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Chaedrist, eine Kapelle aus der bayerischen Landeshauptstadt, welche seit ihrer Grรผndung im Jahre 2010 nur wenig von sich preisgegeben hat, fรผr uns ein Grund mehr um sie nรคher unter die Lupe zu nehmen. Allein ihre Stilvielfalt in Kombination mit lyrischem Tiefgang, sollte einiges an neuen Interessenten begeistern kรถnnen. Wir bekamen vom Grรผnder „Steff“, der auch den Gesang und den lyrischen Teil bei Chaedrist รผbernimmt, eine Vorabversion der neuen Platte „Chaotheosis“ und mรถchten dem geneigten Leser dieses Machwerk nรคher bringen.


Chaedrist sind in vielerlei Hinsicht ungewรถhnlich, was aber in keiner Weise als schlecht zu werten ist, vielmehr bieten die vier Herren aus Bayern eine musikalische Mischung an, die man hรคtte wohl nicht besser kombinieren kรถnnen. Aber ganz der Reihe nach.

Zur Aufmachung kรถnnen wir bisweilen noch nicht viel sagen, da wir das fertige Exemplar bisher nur erahnen kรถnnen. Was jedoch bereits fest steht ist das Artwork, welches die Chaosgรถttin „Chaedra“ abbildet und kรผnstlerisch gut durchdacht verarbeitet. Wie das Ganze dann im fertigen Werk auszusehen vermag, bleibt fรผr uns vorerst eine รœberraschung.


Musik:

Wie bereits zu Beginn angesprochen, bedient sich die Kapelle nicht nur einer musikalischen Stilrichtung, sondern weiรŸ mehrere zu vereinen. Auf „Chaotheosis“ finden sich demnach treibende Death Metal-/Black Metal und betonend melodische Abschnitte zu einer wahrlich gelungenen Mischung zusammen. Liebhaber verschiedener Stilrichtungen kommen hier also allein akustisch voll auf ihre Kosten. Die Abmischung der unterschiedlichsten Spielarten ist nahezu perfekt und man hรถrt und spรผrt im Verlauf des Albums das perfekte Zusammenspiel unter den einzelnen Musikern. Um sie รผberhaupt vergleichen zu kรถnnen, mussten wir tiefer graben und haben schlussendlich eine รคhnlich wirkende Kapelle gefunden – die Rede ist von „Saruman“ (leider inaktiv) mit ihrem Werk „Ride On The Darkside“. Man kรถnnte meinen Chaedrist sei eine Fortfรผhrung der eben erwรคhnten Truppe, denn sowohl musikalisch als auch textlich sind einige kleine Gemeinsamkeiten vorhanden. Dennoch bleibt Chaedrist eigenstรคndig ohne eine Kopie oder ein Versuch dessen zu sein. Technisch absolut versiert, dreht „Chaotheosis“ bereits die vierte Runde, wรคhrend diese Zeilen verfasst werden. Die Zeit vergeht wie im Flug und die knapp 40 Minuten Spielzeit sind fast ein bisschen kurz, wen man einmal mitten drin steckt.


Lyrik:

Ob die Texte im Beiheft abgedruckt werden bleibt abzuwarten, jedoch liegen uns die schriftlichen Zeilen vor, im Original und in รผbersetzter Fassung. Wohin sich das Album „Chaotheosis“ inhaltlich bewegt ist nicht so leicht zu erfassen, denn man hat auf ein einengendes Konzept verzichtet. Allerdings ist hier dennoch eine gewisse Ausrichtung zu erkennen. Chaos ist eines der Themen und um diesem gerecht zu werden, hat man sich gleich fรผr Deutsch, Englisch, Latein, Mittelhochdeutsch und Norwegisch als Sprachen entschieden, hinzu kommen die verschiedenen Genres im musikalischen Teil – so kรถnnte man hier durchaus von einem Konzept sprechen, dem des „Chaos“.

Inhaltlich bewegt sich Chaedrist vor allem im Bereich Okkultismus, Mystik, Philosophie und Misanthropie. Ebenso bewegen sich immer wieder Dunkelheit und Leere innerhalb der Zeilen, die einem, in Verbindung mit kreischenden Gitarrenabschnitten, eine Gรคnsehaut bekommen lรคsst. Wenn man dann noch versteht, was in den Zeilen und durch die krรคftige Stimme vermittelt wird, macht das „Chaotheosis“ zu einem hรถrbaren Erlebnis.

Die Dystopie, welche hier den Ausgang und die Existenz des Lebens vermittelt kรถnnte dรผsterer nicht sein und vernichtet innerhalb weniger Strophen und Titel, die an einem vorbei ziehen, auch den letzten Funken „Glauben“. Die vorherrschende „Religion“ auf diesem Machwerk ist ganz klar die Leere, der ins Nichts fรผhrende Abgrund und die damit verbundene Nichtigkeit der einzelnen Existenz, die im herrschenden Chaos des Universums nie eine Rolle gespielt hat.

Finster, hoffnungslos und dazu die treibende Kraft aus Death- und Black Metal, machen „Chaotheosis“ zu einer wahrhaftigen Offenbarung.


Fakten:

Die Gesamtspielzeit des zweiten Vollalbums von Chaedrist wird sich auf 40 Minuten belaufen, zehn Titel beinhalten und in fรผnf Sprachen fรผr inhaltlichen Tiefgang sorgen. Wรคhrend sich so manche Band mit Reimen eines Fรผnftklรคsslers rรผhmt, wird hier definitiv mehr geboten! Musikalisch ist hier vor allem eines gegeben, – Abwechslung und von hetzenden Abschnitten, bis hin zu melodiรถser Raffinesse alles vertreten.
Die krรคftige Stimme, die sowohl im Death- / als auch im Black Metal Bereich beste Arbeit leistet, fรผgt sich nahtlos in das Gesamtgeschehen ein und verbreitet eine unbeschreiblich negative Stimmung, die man nicht besser hรคtte umsetzen kรถnnen!

Die Truppe ist darรผber hinaus auf Labelsuche, welches fรคhig und Willens genug ist einer dauerhaften und produktiven Zusammenarbeit zustimmend gegenรผber zu stehen!

Fazit:

In den kommenden Tagen wird dieses Werk noch so einige Runden durch unseren Gehรถrgang drehen, soviel sei gesagt. Es wurde viel verรถffentlicht in den letzten Monaten, von so manchem „Meisterwerk“ war da die Rede, wo man leider nur mรผde gรคhnend verneinen konnte. Hier offenbart sich ein wirklicher Geheimtipp der von uns nur mit vollster Kaufempfehlung ausgezeichnet werden kann! Wer dieses Werk unbeachtet lรคsst, verpasst die wohl รผberraschendste und รผberzeugendste Neuverรถffentlichung dieser Tage!

Erscheinen wird „Chaotheosis“ voraussichtlich in den kommenden Wochen.

Ihr mรถchtet Chaedrist unterstรผtzen, sucht weitere Infos, dann besucht sie auf ihren verschiedenen Seiten!

http://www.facebook.com/chaedrist

http://chaedrist.bandcamp.com

http://www.youtube.com/chaedristofficial

 

 

 

 

Rezension: Todfeind
Bilder: Chaedrist