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Sechs Jahre sind bereits ins Land gezogen, seit dem das ostdeutsche Schwarzmetallprojekt Silberbach sein letztes und hervorragendes Album ,,A Prayer of Mass Destruction” verΓΆffentlicht hat. Das letzte musikalische Lebenszeichen ist allerdings weit weniger alt, denn als BonusstΓΌck fΓΌr die Vinylversion des letzten Langspielers prΓ€sentierten Silberbach ein 24 minΓΌtiges Lied mit dem Titel ,,A Glimpse in the Obsidian Abyss”, welches bereits eine stilistische Weiterentwicklung zum Material des VorgΓ€ngers darstellte. Die AnkΓΌndigung fΓΌr ein neues Album mit dem Namen ,,SΓ©ance Obscure” weckte dann natΓΌrlich Neugier und Vorfreude auf die Wege, welche Silberbach nun einschlagen werden. Ob ,,SΓ©ance Obscure” an die hohe QualitΓ€t der letzten Silberbach-Alben anknΓΌpfen kann, soll diese Rezension klΓ€ren.


ErhΓ€ltlich ist SΓ©ance Obscure in sΓ€mtlichen gΓ€ngigen Formaten, von denen uns zum Zwecke dieser Rezension die am 01.07.2020, ΓΌber ,,Dominance of Darknessβ€œ verΓΆffentlichte Vinyl-Version vorliegt. Die Schallplatte ist verpackt in ein schickes Gatefold-Cover, in welchem die Texte des Albums, sowie Fotos der beteiligten KΓΌnstler abgedruckt sind und auf welchem die Frontgestaltung des Albums wunderbar zur Geltung kommt. Der erste Eindruck des Albums fΓ€llt also bereits positiv aus, nun gilt es herauszufinden, ob auch die Musik dieses positive Urteil untermauern kann.

Bereits die ersten KlΓ€nge des neuen Werkes, welche eines Intros entbehren, machen ersichtlich, dass der auf ,,A Glimpse in the Obsidian Abyss” eingeschlagene Stil fortgefΓΌhrt wird. Das Tempo ist primΓ€r im mittleren Geschwindigkeitsbereich angesiedelt und anstelle von brachialer Gewalt, Abscheu und einem Hauch von Wahnsinn, wie es noch auf ,,A Prayer of Mass Destruction” der Fall war, setzen Silberbach auf eine surreale, unwirkliche und traumartig anmutende AtmosphΓ€re und eine instrumentale PrΓ€sentation, welche diesem Ziel gerecht wird. Betrachtet man das lyrische Thema des Albums, so erscheint dieser Weg auch als der einzig Richtige, denn das Eintauchen in die Psyche und ein Treffen mit den inneren DΓ€monen der Musiker hinter Silberbach, natΓΌrlich in stark metaphorischer Form, kann auf einen Fremden nicht nah und verstΓ€ndlich, sondern lediglich seltsam und unwirklich wirken. Genauso surreal kann das Eindringen in die eigenen AbgrΓΌnde auch auf die betreffenden Musiker wirken, der perfekte ZΓΌndstoff fΓΌr eine interessante musikalische Umsetzung also. Am einprΓ€gsamsten erweist sich daher der Einsatz psychedelischer GitarrenlΓ€ufe, wie sie zum Beispiel Verdunkeln verwendet haben, um eine unwirkliche Stimmung zu erschaffen. Dieses Element findet auch auf allen Liedern des Albums ΓΌppige Anwendung, um die traumartige Stimmung ΓΌber den Verlauf des Gesamtwerkes konstant aufrecht zu erhalten und eine innere Geschlossenheit zu erreichen. Doch auch der klassiche Black Metal kommt auf ,,SΓ©ance Obscure” nicht zu kurz und dies in abwechslungsreicher Form. Der Auftakt des Albums, Rhodopsinum (Acceptance), wartet mit einigen erhabenen Melodien, sowie bedrohlich schleppenden Midtempo Passagen auf, wohingegen das zweite StΓΌck des Albums den Wechsel zwischen Bedrohlichkeit und Erhabenheit zugunsten mystischer Gitarrenriffs und einer allgemeinen Fokussierung auf eine surreale AtmosphΓ€re eintauscht. Diese Fokussierung wird anschließend im abschließenden StΓΌck der A-Seite, Witness (Hope), fortgesetzt, hier wiederum verfeinert mit einer Vielzahl von melancholischen Melodien, welche auch diesem Lied einen vollkommen eigenen Charakter verleihen.

Γ„hnlich eigenstΓ€ndig prΓ€sentiert sich dann auch Seite B von SΓ©ance Obscure, welche mit dem vorletzten StΓΌck des Albums, Eosphoros (Anger) und einem atmosphΓ€rischen Zusammenspiel aus Gitarren und Schlagzeug eingeleitet wird und anschließend mit einer wesentlich aggressiveren Grundstimmung und dem verstΓ€rkten Einsatz von Dissonanzen aufwartet. Vor allem Athanassius’ Stimme trΓ€gt einen Großteil zur waffenstarrenden Stimmung des Liedes bei, genauso wie sie dies im abschließenden StΓΌck des Albums, Hereafter (Denial), wiederholt. Der Ausklang des Albums ist Γ€hnlich bedrohlich gestaltet wie sein VorgΓ€nger, doch dient diese AggressivitΓ€t hier vermehrt zum Spannungsaufbau. Diese Spannung entlΓ€dt sich dann in einem teils nachdenklichen, teils sogar hoffnungsvollen Ende, untermalt von diversen KeyboardklΓ€ngen, welches das Album wΓΌrdevoll schließt und den HΓΆrer aus dem Abgrund Silberbachs entlΓ€sst.


Fazit:

Wie bereits in der Rezension erwΓ€hnt, versprachen Silberbach ein Album, welches in des Projektes innere AbgrΓΌnde blickt und dieses Ziel erfΓΌllt das Album vollkommen. SΓ©ance Obscure wartet mit einer interessanten, traum.- und andersartigen AtmosphΓ€re auf und verbindet diese auf faszinierende Weise mit klassischer, aber Γ€ußerst abwechslungsreicher Black Metal Instrumentation. Mal finster und bedrohlich, mal melancholisch und nachdenklich, begleiten Silberbach ihre HΓΆrer durch ihr neues Album, welches erneut schwer vergleichbar mit seinen VorgΓ€ngerwerken und als vollkommen eigenstΓ€ndig in der Diskographie Silberbachs auftritt, aber sich in den Reigen hervorragender VerΓΆffentlichungen dieses Projektes einreihen kann. Unser Fazit lautet daher, wer auch schon frΓΌher Silberbach zu mΓΆgen gelernt hat, der wird auch vom neuen Album nicht enttΓ€uscht werden, umfasst es doch erneut alle hervorragenden QualitΓ€ten seiner VorgΓ€nger, ohne dabei stagnant zu wirken und altes zu wiederholen, sondern bleibt stets erfrischend und eigenstΓ€ndig. Wer Silberbach bisher noch nicht kannte, aber gerne professionell gespielten und auf AtmosphΓ€re und Stimmung ausgerichteten Schwarzmetall sein Ohr leiht, der wird mit SΓ©ance Obscure ein Werk nach seinem Geschmack finden. FΓΌr uns gilt daher nur zu sagen, dass fΓΌr Silberbach und ,,SΓ©ance Obscure” eine klare Kaufempfehlung gilt!

ErhΓ€ltlich ist SΓ©ance Obscure bei Dominance of Darkness,Β Obscure Abhorrence undΒ Narbentage Produktionen.

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