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Cernunnos ruhte sich seit seiner letzten Meuchelmord-VerΓΆffentlichung, aus dem Jahre 2018 nicht etwa auf seinen Lorbeeren aus, sondern machte sich ungehindert an ein neues Werk! Das kommende Exemplar mit dem stilvollen Namen „WaffentrΓ€ger“ wird am 31. Mai 2019 verΓΆffentlicht und als Jewelcase, limitiertes A5 Digipack und natΓΌrlich als Kassette ΓΌber Purity Through Fire und Worship Tapes zu erwerben sein.

Wir erhielten die Promo-Version vorab und mΓΆchten der potentiellen HΓΆrerschaft einen Einblick gewΓ€hren.


Optisch wird uns ein achtseitiges Beiheft geboten (zumindest in der StandardausfΓΌhrung) und spΓ€testens beim ersten durchstΓΆbern fΓ€llt die Ausrichtung des neuen Machwerkes deutlich ins Auge. Meuchelmords „WaffentrΓ€ger“ wird sich thematisch im zweiten Weltkrieg bewegen, was auch die Titel deutlich unterstreichen. Hier wird aber eines schnell klar, es soll keine durchweg heroische oder gar romantisierende Stimmung erzeugt werden.
Das Beiheft ist also mit einigen Kriegsszenarien und SchauplΓ€tzen versehen, die die Wirren und Grauen des VΓΆlkerringen veranschaulichen. Das Titelbild (Cover) ist schlicht aber aussagekrΓ€ftig und unterstreicht das Konzept des neuen Albums. Kurzum, es findet sich eine Mischung aus Mahnung und Erhabenheit zusammen, vereint in einer Geschichte ΓΌber Helden, Krieg und Tod!


Musikalisch werden uns insgesamt 11 Titel geboten mit einer GesamtspiellΓ€nge von etwas ΓΌber 47 Minuten. Hierbei sind jedoch zwei der 11 Titel Bonuslieder, mit jeweils Tyrant von „Malum“ und Hrafn von „Thy Dying Light“, welche als Gastmusiker in den Titeln „Firestorm“ und „KylmΓ€ maa“ (kalter Boden/kaltes Land) stimmlich mitwirkten. Akustisch betrachtet ist „WaffentrΓ€ger“ eine Fortsetzung beziehungsweise Weiterentwicklung von „Niedersachsen Schwarzmetall“. Aber eins nach dem anderen.

Textlich, wie bereits zuvor erwΓ€hnt, behandelt das neue Werk beinahe ausschließlich den zweiten Weltkrieg, dessen Helden und Schrecken, beleuchtet die unterschiedlichsten Facetten, der jeweiligen Schlachten und Akteure. Die ErΓΆffnung dieser Zeitreise ΓΌbernimmt „Anmarsch“ und ΓΌberrumpelt den HΓΆrer mit mΓ€chtigen Stiefelschritten, die eine exzellente sowie zugleich schlichte EinfΓΌhrung bieten. In den darauffolgenden StΓΌcken wird uns treibender, zur Stimmung passender Schwarzmetall geboten, der auf extravagante SchnΓΆrkel bewusst zu verzichten scheint. Spielerisch grundsolide. Titel wie „Kaltes Land“ sind gezielt langsam und schleppend gehalten mit kreischenden Melodien, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, die KΓ€lte und den nahenden Tod besser nicht hΓ€tten akustisch darstellen kΓΆnnen.

WΓ€hrend „Grabenkampf“, „U-Boote vor!“ und „Ostfront“ den Willen und Kampfgeist deutscher VerbΓ€nde musikalisch als auch lyrisch hervorheben, Bilder heroischer und heldenhafter Schlachten zeichnen, so sind „Feuersturm“ und „KylmΓ€ maa“ mahnende Titel, die durchaus die Grauen dieser Tage sowie das Leid unzΓ€hliger Menschen versiert vermitteln.

Ob treibende, kraftvolle und vor Tatendrang nur so strotzende Titel oder eben musikalisch tiefgehende und emotional mitreißende StΓΌcke, „WaffentrΓ€ger“ scheint in keine der 47 Minuten eintΓΆnig oder gar langweilig zu werden. Vom ersten bis zum letzten Lied. bekommt der HΓΆrer feinsten Schwarzmetall aus Niedersachsen geboten. Qualitativ und inhaltlich absolut hochwertiges Liedgut, keine „Maus-Haus“ Reime, wie man sie von vΓΆllig ΓΌberbewerteten „Bands“ kennt. Feinstes und kaltes Dunkeleisen aus dem Hause Meuchelmord.


Unsere Erwartungen waren hoch, gerade nach der letzten Vollscheibe „Niedersachsen Schwarzmetall“. Zugegeben waren wir auch gespannt, was uns diesmal um die Ohren gehauen wird, zumal wir bis auf den Titel nichts weiter wussten und nur erahnen konnten, was uns da erwartet. Cernunnos hat sich, wie zu erwarten war, weiter entwickelt. Ein paar mehr Finessen wurden eingebaut, die Abmischung ist exzellent und die Platte treibt einen durch das gesamte Konzept hindurch, wie auf dem Frankreichfeldzug! Wie schnell 47 Minuten vorbei sein kΓΆnnen wird hier anschaulich und akustisch unter Beweis gestellt. WΓ€hrend sich so manches Werk, anderer Interpreten durch den GehΓΆrgang quΓ€lt, findet hier ein Durchmarsch statt, der keine WΓΌnsche offen lΓ€sst.

Unser Fazit zur kommenden Scheibe „WaffentrΓ€ger“, dΓΌrfte in dem Fall mehr als deutlich ausfallen. Wenn am 31. Mai 2019 die VerΓΆffentlichung ihren Lauf nimmt, sollte jeder, der ernsthaften Black Metal sucht und zu schΓ€tzen weiß – zugreifen!

Meuchelmord – „WaffentrΓ€ger“ wird von uns uneingeschrΓ€nkt empfohlen!

 

Rezension: Todfeind
Bilder: Meuchelmord/Cernunnos