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Einige Zeit, genauer gesagt drei Jahre, sind seit der letzten VerΓΆffentlichung des Zweimannprojektes Ordensburg, welches sich bis dato aus zwei Musikern aus unterschiedlichen Gebieten Deutschlands zusammengesetzt hat, ins Land gezogen. Das den klangvollen Namen tragende zweite Album des Duos ,,Weder Tod und Teufelβ€œ schlug mit einer Γ€ußerst positiven Resonanz im deutschen Untergrund ein, war es doch das erste Projekt, welches es auf eine interessante Art und Weise verstand, die VorzΓΌge des atmosphΓ€rischen Schwarzmetalls in Einklang mit Soldatenliedern vergangener Epochen zu bringen und so eine einzigartige, packende Stimmung zu kreieren, welche diese alten Lieder in einem neuen Licht hat erstrahlen lassen.
Nach einer kurzen, aber packenden Vorschau aus dem vergangene Jahr, sowie dem ersten in voller LÀnge hârbaren Lied aus diesem Jahr, waren unsere Erwartungen an das dritte Album entsprechend groß und unsere Neugier stand dem in keiner Weise nach, schließlich wurde bekannt gegeben, dass ein neuer SÀnger das Mikrofon übernommen hat.
Wer also wissen mΓΆchte, ob sich der Kauf von ,,Wie Stahl und Eisen hartβ€œ lohnen wird, wie sich der neue SΓ€nger im Vergleich zum Stahlfront-Urgestein Todesengel schlagen wird und was wir von diesem Album halten, der wird im Folgenden seine Antworten finden!

 


 

Wie bereits beim VorgΓ€nger ,,Weder Tod noch Teufelβ€œ, begrüßen uns auf dem Cover der CD, sowie im gesamten Beiheft die entschlossenen Gesichter deutscher Soldaten in Verbindung mit allerhand Schlachten-Szenarien des zweiten Weltkrieges. Schlicht in schwarz und weiß gehalten setzen die abwechslungsreichen und gut gemachten Darstellungen des Booklets bereits die Marschrichtung fest, in welche sich das gesamte Album musikalisch bewegen wird. Die auf den einzelnen Seiten enthaltenen Textfragmente diverser deutscher Soldatenlieder beziehungsweise artverwandter Gedichte unterstreichen den Eindruck, dass Ordensburg ein kΓ€mpferisches, entschlossenes, aber auch vor Erhabenheit und Melancholie strotzendes Werk prΓ€sentieren wollen, welches den HΓΆrer fesseln und die alten Texte zu neuem Leben erwecken soll!

 

 

Um das bereits angesprochene Ziel zu erreichen, setzen Ordensburg erneut auf einen abwechslungsreichen Mix aus vielen StΓ€rken der atmosphΓ€risch geprΓ€gten Sparte des Schwarzmetalls. Auf den gut 47 Minuten des Albums wird der HΓΆrer fΓΆrmlich durch ein Meer von Emotionen gefΓΌhrt. Von Erhabenheit und SchΓΆnheit, wenn textlich das deutsche Vaterland und die Liebe seiner Soldaten zu ihm besungen wird (,,Die Herzen rein und treuβ€œ, β€žHeil der alten deutschen Treueβ€œ), ΓΌber den entschlossenen Kampfes- und Siegeswillen zum Schutze dieser majestΓ€tischen Heimat (β€žWie Stahl und Eisen hartβ€œ, β€žVoran zum Siege oder Todβ€œ), bis hin zur Melancholie und der heroisch verklΓ€rten Tragik des Soldatentodes im Felde (β€žVerklaert im Glanz der Sonnenflammenβ€œ, β€žNimmer mehr Sonnenlichtβ€œ). So zeichnet sich ein jedes StΓΌck grundsΓ€tzlich durch einen steten Wechsel aus harten, den Kampfeswillen reprΓ€sentierenden Passagen und melodiΓΆsen, atmosphΓ€rischen Abschnitten zusammen, welche die besagte Erhabenheit in den Liedern heraufbeschwΓΆren oder aber TrΓ€ger der Melancholie des vorgetragenen Gedichtes sind. Diese melodiΓΆs/atmosphΓ€rischen Passagen sind es dann auch, welche einem jeden Lied eine eigene IdentitΓ€t verleihen und einen eigenen Ohrwurmcharakter bekommen lassen, aber auch dafΓΌr sorgen, dass das gesamte Album eine geschlossene Stimmung erhΓ€lt, welche stets in den unterschiedlichen Facetten des Albums wiederzufinden ist. So ist vom ruhigen Einklang bis hin zum packenden Finale in β€žNimmer mehr Sonnenlichtβ€œ fΓΌr stete Spannung und Ergriffenheit gesorgt, was nicht zuletzt auch den Texten geschuldet ist. Deren emotionale Tiefe wird von der musikalischen Seite des Albums hervorragend zu Bewusstsein gebracht, sodass beim HΓΆrer besagte Ergriffenheit auftreten und er sich auch als Teil eines β€žWirβ€œ verstehen kann, als wΓ€re er Teil der soldatischen Kameradschaft, aus welcher die Gedichte einst entsprungen sind.

 

 

Der neue SΓ€nger „Ritterbruder“ hat daher eine entsprechend wichtige Aufgabe auf ,,Wie Stahl und Eisen hartβ€œ, muss gerade er dafΓΌr Sorge tragen, dass die Texte verstΓ€ndlich und doch leidenschaftlich vorgetragen werden. Doch wie aus den vorherigen Zeilen bereits hervorgeht, meistert Ritterbruder diese Aufgabe mit Bravur, bleibt also stets verstΓ€ndlich, strotzt beim Vortrag der Lieder nur so vor Leidenschaft und schafft es im gleichen Zuge seine Stimme mit der instrumentalen Seite des Albums in Einklang zu bringen, mit dieser fΓΆrmlich zu verschmelzen. Hier bleibt also festzuhalten, dass Ordensburgs neuer SΓ€nger seinem VorgΓ€nger mehr als nur das Wasser reichen kann und als Unbekannter, eine bekannte Gestalt des deutschen Schwarzmetalluntergrundes hervorragend ersetzen kann!

 


 

Fazit:

Um zum Abschluss dieser Rezension zu kommen, kΓΆnnen wir ohne wenn und aber sagen: Ordensburg ist erneut ein sehr starkes Album gelungen. An allen StΓ€rken und SchwΓ€chen des VorgΓ€ngeralbums wurde gearbeitet, um einer weiteren, gelungenen musikalischen Weiterentwicklung den Weg zu ebnen. Hier bekommt man die romantische, heroische, aber nichtsdestotrotz auch mahnende und melancholische Seite des Soldatendaseins, musikalisch verpackt, geboten. Ein Werk welches mitreißt und einen als HΓΆrer von vorne bis hinten fesseln kann, ohne dabei allzu stumpf oder abgedroschen zu wirken, sondern kreativ und leidenschaftlich vorgetragen wird. Wer also alten Soldatenliedern etwas abgewinnen und diese in einem neuen Gewand erleben oder wer schlichtweg hervorragend gemachten atmosphΓ€rischen Black Metal hΓΆren mΓΆchte und dem dabei die von bΓΆsen Zungen als β€žPropagandaβ€œ abgestempelte lyrische Seite des Albums nicht im Wege steht, dem gilt unsere uneingeschrΓ€nkte Kaufempfehlung!

Zu erwerben gibt es das Album beim Hammerbund!