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Nach drei Jahren Wartezeit ist es nun vollbracht und ein neues Werk des deutschen Einmannprojektes Pestheim hat das Licht der Welt erblickt und trΓ€gt den Titel ,,RauhnΓ€chte”. Drei Jahre auf eine neue VerΓΆffentlichung von Pestheim zu warten war in der Vergangenheit eine Seltenheit, schließlich zeichnete sich das Projekt immer schon durch seine ProduktivitΓ€t und einen, damit verbundenen, regelmÀßigen VerΓΆffentlichungszyklus aus, doch ergibt sich aus dem, im Digipak enthaltenen Text, verfasst vom KΓΌnstler hinter Pestheim, Michael H. Frost, doch ein gutes Bild davon, warum es lange Zeit ruhig um das Projekt war. Angewidert von der Schwarzmetallszene und den heutzutage in ihr hochgehaltenen Normen und Werten, entschied sich Pestheim dennoch ,,RauhnΓ€chte” aufzunehmen, um den treuen AnhΓ€ngern der Kapelle dieses neue Material nicht vorzuenthalten und sich bei diesen fΓΌr die langjΓ€hrige UnterstΓΌtzung zu bedanken. Da wir schon seit langer Zeit angetan sind von Pestheims Musik und auch diese im Rahmen unserer MΓΆglichkeiten unterstΓΌtzt haben, so wollen wir dies fortsetzen und das aktuelle Album ,,RauhnΓ€chte” genauer unter die Lupe nehmen. Ob sich Pestheim innerhalb von drei Jahren geΓ€ndert haben und ob das neue Material nach wie vor ΓΌberzeugen kann, soll in der folgenden Rezension geklΓ€rt werden.


,,RauhnΓ€chteβ€œ ist am 01.03.2020 in Eigenregie von Pestheim verΓΆffentlicht worden, verpackt in Form eines schlicht gestalteten, aber dennoch schicken und hochwertigen Digipaks. Das Frontcover ziert ein großer, uralt anmutender Baum inmitten eines mit Schnee verhangenen Friedhofs und nimmt den HΓΆrer bereits beim bloßen Anschauen mit in eine finstere, kalte AtmosphΓ€re, passend zur Musik Pestheims, wie man sie bereits in der Vergangenheit kennenlernen durfte.
An der optischen Aufmachung des TontrΓ€gers lΓ€sst sich daher nichts aussetzen, kommen wir also zu den Herz und Nieren dieser CD, dem musikalischen Inhalt.

Wer das Einmannprojekt bereits in der Vergangenheit kennenlernen durfte, der wird sich auch auf ,,RauhnΓ€chteβ€œ sofort heimisch fΓΌhlen. Finstere, dissonante KlΓ€nge und das Prasseln eines brennenden Feuers erΓΆffnen das Werk, stimmen den HΓΆrer auf das Kommende gelungen ein und mΓΌnden in das StΓΌck ,,Die Flamme des Zornβ€˜sβ€œ, ein Lied, welches klassischen rohen Schwarzmetall der alten Schule liefert und welches es vermag, Kopf und Nacken in Bewegung zu setzen. Finster und kalt geht es auch auf dem nachfolgen StΓΌck ,,Wie einst die Altenβ€œ zu, weniger rockig zwar, verglichen zur Einleitung von ,,RauhnΓ€chteβ€œ, allerdings mit einer dicken AtmosphΓ€re, sowie SchlachtenlΓ€rm ausgestattet, sodass der HΓΆrer fΓΆrmlich in die Szenerie eines Schlachtfeldes versetzt wird, auf dem unsere Ahnen in lΓ€ngst vergangenen Zeiten stritten. Bevor aber der HΓΆrer akustisch in einen tiefschwarzen Abgrund fΓ€llt, erhellt Pestheim das Geschehen etwas. ,,Das Imperium der LΓΌgenβ€œ ist vor allem durch seine triumphalen, eingΓ€ngigen Melodien gekennzeichnet, die sich hin und wieder durch Passagen, welche Gift und Galle versprΓΌhen, unterstΓΌtzen lassen. Mit diesem Mix aus harten Passagen, welche an den Schwarzmetall der alten Schule erinnern und eher ruhig gehaltenen Abschnitten, welche Raum geben, um der Musik atmosphΓ€rische und melodische Tiefe zu verleihen, setzt sich ,,RauhnΓ€chteβ€œ auf dem Rest seiner SpiellΓ€nge fort. Lieder wie ,,Walpurgisβ€œ und ,,Long Forgotten Timesβ€œ versetzen den HΓΆrer in Klangbilder, welche geprΓ€gt sind von Melancholie und Mystik, wΓ€hrend ,,Ein Hauch von Todβ€œ und ,,Axe & Swordβ€œ vor allem durch ihr energiegeladenes, rohes Gitarrenspiel bestechen. So fΓΌgt sich das musikalische Mosaik des Albums dann auch zu einem Bild zusammen, welches unverkennbar an Pestheim erinnert. Michael H. Frost setzt auch auf seinem sechsten Album den Weg fort, welchen er vor bereits ΓΌber einer Dekade beschlossen hat zu gehen, dabei aber schreitend und nicht auf der Stelle tretend. Die musikalische Formel Pestheims wurde nochmals verfeinert, was man dem Album anmerkt. Alte Ideen kehren in alter Frische zurΓΌck oder wurden weiter verbessert, um die treuen AnhΓ€nger ein weiteres, ihrer UnterstΓΌtzung wΓΌrdiges Album zu prΓ€sentieren.


Fazit:

Abschließend kann man sagen, dass Pestheim auch nach 12 Jahren AktivitΓ€t nichts an seinem Charme verloren hat. Energiegeladene Riffs, rohe AusbrΓΌche von Hass und Abscheu, aber auch das Besinnen auf atmosphΓ€rische Elemente verbunden mit einem Hang zur Naturverbundenheit und die Besinnung auf alte Zeiten, als das sind Elemente, welche jeder AnhΓ€nger Pestheims zu schΓ€tzen weiß. Michael H. Frost erfindet sein Rad auf ,,RauhnΓ€chteβ€œ zwar nicht neu, liefert aber erneut ein boden- und eigenstΓ€ndiges Werk, welches versucht die unterschiedlichen Facetten, die den alten Black Metal der 90er Jahre auszeichneten, auf ehrliche und individuelle Art und Weise auf einen TontrΓ€ger zu bannen. Wer also Pestheimkennt und mag, der wird auch von ,,RauhnΓ€chteβ€œ nicht enttΓ€uscht sein, wΓ€hrend all jene, die Angetan sind von den, in dieser Rezension beschriebenen Klangwelten, ein Ohr riskieren sollten. Von unserer Seite kann daher bedenkenlos eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

RauhnΓ€chte ist direkt bei Pestheim erhΓ€ltlich.
(Facebook: https://www.facebook.com/pestheim/
Weltnetz: https://pestheim.jimdofree.com/ )

Text: Eirikr
Bilder: Pestheim