π•­π–šπ–—π–π–π–†π–—π–™π–˜π–›π–Žπ–“π–™π–Šπ–— – „𝕸𝖔𝖗𝖉𝖇𝖗𝖆𝖓𝖉“ – π•½π–Šπ–Ÿπ–Šπ–“π–˜π–Žπ–”π–“

Dieser Tage verΓΆffentlichten Burkhartsvinter ihr drittes Vollalbum, mit dem Titel „Mordbrand“. Wir haben uns dieses neue Klangwerk unter den Nagel gerissen und schauen beziehungsweise hΓΆren hier etwas genauer rein. Ob sich das Werk lohnt und wer hier am ehesten zuschlagen sollte, werden die folgenden Zeilen genauer beleuchten.Β 


Burkhartsvinter ist eine Dreimannschmiede, die von „Hellstone“ Anno 2013 gegrΓΌndet wurde. In den darauffolgenden Jahren kamen S. Shynder am Schlagzeug und Wendul am Bass hinzu. In dieser Formation wurde bereits das Vorwerk „HohenkrΓ€hen“ produziert und verΓΆffentlicht. (https://germanitasothala.com/2018/06/22/burkhartsvinter-hohenkraehen-albumanalyse/)



Nun widmen wir uns aber der neuen Platte, diese liegt uns als CD im „Jewelcase – Format“ vor, bietet sechs Titel mit insgesamt knapp 48 Minuten Gesamtspieldauer. Ein zehnseitiges Beiheft findet ebenfalls seinen Platz und ist mit allerhand Texten und Bildmaterial versehen. Das Deckblatt macht einen kΓΌnstlerisch guten Eindruck und insgesamt ist die Aufmachung schlicht, jedoch stilvoll und entsprechend der Thematik gehalten.Β 




Den musikalischen Einstieg auf „Mordbrand“ ΓΌbernimmt der klangvolle Titel „Othala Alemannia“ Ein nicht nur auf hΓΆrbarer Ebene ein gelungenes EinstandsstΓΌck, sondern auch inhaltlich. So rechnen die Herren einerseits mit diversen ZustΓ€nden ab und besingen zugleich Heimat und Verbundenheit. Das Ganze wird in einen Mantel mit dΓΌsteren, sehr rohen GitarrenklΓ€ngen gehΓΌllt, die sich im Tempo stetig abwechseln. So ist der Anfang noch schnell und hart, wechselt dann aber zu treibenden langsameren Abschnitten im „Midtempo“. FΓΌr meine Ohren sehr angenehm, man wird nicht gleich erschlagen und kann sich an den Klang des Albums gewΓΆhnen.Β 

„When Satan Calls To Arms“ folgt direkt im Anschluss und hier wird man alsbald in mitreißenden und treibenden Schwarzmetall gesogen, der musikalisch doch deutlich an alte Zeiten angelehnt ist. Roh, fast schon bewegungsanimierend, sodass ruhig sitzen bleiben beinahe unmΓΆglich erscheint. Gerade der ebenfalls im Midtempo angesiedelte Grundton mit wirklich gelungenem Doppelbass, der einen regelrecht durch das TonstΓΌck hetzt. Inhaltlich wird hier mit den abrahamitischen ReligionsgeschwΓΌren abgerechnet, was natΓΌrlich zusΓ€tzlich zu gefallen weiß.Β 

Der Albumtitel „Mordbrand“ kommt ebenso hetzerisch und brachial rΓΌber, wie sein Vortitel und unterscheidet sich auch inhaltlich nur wenig von Selbigem. Burkhartsvinter kommt auf diesem Album provozierend, hasserfΓΌllt und mit reichlich VorschlΓ€gen, wie man die WΓΌstenreligionen „beseitigen“ kΓΆnnte. KΓ€mpferisch! Etwas, was in diesen Zeiten und GesellschaftszustΓ€nden leider immer seltener zu werden scheint. Umso „erfrischender“ wenn man dann eine geballte Ladung von allem durch den GehΓΆrgang geschmettert bekommt.Β 

Ich mâchte hier nicht allzu viel vorne weg nehmen, es soll selbstredend jeder Hârer in die Überraschung der gebotenen musikalischen und inhaltlichen Vielfalt eintauchen. Einen Titel muss ich allerdings noch erwÀhnen, der insbesondere wegen seiner AktualitÀt ins Auge sticht. 

Die Rede ist von „Ehre und Scheisse“!
Dieser Titel spricht aus, was wir leider seit Jahren ebenso empfinden wie kundtun. Die Verkommenheit einer „Szene“ die eben nicht mehr als das ist, ein Sumpf aus gescheiterten Existenzen, Geldgeiern und anderen Minusseelen. Je grâßer das GeltungsbedΓΌrfnis, desto schlimmer der Charakter. Das Ganze spiegelt sich gravierend im Black Metal wieder und wird hier aufΒ  feinste Art und Weise von Burkhartsvinter thematisiert, zerpflΓΌckt und abschließend darauf gespuckt. Grandios auf den Punkt gebracht und mit der dazugehΓΆrigen Portion Verachtung, ist hier eine Anti-Hymne entstanden!Β 


Insgesamt kann dieses Werk zum einen als Abrechnung und zeitgleich als Hommage bezeichnet werden, wobei die Abrechnung den grâßeren Teil einnimmt. Mir ist aufgefallen, dass ich vor allem mit dem Lesen der Texte beschΓ€ftigt war, um dann zu hΓΆren, wie diese musikalisch untermauert wurden. Komplett betrachtet spricht mir „Mordbrand“ an vielen Stellen aus der Seele und wird mit der passenden Musik, welche die Thematiken massiv hervorzuheben versteht,Β  zu einem kleinen Meisterwerk.Β 

Der Großteil wird dieses Album hâren, es gut oder eben schlecht finden, danach ins Regal rÀumen, ohne sich mit den Inhalten wirklich auseinandergesetzt zu haben. Vielleicht hat auch der ein oder andere selbstreflektierend darüber nachgedacht. Wie dem auch sei, jegliche Kritik ist gerechtfertigt und verdient für den Ausspruch allein schon Gehâr! 


https://www.youtube.com/watch?v=CtXWgLqv0io


Fazit: Der HΓΆrer bekommt hier schwere Kost vorgesetzt, die Art Kost, die eventuell dazu fΓΌhren kΓΆnnte, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen, denn sind wir ehrlich: Die angesprochenen Punkte in „Ehre und Scheisse“ erfΓΌllt wohl jeder zu einem gewissen Prozentsatz, die Frage ist wie bereit man ist, sich dies einzugestehen?Β 
Musikalisch hervorragend inszeniert und passend zu den jeweiligen Themengebieten, verflogen die 48 Minuten wie im Flug. Allein wΓ€hrend dieser Zeilen, lief das Werk bestimmt dreimal vollstΓ€ndig durch, ohne dabei eine Sekunde langweilig zu werden. Also, jeder der bereit ist, selbst den Spiegel vorgehalten zu bekommen, Lust auf klassisch rohen Schwarzmetall hat und genΓΌgend Verachtung verkraften kann, der sollte hier unbedingt zugreifen!

Zu erwerben gibt es das gute StΓΌck bei Burkhartsvinter hΓΆchstpersΓΆnlich oder bei Sturmglanz.
Zu faul zum suchen?:Β 

https://sturmglanz.de/store/

https://burkhartsvinter.bandcamp.com


Β 


Bilder: Burkhartsvinter
Rezension: Todfeind