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Es wurde wieder gehetzt, gefordert und verhindert was das Zeug hielt, so musste die Tour von Deus Mortem, Revenge und Mgla in einigen deutschen LokalitÀten abgesagt werden. Glücklicherweise gibt und gab es noch Betreiber, die sich auf etwaige Forderungen oder weinerliches Geflenne nicht einließen. So auch der Club From Hell in Erfurt. (Unsere Hochachtung an dieser Stelle!). Wir durften also live dabei sein. Wie wir das Konzert und die einzelnen Interpreten empfanden, folgt in den kommenden Zeilen.


Die ErΓΆffnung des Abends ΓΌbernahmen die polnischen Deus Mortem, welche seit 2008 ihr Unwesen treiben. Feinster Black Metal im Stil der frΓΌhen 90Β΄er Jahre wurde der anwesenden HΓΆrerschaft ab der ersten Minute schonungslos um die Ohren geschmettert. Okkulter, misanthropischer Schwarzmetall, der abwechselnd von gnadenlosem GehΓ€mmer in rhythmische Passagen wechselte und die, noch sehr zaghafte Menge, aufzuheizen verstand. Die Texte strotzen nur vor Blasphemie und haben zusΓ€tzlich allerhand Abneigung und Hass im GepΓ€ck.

Bis auf einen technisch bedingten Aussetzer, lieferten die Polen einen reibungslosen und musikalisch gut inszenierten Auftritt hin. Als Einstand mehr als hervorragend geeignet. Einen leider entscheidenden Punkt Abzug gibt es allerdings, fΓΌr die kurz vorher geschriebene und verΓΆffentlichte Rechtfertigung, die wohl bei den AnhΓ€ngern der Truppe nicht sonderlich gut aufgenommen wurde und den Denunzianten namens Antifa nur zusΓ€tzlich in die HΓ€nde spielt.

Jedoch muss man hier, da es sich um einen Konzertbericht handelt, zwischen Auftritt und Aussagen differenzieren, denn die dargebotene musikalische Leistung war durchaus nicht zu verachten.


Revenge aus Kanada ΓΌbernahmen an diesem Abend den zweiten Auftritt. Wer sich mit der kanadischen Death/Black Metal Kombo etwas beschΓ€ftigt hat weiß, dass man hier keinen gewΓΆhnlichen Auftritt zu erwarten hat. „Haasiophis“ seines Zeichens Bassist und Zweitstimme, macht auf der BΓΌhne eine ordentlich gestΓΆrt wirkende Figur, die das Gesamtkonzept von Revenge hervorragend unterstreicht.

Ebenso „J. Read“, der am Schlagzeug regelrecht eskalierte und natΓΌrlich „Vermin“, der durch sein Auftreten, als auch seine bestialische Stimme die gesamte Darbietung perfekt abrundete. Die Musik der Kanadier ist eine bΓΆsartige Mischung aus wirren, fast verstΓΆrenden Gitarrenriffs, begleitet von hΓ€mmerndem Schlagwerk und erwΓ€hnten Stimmeinlagen.

Nichtsdestotrotz gab es auch treibende, rhythmische Passagen, die sich aber dezent in Grenzen hielten. FΓΌr Liebhaber ein absolutes Erlebnis, allerdings Geschmackssache. Technisch einwandfrei beherrschten die drei Herren sichtlich die BΓΌhne und das Publikum gleich mit.


Die KrΓΆnung und den abendlichen Abschluss ΓΌbernahmen Mgla, ebenfalls aus Polen. Von den einen geliebt, von den anderen argwΓΆhnisch betrachtet und als ΓΌberbewertet empfunden. Eins muss man den AusnahmekΓΌnstlern jedoch lassen, sie erzeugen sowohl auf Platte als auch live eine unglaublich atmosphΓ€rische Tiefe, die auch einige „Abklatschversuche“ so niemals erreichen wΓΌrden. Mgla sind in jeder Hinsicht ein Erlebnis! Die BΓΌhnenshow, sofern man das als solches bezeichnen mΓΆchte, ist schlicht aber effektiv. Einheitlich, maskiert und somit eher Black Metal untypisch, erzeugen sie eine gewisse AnonymitΓ€t und Mystik.

Musikalisch liefern Mgla definitiv keinen Einheitsbrei ab, anspruchsvolle und GΓ€nsehaut erzeugende Riffs mit perfekt abgestimmtem und dazu passenden, treibenden Schlagzeugelementen. Sie erΓΆffneten ihren Auftritt mit dem Titel I vom „Exercises in Futility“ Album und schon mit diesem StΓΌck brachten sie die anwesenden GΓ€ste in Wallung. Bezeichnend fΓΌr ihren Auftritt ist immer – keine SchnΓΆrkel, keine AnkΓΌndigungen und einen kurzen, doch teilweise sehr schmerzlichen Abschluss. Eben strikt nach Linie, fast schon ein bisschen zu perfekt.

Man kann resΓΌmierend festhalten, dass die Herren aus Polen ihre Instrumente absolut beherrschen und ihnen so schnell keiner das Wasser reichen kann, auch wenn das oft versucht wird. Mgla sind einzigartig und das haben sie an diesem Abend deutlich unter Beweis gestellt.


Unser Fazit:

Die 25€ Abendkasse und der Nervenkitzel, ob oder ob es nun nicht stattfinden wird, hat sich nach unserer Ansicht mehr als gelohnt. Alle drei Bands haben (je nach Geschmack) eine hervorragende Leistung vollbracht. Drei unterschiedliche Stilrichtungen, erstklassiger musikalischer AusfΓΌhrungen. Ein absolut gelungener Abend, der dank der Standfestigkeit des From Hell ermΓΆglicht werden konnte.

Bericht: Todfeind
Bilder: Todfeind, Andvari