die EP kommt mit vier Titeln und einer Spieldauer von etwa 21 Minuten, entsprechend lang sind die jeweiligen StΓΌcke (zeitlich gesehen) ausgefallen.

Nine To Zero, das EinstiegsstΓΌck klingt nach dem, was ich auch auf Anhieb aus dem Bauch heraus von Urfeind erwartete. Diesen Stil musikalisch genau einzuordnen dΓΌrfte nicht wirklich einfach sein, vor allem wenn man nur wenig mit der Kapelle vertraut ist.Β  Im Gegensatz zum Vorwerk fΓ€llt eins sofort auf, der Klang ist deutlich klarer und krΓ€ftiger, insbesondere das Schlagzeug kommt im ersten Titel hervorragend zur Geltung. Hohe Gitarrenriffs begleiten den HΓΆrer durch das gesamte StΓΌck und bilden einen fast schon hypnotischen Grundklang, wΓ€hrend das Schlagwerk gezielt den Rhythmus vorgibt. Die wechselnde Geschwindigkeit in Zusammenarbeit mit den erwΓ€hnten KlΓ€ngen, bringen eine gelungene, beinahe chaotische Stimmung zu Tage. Die Stimme von Skadwaz bleibt eher im Hintergrund und versorgt das GehΓΆr mit einem tiefen GefΓΌhl der SchwΓ€rze.

Das zweite StΓΌck mit dem Namen „Void“ geht deutlich schneller zur Sache, das Tempo wird rasant angehoben und bleibt, bis auf an wenigen Stellen gleichbleibend treibend. Auch hier finden sich die kreischenden Riffs wieder und ziehen den Verstand in die titelgebende Leere. Hier fΓ€llt erstmals auf, dass die Minuten, die erst relativ lang erscheinen, wie im Rausch vorbeiziehen.

Anthem Of Decay schaltet hingegen zu Beginn wieder einen Gang zurΓΌck und wirkt nachdenklicher, als die vorangegangenen StΓΌcke. Auch die Stimme ist hier etwas mehr in den Vordergrund gehoben und verleiht der „Hymne des Verfalls“ einen gewissen Nachdruck. Man hΓΆrt in diesem TonstΓΌck und spΓΌrt sie auch, die Ernsthaftigkeit.

Das letzte Lied der EP trΓ€gt den Titel „Inner Rampage“ und kann direkt mit „innerer Aufruhr“ oder „dem Kampf im Inneren“ ΓΌbersetzt werden. Konflikte, die jeder nur allzu gut kennt. Ob auch hier entsprechend jene Konflikte thematisiert werden bleibt vorerst offen, da wir die Texte leider nicht exakt nachempfinden kΓΆnnen. Diese werden dann eventuell in der fertigen EP zu finden sein. Musikalisch bietet „Inner Rampage“ eine Mischung aus kraftvollen KlΓ€ngen, die einen Konflikt durchaus unterstreichen und einer rasanten Spielweise, die eine Aufruhr akustisch durchaus nachvollziehbar erscheinen lassen.


Fazit: Kurz aber knackig! Vier Titel, gespickt mit reichlich versierter Gitarrentechnik, reißerischem Schlagzeug und einer Stimme, die (für meinen Geschmack) etwas zu sehr im Hintergrund bleibt. Das verleiht dem Gesamtklang zwar eine gewisse mystische Stimmung, würde aber andererseits zum besseren VerstÀndnis beitragen, wenn sie etwas hârbarer wÀre. Grundlegend wird dem geneigten Hârer feinster antikosmischer Schwarzmetall geboten, der nur schwer vergleichbar mit anderen musikalischen Darbietungen ist. Ich wurde 21 Minuten feinster Finsternis und ausgesetzt. Mit wenig Licht, einer entsprechenden hÀuslichen AtmosphÀre, kann man hier durchaus eine Reise in weite Abgründe erleben.

Digitale Vorbestellung unter: https://urfeind.bandcamp.com/album/wrai-az

Bilder: Urfeind
Rezension: Todfeind