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Bereits im Winter 2017 zu 2018 entstanden die Klรคnge fรผr „Hellstrike“, das neueste Werk der Thรผringer Waffentrรคger des Gehรถrnten. Das Magnetband, welches 2020 รผber Worship Tapes verรถffentlicht wurde, dreht just in diesem Moment seine Runden im heimischen Kassettenrekorder und belรคstigt die bereits schlafende Nachbarschaft. Ob sich die Anschaffung lohnt, sollen wie รผblich die folgenden Zeilen klรคren.


Vor mir liegt ein klassisches Tape, welche vor allem im Schwarzmetall ein groรŸes „Comeback“ feiern oder besser gesagt, eigentlich nie so recht wegzudenken waren. Klassisch rรคudiger Klang gehรถrt schlieรŸlich auch in eine, dafรผr geeignete Verpackung. Auch die Waffentrรคger Luzifers produzieren einen derart passenden musikalischen Ton, dass dieser einfach einer Kassette wรผrdig erscheint.

Das „Hellstrike“ Album ist auf ein 60 Minuten Tape gespannt und kommt mit satten 12 Tonstรผcken, welche die vorgegebene Zeit auch beinahe vollstรคndig beanspruchen.ย  Aufgeteilt in „Side: Hell und Side: Strike“ bekommt der geneigte Hรถrer einiges an Hasstiraden um die Ohren gepfeffert. Titel, mit klangvollen Namen wie: „New World Order“, „I Hate…“, oder „Sadogoat – Rape The Whore“ und „Satans Leibstandarte“ sorgen bereits beim bloรŸen Lesen der Titel fรผr reichlich hochgesteckte Erwartungen.

Ein wie รผblich schmales Beiheft ist ebenfalls Teil des Paketes und bietet neben der Titelรผbersicht auch einige Danksagungen und Bilder der Macher hinter diesem Hรถllenwerk.


Kommen wir zum musikalischen Teil von „Hellstrike“. Eigentlich kรถnnte man das gesamte neue Album in einem Satz treffend beschreiben, nรคmlich: „Ein typisches Waffentrรคger Album“. Da dies aber viel zu einfach wรคre und diesem musikalischen Erguss auch nicht gerecht werden wรผrde, gehe ich natรผrlich noch etwas ins Detail.

Instrumental bietet es neben rotzigen und schleppenden Abschnitten auch treibende Midtempoelemente, die es vorzรผglich verstehen den Hรถrer in Bewegung zu bringen, wippend und mit dem FuรŸ etwas zappelnd, versteht sich. Selbstverstรคndlich dรผrfen auch die schnellen, blastigen Elemente nicht fehlen, diese halten sich aber eher dezent im Hintergrund, was mir persรถnlich sogar am ehestenย  zusagt. Ich bin ehrlich, ich genieรŸe den Midtempoklang, der rotzend aus den Boxen meines kleinen Recorders drรถhnt. Das mag nicht jeder, aber es erinnert an die Anfangszeiten, an die Venomzeiten, als man Black Metal von Thrash im Prinzip kaum unterscheiden konnte. Die Thรผringer verstehen ihr Handwerk, sind instrumentalisch absolut versiert und spielen mit Leidenschaft, das lรคsst sich an der Hingabe deutlich heraushรถren, denn obwohl ich zu Beginn schrieb „…klassisches Waffentrรคger Album“, ist es jedoch keineswegs ein Abklatsch der Vorgรคnger. Die Riffs sind neu, der Klang wieder etwas verรคndert und thematisch, ja was will man thematisch eigentlich sagen?


Inhaltlich ist es, das erwรคhnte ich bereits in einer der letzten Rezensionen, das was man von z.B „Hellfucked“ erwarten wรผrde, sofern sie noch Material verรถffentlicht hรคtten. Also machen die Waffentrรคger da weiter, wo Hellfucked aufgehรถrt hat, aber um es prรคziser zu formulieren, ohne dabei ihren eigenen Stil zu verlieren. Sie sind schon was ganz Eigenes, lediglich die Texte, Inhalte und sicherlich auch die ein oder andere Attitude erinnert eben an erwรคhnte Kapelle.
Nichtsdestotrotz wird einem hier blasphemischer Hass der feinsten Sorte geboten, Jesus wรผrde am Kreuz rotierend schreien, wรผrde er hรถren, was ich gerade hรถre. Waffentrรคger Luzifers, aus Neustadt an der Orla, einem beschaulichen Ort in Thรผringen, machen noch Black Metal, wie man ihn sich dieser Tage oft vergeblich wรผnscht. Kompromisslos, auf Politik scheiรŸend und komplett wider dem Ungeist der Religionen.

„Judas Christ Homo Sexist“ ist ein Paradebeispiel fรผr diese Unangepasstheit, so wird hier wohl vor allem textlich auf jedwede Unart der Moderne gerotzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ach ja, die Stimme, wie konnte ich die denn vergessen. T.S Holocaust, so die liebliche Bezeichnung des Schreihalses, der aus voller Kehle, seine blasphemischen und menschenverachtenden Botschaften unter das gemeine und unwรผrdige Volk bringt. Diese Stimme fรผgt sich nahtlos in das musikalische Geschehen von „Hellstrike“ ein und kรถnnte passender nicht sein. Lediglich im letzten Stรผck des Albums (ein Misfits Cover) leiht R.Z. Totenwache dem Lied seine ebenso markante Stimme, auch hier vรถllig passend.


Kommen wir zum Gesamteindruck von „Hellstrike“,
Das mir vorliegende Tape ist wieder ein kleines Meisterwerk geworden, ganz im gewohnten und erhofften Stil der vorangegangenen Werke. Immer wieder wird eine Schippe oben drauf gelegt und man erfindet gern immer neue Abartigkeiten, um sich beim lieben Gott unbeliebt zu machen, mit absoluten Erfolg, wenn man mich fragt. Das Tape lรคuft bereits die vierte Runde in Folge und es wird noch immer nicht fad oder eintรถnig, ergo eignet es sich auch fรผr lรคngere Ritualabende.
Die Herren Waffentrรคger haben hier, meines Erachtens nach, ein vortreffliches musikalisches Werk fabriziert, das von Anfang bis Ende wirklich Freude macht, also Freude im Sinne von „wir gehen los und opfern einige Jungfrauen“. Im Ernst, ich kann hierfรผr nur meine vollste Empfehlung aussprechen und freue mich bereits auf die nรคchste Runde!

 

 

Rezension: Todfeind
Bilder: Waffentrรคger Luzifers