Metal Massacre XIV – Konzertbericht

Am Sonnabend dem dritten November, also vergangenen Sonnabend ΓΆffneten sich erneut die Tore im benachbarten Erzgebirge und luden zum Metal Massacre XIV. Die Veranstaltung sollte diesmal insbesondere fΓΌr uns ein echtes Erlebnis werden, nicht nur weil wir alle vier angekΓΌndigten Kapellen noch nicht live gesehen hatten, sondern auch weil dem Konzert ein Treffen mit den Herren von „Schwarzmetall Erzgebirge“ voran ging, dazu aber mehr im kommenden Bericht.


Bereits zum dreizehnten Metal Massacre Anfang diesen Jahres waren wir vor Ort und nutzen also erneut die Einladung und sollten keiner Weise enttΓ€uscht werden, denn diesmal wurde das Kapellenaufgebot auf eine neue Stufe gehoben.

Das Clubhaus des ortsansΓ€ssigen „Tanks MC“ wird gerade bei solch einem musikalischen Angebot fast schon zu eng und so ergatterte man sich vorab schon die besten PlΓ€tze um letztlich auch etwas von den Kapellen zu sehen und nicht nur zu hΓΆren.


Nekropsie

Die Melodic Black Metal Kombo erΓΆffnete diesen Abend, nur gering verspΓ€tet, dafΓΌr umso kraftvoller. Die vier Herren und eine Dame machten keinen großen Hehl aus ihrem musikalischen KΓΆnnen und boten den Anwesenden ein breites Spektrum melodischen Schwarzmetalls. Technisch versiert und durchaus bereit fΓΌr grâßere BΓΌhnen, sorgten sie fΓΌr die passende Einstimmung mit Titeln wie „Under A Crimson Moon“ und „Damnation“. FrontmannΒ AthΓ’erus sorgte mit seiner durchaus ΓΌberzeugenden und kraftvollen Stimme fΓΌr die passende und optimale Untermauerung des gebotenen Liedgutes!


Notorius

Die aus Zschorlau stammende Truppe Notorius folgten auf dem Fuße und sind beileibe keine Unbekannten. Erst im Sommer standen sie unter anderem mit Runenwacht auf der Berliner Blackland BΓΌhne! Wir durften sie an diesem Abend nun selbst begutachten. Schnell wurde auch hier klar, da sind Macher am Werk, Menschen die ihr Schaffen perfektionieren wollen und tatsΓ€chlich mit der benΓΆtigten Portion Ernsthaftigkeit ein Brett nach dem anderen lieferten! Die Erzgebirgler zeigten hier natΓΌrlich auch spielerisches KΓΆnnen von ihrer besten Seite. Kein Titel, der im Ansatz langweilig oder „nach schon einmal dagewesen“ klang, so waren auch diese Herren eine wahrhafte Überraschung fΓΌr uns und ließen nun auch das Publikum enger zusammen rΓΌcken, da sich der ΓΌberschaubare Saal nun stetig fΓΌllte.



Isgalder

Eisiger Gesang, nordische Mythologie, Bathory und Falkenbach – alles kombiniert mit einer ordentlichen Brise Eigenwillen und einer großen Ladung musikalischem und lyrischem Talent beschreibt in etwa das was uns an jenem Abend geboten wurde. Grimwald, der Mann der auch unter Anderem fΓΌr Wintarnaht verantwortlich ist, schuf mit Isgalder ein erneutes Monument und das schien auch alle der anwesenden GΓ€ste entsprechend mitzureißen. Da ein Großteil der weiteren Bandmitglieder schon mit Grimwald und Moppel (den zwei VΓ€tern von Isgalder) zusammen Musik kreierten bot uns das ein ΓΌberwΓ€ltigendes musikalisches Erlebnis. Grimwalds stimmliches Talent setzt dem ganzen noch eine epische und dazu eisige Krone auf und rundet das gesamte Konzept perfekt ab. Ein brachiales Erlebnis, das uns fΓΌr eine gewisse Zeit in die kalten, nordischen LΓ€nder entfΓΌhrte.


Andras

Seit 1994 treiben diese alteingesessenen Herren ihr Unwesen, fΓΌr uns ein wahrhaftiges Ereignis, denn Andras waren mitunter die Einstiegsdroge in den deutschsprachigen Schwarzmetall. Die 1995 verΓΆffentlichte Demo „Das Schwert unserer Ahnen“ war fΓΌr viele und erst recht fΓΌr mich der Beginn eines neuen musikalischen Lebensabschnittes, aber genug der Schwelgerei! Khenaz, der Ecthelion im Jahre 2016 am Mikrofon ablΓΆste gab ordentlich Gas und verbreitete eine hΓΆrbare und vor allem spΓΌrbar mitreißende Stimmung im Saal auf. Die StimmbΓ€nder der anwesenden ZuhΓΆrer wurden ordentlich strapaziert, da gefΓΌhlt jedes StΓΌck zum mit grΓΆlen einlud. „Altar der Finsternis“, „Im Schatten der Flammen“ und natΓΌrlich „Haamit“ brachten das Fass der Stimmung schlussendlich zum Überlaufen! Musikalisch leisteten die Herren hervorragende Arbeit und man fΓΌhlte sich eine gewisse Zeit in die frΓΌhen 90er Jahre versetzt, ein echtes Erlebnis, ein wahrhaftiger Abriss!


Fazit

Obgleich der Weg für Anreisende lang oder kurz ist beziehungsweise war und sein wird, er lohnte sich auch dieses mal! Heimisches Ambiente in Mitten des Erzgebirges, immer eine großartige Auswahl an Interpreten, stimmungsgeladenes Publikum und selbsterklÀrend eine durchaus hervorragende Organisation! Es war uns erneut eine Ehre!