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PΓΌnktlich zum 25. Juli 2019 erschien das neue und somit sechste Vollwerk der zwei Herren aus Baden WΓΌrttemberg, die seit 2011 unter dem Namen Runenwacht ihr Unwesen treiben. Wir haben uns das neue Album „Gjallar erschallt“ zu GemΓΌte gefΓΌhrt undΒ  wollen Euch natΓΌrlich nicht vorenthalten, was Dieses zu bieten hat.


Wer bereits alle anderen Werke der RunenwΓ€chter besitzt, der dΓΌrfte schnell einen hohen optischen Wiedererkennungswert bemerken. Getreu den voran gegangenen Alben, kommt auch „Gjallar erschallt“ in ΓΌblich schlichtem Gewand, schwarz-weiß und ohne große kΓΌnstlerische Spielereien. Northern Fog Records sorgten, wie auch bei den vorherigen VerΓΆffentlichungen, fΓΌr Vertrieb und Produktion, es bleibt also alles beim Alten.

Den HΓΆrer erwarten insgesamt 10 Titel mit einer Gesamtspielzeit von etwa einer dreiviertel Stunde, auch hier eigentlich alles wie immer. Man merkt, dass Runenwacht sehr viel Wert auf KontinuitΓ€t legt. Frei nach dem Motto „Never change a running system“! Dieses System funktioniert hier, ganz offensichtlich einwandfrei.


Wer die letzten Werke noch im Ohr hat, wird bei jeder NeuverΓΆffentlichung festgestellt haben, dass immer ein gewisser Reifeprozess einherging, sich dies musikalisch und inhaltlich wieder spiegelte. Genau diesen Umstand wird man mit „Gjallar erschallt“ erneut erleben. Ein musikalisch neuer Stil, etwas verΓ€nderte inhaltliche Thematisierungen und eine neue AtmosphΓ€re macht sich im sechsten Werk breit. Dabei werden sich die Herren, Rex und Sturmkaiser selbst nicht untreu und es bleibt wie eh und je, ein klassisches Runenwacht Album.

Bereits in den ersten StΓΌcken hΓΆrt man eine deutliche Anlehnung an finnischen Schwarzmetall, es ist melodischer und man experimentiert in Sachen Riffs und Klang erfolgreich. Beim Eingangstitel „MG42“ geht es umgehend treibend zur Sache, ist beinahe thrashig unterwegs undΒ  kombiniert hervorragend Melodie und HΓ€rte miteinander. Γ„hnlich klangvoll wie das beliebte Maschinengewehr, wenn es den feindlichen Truppen einheizte!

Ab dem zweiten Titel, mit dem Namen „Blutgeweiht“ hΓΆrt man oben erwΓ€hnte Anlehnung an finnische Grâßen, sogar einige kurze Klarstimmenelemente wurden hinzugefΓΌgt. Der Albumtitel „Gjallar erschallt“Β  istΒ  beinahe eine Hommage an die finnischen Kollegen, strotzt nur so vor Elementen, die man bei so manchem Ableger aus dem Norden, vergleichsweise schon das ein oder andere mal vernommen hat. Hohe, kreischende Riffs in teils vΓΆllig neuer und zugleich herrlicher Melodie, die von einem krΓ€ftigen und gewaltigen Schlagwerk unterstrichen werden. Rex, die Stimme hinter Runenwacht gibt auch in diesem Werk wieder alles und brΓΌllt sich die Seele aus dem Leib, unverwechselbar.

Das gesamte Album bewegt sich diesmal im eher rhythmischen bis thrashigen Bereich, ebenso das Tempo, welches sich bis auf einige Ausnahmen im mittleren Feld bewegt.


Inhaltlich dreht sich das gesamte WerkΒ  beinahe ausschließlich um nordische Mythologie, mit einigen Ausnahmen. Ob es die „Wilde Jagd“ ist, dass Horn Heimdalls, welches zur letzten Schlacht ruft oder eine Bitte an Freja ist, umfangreiches thematisches Auseinandersetzen macht sich hier bemerkbar. Aber auch die Menschheit, ihre unsinnigen Eigenarten und Abartigkeiten bekommen ihr Fett weg, nicht zu vergessen das MG 42, welches gleich im Eingang eine kleine Hymne spendiert bekommt.

Wie der Album Titel bereits verrÀt, handelt es sich hier, um ein beinahe ausschließlich auf Mythologie bezogenes Werk, dass diesem inhaltlich, lyrisch und musikalisch absolut gerecht wird. Die dreiviertel Stunde vergeht wie im Flug und man bekommt nicht das Gefühl, dass es sich in irgend einer Weise zieht. Die musikalische, als auch inhaltliche Vielfalt, bietet für einige Zeit eine gelungene Abwechslung und weiß sicher auch einige Ersthârer zu begeistern.

Wie Eingangs bereits erwΓ€hnt, hat sich Runenwacht erneut weiterentwickelt und man kann deutlich wahrnehmen, dass sie in ihrem Schaffen reifen und sich zunehmend einige Finessen erlauben, die man auf voran gegangenen Werken noch eher zurΓΌckhaltend auslebte. Trotz der ganzen Entwicklungsphase bleiben sie ihrem Stil wie gewohnt treu und man wΓΌrde sie auch unter vielen, stets wiedererkennen.


Wer Runenwacht zu schÀtzen weiß, ihre Entwicklung seit der ersten Verâffentlichung mitverfolgt, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen und erneut ein kleines Stück Runenwachtgeschichte in den HÀnden halten kânnen. Für uns ist auch dieses Werk ein absolutes Muss und wir sind gespannt auf die kommenden Jahre und wo die Reise der RunenwÀchter hinführen wird. Von uns gibt es eine absolute Kaufempfehlung!

Runenwacht im Netz

Northern Fog Records im Netz