𝕾𝖈𝖍𝖜𝖆𝖗𝖟𝖒𝖊𝖙𝖆𝖑𝖑 𝖚𝖊𝖇𝖊𝖗’𝖒 𝕸𝖎𝖗𝖎𝖖𝖚𝖎𝖉𝖎 – 𝕶𝖔𝖓𝖟𝖊𝖗𝖙𝖇𝖊𝖗𝖎𝖈𝖍𝖙

Am vergangenen Wochenende erlebten wir eine Premiere! Die Damen und Herren vom Schwarzmetall Erzgebirge erfüllten nicht nur sich einen lang gehegten Traum, sondern begeisterten auch die mehreren hundert Anwesenden, mit ihrer ersten Freiluftveranstaltung „Schwarzmetall über’m Mirquidi!“ Zum Anlass zweier Jubiläen, schien der Termin wie perfekt gewählt und hielt einige Überraschungen bereit. Unseren Eindruck zur Organisation und zum musikalischen Erlebnis, werden wir in den folgenden Zeilen näher beleuchten.


Das Erzgebirge und insbesondere Annaberg Buchholz sind im Schwarzmetall kaum mehr weg zu denken, so haben doch Bands wie Eminenz, Dunkelgrafen und Andras den frühen deutschen Black Metal geprägt und wesentlich mitgestaltet. Somit wundert es kaum, dass man auch Cunersdorf/Annaberg als Austragungsort wählte, zumal auch die in der Vergangenheit mehrfach ausgetragene „Metal Massacre“ Konzertreihe am selben Ort stattfand.

Trotz dessen war dies ein völlig neuer Versuch, denn anstatt sich in kleine Räume zu quetschen, genoss man an diesem Wochenende, feinsten Black Metal unter freiem Himmel! Das musikalische Angebot zog jedermann aus nah und fern und sorgte für einen restlosen Ausverkauf!


𝕯𝖎𝖊 𝕺𝖗𝖌𝖆𝖓𝖎𝖘𝖆𝖙𝖎𝖔𝖓:

Das das Schwarzmetall über’m Miriquidi zum ersten mal ausgetragen wurde, machte wohl auf keinen der Anwesenden den Eindruck, eine perfekt durchstrukturierte Organisation, die professioneller hätte kaum sein können. Abgesperrte Park- und Zeltbereiche, eine Geländeordnung, Konzertbänder, Einlasskontrollen und Hardtickets, alles ganz entsprechend, größerer Festivals.
Die Technik und das Tonmanagement funktionierten reibungslos, Security sorgte für die Durchsetzung und Einhaltung gegebener Regeln, Speis und Trank sorgten für das leibliche Wohl.

Toiletten im Innen- und Außenbereich reichten völlig aus und Sitzgelegenheiten für den erschöpften Besucher gab es, dank Freilichtbühne, auch mehr als genügend. Lediglich die Bühne hätte an der Rückseite eventuell etwas mehr Gestaltung vertragen können, vielleicht die entsprechenden Banner, der jeweiligen Interpreten? Der Bierstand wollte zu Beginn seinen Dienst verweigern, konnte dann aber beherzt in Gang gebracht werden und versorgte die durstigen Kehlen. Alles in allem konnten wir organisatorisch keinerlei Fehler ausmachen, das Gesamtkonzept schien aufzugehen und wirkte auch für den geübten Beobachter durchaus professionell.


𝕭𝖆𝖑𝖇𝖊𝖗𝖘𝖐𝖚𝖑𝖙!

Die aus dem Frankenland stammende Kapelle eröffnete an diesem Tag das Spektakel, bei sonnigen 25°C und vermochte die noch zögerliche Menge, musikalisch aufzuheizen.

Der Zeremonienmeister der Truppe weihte zusätzlich die anwesenden Zuhörer und sorgte für ein gelungenes Bühnenbild. Musikalisch boten die Franken von Balberskult, primitiven aber spielerisch versierten Schwarzmetall und unterhielten die Zuhörer mit fränkischen Sagen und den Jägerkult, dem sie sich textlich und inhaltlich verschrieben haben.

Trotz des erst zweijährigen Bestehen als selbige Formation, machten die Herren einen absolut soliden und gut aufeinander abgestimmten Eindruck. Jeder kannte seine Aufgaben und fügte sich nahtlos in das Gesamtgeschehen ein. Für die Eröffnung des Schwarzmetall über’m Miriquidi eine mehr als gut gewählte Kapelle. Mit einer Spielzeit von gut 60 Minuten, lockerten sie die Stimmung und die, noch etwas träge Zuhörerschaft, gelungen auf.


𝕬𝖉 𝕸𝖔𝖗𝖙𝖊𝖒!

Die in Zschorlau ansässige Kapelle Ad Mortem setzten dann um halb Vier die voran gegangene Einführung und Eröffnung, gemäß unseren Erwartungen fort. Bei diesen Herren gibt es kein Geschnörkel, kein großes Drumherum, sondern kompromisslosen und treibenden Schwarzmetall, wie man ihn zum aufheizen benötigt.

Dies machte sich auch an den Besuchern bemerkbar, die sich schon in größerer Anzahl vor die Bühne trauten um den finsteren Klängen zu lauschen.
Wer Ad Mortem schon einmal live sehen durfte, der weiß das hier echte Profis am Werk sind.

Musikalisch, instrumental und im Zusammenspiel, einfach geübt und perfekt aufeinander abgestimmt. Hier passt musikalisch einfach alles hervorragend zusammen. Ihre Hingabe kommt jedoch nicht von Ungefähr, denn alle Mitglieder sind aktiv auch an weiteren musikalischen Projekten beteiligt, dass hört und sieht man! Lediglich das Tageslicht nahm ihnen etwas die Überzeugung, was sie aber musikalisch und inhaltlich nicht davon abhielt den Anwesenden trotz allem, rotzigen und fiesen Black Metal durch den Gehörgang zu pusten.


𝕿𝖔𝖉𝖌𝖊𝖜𝖊𝖎𝖍𝖙!

Die dritten im Bunde hatten ein Heimspiel und das spürte und sah man auch auf der Bühne, insbesondere „Nebelschrei“, die Stimme bei Todgeweiht, schien offensichtlich großes Vergnügen am verbreiten seiner Botschaften zu haben.

Die Annaberger Truppe ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr und verfügt über reichlich Erfahrung, sowohl auf als auch in Teilen hinter der Bühne, was man ihnen am Gesamtauftritt auch überzeugend abkauft! Natürlich darf und muss es sich als Annaberger Schwarzmetallkombo auch um das Miriquidi, also das Erzgebirge drehen.

Technisch optimal auf einander eingespielt machten die Herren eine gute Figur auf der heimischen Bühne. Von schleppenden bis hin zu mitreißenden Passagen wurde alles geboten und dies lockte auch so manch einen, der vorher noch träge herum saß, vor die Bühne! Man kann sagen, Todgeweiht brach letztlich das Eis und sorgte mit etwas über eine halbe Stunde Spielzeit für feinsten Black Metal aus dem Hause Erzgebirge, wie man ihn aus der Region kennt und gewohnt ist.


𝕹𝖔𝖗𝖓𝖎𝖗!

Wir durften die Kombo, welche aus Freiberg in Sachsen stammt, schon das ein oder andere mal live genießen und freuten uns auch an diesem Tag, auf die uns dargebotene Einlage.

Wie erwartet und eigentlich auch gewohnt legten die zwei Herren und die zwei Damen einen gekonnt, den Erwartungen entsprechenden, überwältigten Auftritt hin. Mit Stücken wie „Winterthrone“ und „Transzendenz“ verstanden sie es, dass Gehör ausschließlich ihnen zu widmen. Als hätten sie nie etwas anderes getan, standen die vier Protagonisten überzeugend auf der Bühne und lieferten ein musikalisches Spektakel ab.

„Lethian“, die führende Stimme bei Nornir, könnte man bei ihrer Stimmengewalt auch für einen männlichen Sänger halten, soviel Inbrunst und Hingabe sich dahinter verbirgt, sodass ein gelegentlicher Gänsehauteffekt nicht ausbleibt. „Reineke“, quasi die stimmliche Unterstützung ergänzt dies hervorragend und beide spielen ganz nebenbei fehlerfrei ihre fünf- beziehungsweise Siebensaiter makellos und bekommen tatkräftige Unterstützung von „Farliath“ am Schlagwerk und „Angrist“ an der Gitarre! Eine perfekte Symbiose, die als Ergebnis feinsten Schwarzmetall liefert und lyrisch durch Spiritualität und Naturverbundenheit in das Gesamtkonzept des Konzertes optimal eingefügt erschien.


𝕬𝖓𝖉𝖗𝖆𝖘!

Die, seit bereits 25 Jahren existierende Band aus Schneeberg in Sachsen, feierten und zelebrierten ihr rundes Jubiläum an diesem Wochenende, mit einer fast zweistündigen Einlage.

Den Großteil des Auftritts übernahm die teilweise „neue“ Besetzung und bot der bereits erwartungsvollen Menge edle schwarzmetallische Tonkunst, mit einigen Paganelementen. Andras heben sich durch jahrzehntelange musikalische Erfahrung besonders hervor und sind somit auch live ein eingespieltes Team, das in jeder Hinsicht reibungslos miteinander funktioniert.

Dabei haben sie auch ganz offensichtlich jede Menge Vergnügen und man sieht ihnen an, dass jeder Auftritt ein persönlich markantes Erlebnis darstellt. So ist Frontmann „Khenaz“ mit absoluter Leidenschaft bei der Sache und zieht den Zuschauer in seinen Bann, er versteht es hervorragend die Anwesenden zu animieren und sorgt so für ein absolutes Ereignis.

In Kombination mit der hervorragenden spielerischen Leistung des Schlagwerkes, der Gitarren und des Keyboards, sollte dieser Auftritt wahrlich etwas besonderes werden. Mit „Haamit“ und unter anderem „Spellbreaker“ spielten Andras auch einige hinreichend bekannte Stücke an diesem Abend. Was wäre aber ein Jubiläum, ohne eine Überraschung, die extra zum 25 jährigen Bestehen einen Auftritt der alten Stammbesetzung ihren Mitstreitern zum Besten gaben! Die Hörerschaft schien außer sich und würdigte diese, durchaus gelungene Überraschung mehr als angemessen!


𝕰𝖒𝖎𝖓𝖊𝖓𝖟!

1989 gegründet und seit 1990 aktiv im musikalischen Bereich, sollten zumindest für einen Teil von uns, Eminenz ein Ersterlebnis werden.

Angesiedelt im Black/Death Metal, mit allerhand eigenen Stilelementen sind die Annaberger Urgesteine ein musikalisches Erlebnis und darüber hinaus auch alles andere als gewöhnlich. Die langjährige Studio- und Bühnenerfahrung zeigte deutlich, wie überaus talentiert diese Herren sind.

Hier machte sich eine Energie breit, die ansteckend wirkte! Die anwesende Hörerschaft konnte nun nichts mehr halten und zollte den Mannen von Eminenz sichtbaren Dank und Respekt. Auch Eminenz feierten an diesem Wochenende ein Jubiläum, nämlich ihr nunmehr 30 jähriges Bestehen und dies wurde selbstredend ausgiebig zelebriert und während der Darbietung mit einer Feuershow aussagekräftig untermauert! Mit einer Spielzeit von einer guten Stunde, gaben sie dann auch bekannt, ein neues Album in Kürze zu veröffentlichen und spielten einen Titel des neuen Werkes. Mit „Army Of Immortals“ spielten sie nicht nur einen Klassiker an diesem Abend und wussten so auch eingefleischte und langjährige Anhänger der Kapelle zu begeistern.


𝕾𝖆𝖝𝖔𝖗𝖎𝖔𝖗!

Die ebenfalls ihr 25 jähriges Bestehen feiernde Tonschmiede aus Pirna in Sachsen, sollten dieses denkwürdige Spektakel würdig abschließen und das taten sie auch.

Die melodischen Schwarzmetallklänge von Saxorior, die insbesondere das Thema Krieg und einige historische Ereignisse beheimaten, strömten in die Gehörgänge der anwesenden Zuhörerschaft und wussten diese auch zu begeistern.

Saxorior erinnern musikalisch an die guten alten Tage, der Entstehungsphase des Black Metal und verstehen es darüber hinaus hervorragend, dieses Gefühl auf der Bühne zu vermitteln und instrumental zu untermalen. Auch hier machte sich eine langjährige Musikerfahrung deutlich und bewies erneut, das alt immer noch gut ist und immer gut bleiben wird. Für uns war es zudem der Erstauftritt, den wir von der Pirnaer Kapelle zu sehen bekamen und dieser überzeugte uns in allen Belangen, ein wahrlich gelungener Abschluss dieses Abends, der nicht hätte besser verlaufen können. Ein durch und durch solides musikalisches Erlebnis, welches uns hier die Ohren ein letztes mal durch pusten durfte!


𝕱𝖆𝖟𝖎𝖙:

Zu keinem Zeitpunkt spürte man als Zuschauer, dass dies tatsächlich das erste große Konzert der Gemeinschaft „Schwarzmetall Erzgebirge“ sein sollte, wie Eingangs bereits erwähnt, strotzte diese Veranstaltung von der ersten bis zur letzten Minute nur so vor Struktur und hervorragender Planung. Alle Beteiligten haben hier außerordentlich gute Arbeit geleistet. Der Preis von 25€ an der Abendkasse ist hier mehr als gerechtfertigt und gut investiert gewesen!

Musikalisch war es ebenso von Anfang bis Ende ein mehr als rundes Spektakel und allen mitwirkenden Truppen gebührt hier ein hohes Maß an Anerkennung.

Lange Rede, kurzer Sinn – Für uns war dieses Konzert, das Schwarzmetall über’m Miriquidi ein absolutes Erlebnis, das uns hoffentlich in den nächsten Jahren noch einmal mehr musikalisch begeistern wird.

Foto: Miriquidi Fotografie

Wir sagen Danke an die Damen und Herren von Schwarzmetall Erzgebirge und freuen uns auf künftige Treffen und Veranstaltungen.


Alle Bilder von Todfeind Fotografie, exklusiv für Germanitas Othala!
Bericht: Todfeind
Bilder: Todfeind