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Zum Ende des Jahres bescheren uns Mavorim und Ad Mortem mit einem Zweiteiler, der den Namen „Iudicium Ultimum“ trΓ€gt, dies kann als „Das letzte Gericht“ ΓΌbersetzt werden. Ob sich dieses Werk lohnt, es den Ausklang des Jahres noch einmal bereichern kann oder eher Ohrenkrebs erzeugt, sollen folgende Zeilen klΓ€ren.


Beide Kapellen sind lΓ€ngst zu festen Bestandteilen der deutschen Schwarzmetall Landschaft herangewachsen, somit ist das Zusammenspiel hier kaum verwunderlich. Musikalisch unterscheiden sich Beide indes hΓΆrbar.
Dieser Umstand sorgt jedoch fΓΌr die gewisse WΓΌrze.
Die Zweimannschmiede Mavorim, die ihren Sitz aus Niedersachsen ins AllgΓ€u verlegte, treibt seit 2014 ihr Unwesen und wartet mit bisher neun VerΓΆffentlichungen auf, das aktuelle Werk mit eingerechnet. Ad Mortem, bestehend aus drei versierten Musikern, darunter „Henker“, der in einigen weiteren musikalischen Projekten mitwirkt. Aus Sachsen stammend und mit bisher drei Werken seit ihrem Bestehen, auch hier ist das Aktuelle bereits mit eingerechnet.


 

Den Anfang auf „Iudicium Ultimum“ begehen wir mit Mavorim, die auch den Einstieg ΓΌbernehmen. Mit vier Titeln sind sie vertreten, einen weniger als Ad Mortem. SpΓΌrbar und selbstredend hΓΆrbar ist hier, ab der ersten Sekunde eines:Β  Mavorim haben tief in die musikalische Trickkiste gegriffen und etwas unbeschreiblich intensives dabei herausgekramt. Das Intro oder auch „PrΓ€ludium“ verrΓ€t noch nicht all zuviel, genau das Γ€ndert aber „Tod und Teufel“. Ein unglaublich melodischer Riff schleicht sich in unsere GehΓΆrgΓ€nge und setzt sich dort fest mit der Frage „wieso klingt das eigentlich so vertraut?“. Unbeantwortet gelassen, erfolgt alsbald das nΓ€chste Hoch im gleichen Titel –Β  Klargesang!
So passend, dass man vermuten mΓΆchte, es sei schon immer Teil der Kapelle gewesen und man hΓ€tte noch nie etwas anderes gehΓΆrt.

Mavorim hat sich mit diesem Zweiteiler nicht nur musikalisch erheblich weiterentwickelt, sondern auch atmosphΓ€risch einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Es geht runter wie Γ–l, ohne dabei abgedroschen zu klingen und so wird man verleitet, immer wieder einen Titel zurΓΌck zu springen, um eventuell noch etwas zu hΓΆren, dass man vorher ΓΌberhΓΆrt haben kΓΆnnte. Dabei steigert sich das GefΓΌhl der Vertrautheit erneut.

Im Gegensatz zu den vorherigen Werken, auf denen Mavorim noch deutlich roher unterwegs waren, erlaubt man sich hier einen gewissen Tiefgang, der definitiv zu gefallen weiß – mir jedenfalls. „All meine Seelen“ bietet den, beinahe filmreifen Abgang der ersten HΓ€lfte. Gerade ab zirka der HΓ€lfte, eingeleitet von einem simplen aber enorm stimmigen Klampfensolo, wird man in druckvollen und mitreißenden Schwarzmetall gezogenΒ  – großartiges Kino!


 

Weiter geht es mit Ad Mortem, sie bilden den zweiten Teil des Machwerks und legen sich gleich beim Einstieg ordentlich ins Zeug. FΓΌnf Titel, einschließlich des Ausklangs werden uns geboten, den Einklang ΓΌbernimmt das StΓΌck „Dem Tod zu Ehren“. Hier weiß der HΓΆrer gleich in welche Richtung sich Ad Mortem bewegt, die melodische Zeit mit Mavorim ist nun vorbei und man praktiziert klassisch rohen Schwarzmetall. Bereits im ersten Titel wechselt man gekonnt zwischen mitreißenden Midtempo und brachialem GeknΓΌppel! Wer Ad Mortem kennt, dem wird hier das Herz aufgehen, es wird genau das geboten, was man erwartet. SchnΓΆrkelfrei, mit versierten Riffs und donnerndem Schlagwerk, geht es von Titel zu Titel. „Schwarzes Blut“ beginnt noch relativ gemΓ€chlich, springt dann aber wieder zum bewΓ€hrten Wechselbad zwischen genickzwirbelndem Midtempo und ordentlichem „Blastbeat“ (Wie man ihn frΓΌher so schΓΆn nannte).

WΓ€hrend sich der erste Teil unter Mavorim noch maßgeblich mit Melodie und ausgefeilten KlΓ€ngen beschΓ€ftigte, steht der zweite Teil nur noch fΓΌr Abriss – also absolut kontrΓ€r! Lediglich der vorletzte Titel „Vernichtungsschlag“ schaltet kurzweilig einen Gang runter um sich zum Ende hin noch einmal brachial und reißerisch zurΓΌck zu melden.
„…Auf ewig verdammt“ bietet dann die ersehnte HΓΆrgangserholung und lΓ€sst das GemΓΌt, mit sphΓ€rischen KlΓ€ngen, dann letztlich abkΓΌhlen.

 


Fazit:

Ad Mortem und Mavorim bieten hier ein kleines Meisterwerk voller IndividualitΓ€t.
Trotz der thematisch Γ€hnlichen Auslegung beider Kapellen, wird der HΓΆrer hier mit zwei vΓΆllig unterschiedlichen Variationen deutschen Schwarzmetalls konfrontiert.
Melodisch mitreißend trifft auf hasserfülltes Geballer! Eine gelungene ErgÀnzung, denn so bekommt jeder etwas geboten, vâllig egal was man persânlich favorisiert.  Hier haben beide Tonschmiede bewiesen, was sie kânnen und in welcher musikalischen Ausrichtung ihr Talent und Schaffen liegt.
Ein rundum gelungenes StΓΌck Tonkunst!

ErhΓ€ltlich ist der Zweiteiler ΓΌber die Kapellen selbst und Purity Through Fire.
Ein schlicht gestalteter musikalischer Leckerbissen im „Jewelcase“.
Mich persΓΆnlich hΓ€tten noch die Texte interessiert, denn insbesondere bei Ad Mortem gehen diese leider im Chaos des Klangs etwas verloren.
Nichtsdestotrotz war es fΓΌr mich und sicher auch fΓΌr jeden, der schon das VergnΓΌgen hatte hinein zu hΓΆren, ein echtes Erlebnis –Β  absolut zu empfehlen!

 

 

 

Rezension: Todfeind
Bilder: Mavorim, Ad Mortem