Wehrhammer/Totenburg – Rezension

Vor etwas รผber einer Woche war es nun endlich soweit, zwei altbekannte und ebenso gefรผrchtete Kapellen aus dem deutschen Schwarzmetall Untergrund gaben sich die Ehre, gemeinsam der nach Blut lechzenden Meute einen wahrhaften Hassbrocken vor den Latz zu knallen. Die Rede ist hier von Wehrhammer und Totenburg, zwei Kapellen die den Untergrund schon seit den Neunzigern mit allerhand hasserfรผllten Verรถffentlichungen verwรถhnt haben, fanden sich nun auf einer gemeinsamen Split zusammen, um wieder Tod und Verderben zurรผck in den deutschen Schwarzmetall zu tragen. Ob ihnen dieses Ziel gelungen ist, sollt ihr in dieser Rezension erfahren.


Beginnen wir wie gewohnt mit dem ersten Eindruck der Platte, dem Optischen. Die Totenburg/Wehrhammer Split kommt als schicke 7EP daher, dessen Cover Gevater Tod und sein Heer ziert, man wird also beim ersten Blick bereits auf das vorbereitet, was da kommen wird. Zusรคtzlich zum Cover liegt der Platte noch ein gut gemachter Einleger bei, der bei Wehrhammer den gesamten Liedtext, bei Totenburg einen Ausschnitt des Textes, sowie bei beiden Kapellen die Namen der beteiligten Musiker, sowie einige Informationen zu den Aufnahmen enthรคlt.

Ein qualitativ hochwertiges Produkt, wie man es nicht anders vom Hamerbund gewohnt ist. Die Split ist streng limitiert auf 500 Exemplare, wovon 110 als rot/schwarz marmorierten Vinyl (mittlerweile ausverkauft) und 390 Stรผck im klassisch schwarzen Vinyl erhรคltlich sind.


 

Kommen wir nun zur musikalischen Seite des Gemeinschaftstontrรคgers, welche mit dem Stรผck ,,Sterben fรผr das Blut“ von Wehrhammer beginnt.

Wer das Album ,,der Weg“ dieser Truppe kennt, der kann sich bereits ausmalen, was ihn hier erwartet. Das gesamte Lied bohrt sich mit seinem schleppenden Midtempo direkt in die Gehรถrgรคnge des Hรถrers. Die Melodie welche dies begleitet erzeugt darรผber hinaus eine verbissene und kรคmpferische Stimmung. Der Gesang von Sรคnger ,,Krieg“, welcher รผber weite Strecke gut verstรคndlich ist, in Verbindung mit dem hervorragenden Text, welcher vom Wissen in unserem Blut und den tapferen Kรคmpfern, die fรผr dieses ihr Leben gaben, handelt, erschaffen in Harmonie mit der Musik ein beklemmendes Bild von der Welt. Jedoch lehrt es auch, nicht aufzugeben und stets weiter zu kรคmpfen. Diese finstere Stimmung wird von der kraftvollen Produktion und dem Schlagzeuger aus Fleisch und Blut hervorragend herรผber gebracht und man fรผhlt sich nach Ende des Stรผckes fรผr einen Moment erschlagen und รผberrumpelt. Ein mรคchtiges Stรผck fรผr dieses so verheiรŸungsvolles Gemeinschaftswerk.


Seite B steht nun voll im Zeichen Totenburgs, welche sich nach einer achtjรคhrigen Funkstille zurรผckmelden, zusammen mit einer komplett neuen Besetzung an Gitarren und Bass.

Man kรถnnte nun meinen, dass Totenburg ungewohnt klingen wรผrden oder der frische Wind im Hause Totenburg, verursacht durch die neuen Mitglieder, noch nicht vollends zur Entfaltung gekommen wรคre. Doch falsch gedacht, mit den hohen Erwartungen, welche sicher einige Anhรคnger an die Rรผckkehr Totenburgs stellten, wird gekonnt der Boden gewischt. ,,Keine Ewigkeit“ beginnt mit einer triumphalen Melodie, die genauso gut die Rรผckkehr des Herrschers verkรผnden kรถnnte. AnschlieรŸend folgt ein Melodiebogen von einer sehr erhabenen Stimmung, welcher in der Lage ist beim Hรถrer Gรคnsehaut zu erzeugen um anschlieรŸend wieder zur triumphalen Stimmung vom Anfang des Liedes zurรผckzukehren. Hier ist eine deutliche Weiterentwicklung Totenburgs zu erkennen. Der unvergleichliche Stil welcher auf ,,Pestpogrom“ einst begann, wird zu seiner vollen Entfaltung getrieben. Versetzt mit dem Kรถnnen der neuen Gitarristen, wรผrden hier neue MaรŸstรคbe gesetzt. Ein wahrhaft รผberragendes Stรผck deutschen Schwarzmetalls!


Fazit:

AbschlieรŸend kann man sagen, dass sowohl Wehrhammer als auch Totenburg mehr als nur gewillt waren, einen denkwรผrdigen Gemeinschaftstontrรคger zu kreieren und dieses Ziel ist beiden Parteien vollends gelungen. Beide Kapellen prรคsentieren sich in Bestform und geben der blutdurstigen Meute den Leckerbissen, auf den diese gewartet hat. Allerdings bleibt man als Hรถrer mit dem รผblen Gefรผhl zurรผck, dass man nun wieder auf neues Material beider Bands warten muss. Die Gewissheit bleibt jedoch, dass, wenn die Zeit soweit ist, kein Stein auf den anderen bleiben wird!

Zu erwerben gibt es das gute Stรผck beim Hammerbund!