Totenburg – ,,Sturm des Krieges“, Albumanalyse!

Totgesagte leben bekanntlich lรคnger und das trifft wohl auch auf die Herren von Totenburg zu, welche sich rund neun Jahre nach ihrem letzten Album ,,Endzeit“ nun mit einer neuen Verรถffentlichung zurรผckmelden. Diese neue Verรถffentlichung trรคgt den Namen ,,Sturm des Krieges“ und ist eine Zusammenstellung ehemaliger Schandtaten dieser Folterknechte, welche bisher nur in Form von Gemeinschaftstontrรคgern, als Dreingabe auf wiederverรถffentlichten Alben oder auf Samplern das Licht der Welt erblickten. Was ,,Sturm des Krieges“ zu bieten hat und ob sich der Kauf lohnt, soll diese Albumanalyse klรคren.


Die CD kommt mit einem schick gestalteten Cover und einem schlichten, vierseitigen Booklet, welches Informationen zu den einzelnen Liedern enthรคlt, sowie alle beteiligten Musiker samt ihrer Beteiligung an den jeweiligen Stรผcken auflistet. Hier wird sich auf das wesentliche beschrรคnkt und auf unnรถtige Schnรถrkel verzichtet, ohne dabei billig zu wirken. An dieser Front gibt es also nichts zu beanstanden.


Auch musikalisch hat ,,Sturm des Krieges“ einige Goldstรผcke zu bieten, von denen drei bereits den Auftakt dieser Zusammenstellung bilden.

Ohne groรŸe Umschweife legt dann auch schon die ,,Eiserne Spitze der Revolution“ mit einer treibenden Mischung aus schnellen und mittelschnellen Passagen los, welche die klassisch dรผstere und brutale Atmosphรคre Totenburgs heraufbeschwรถren. Da das Lied allerdings mit satten 11 Minuten epische AusmaรŸe annimmt, wurde in das Stรผck ein Spannungsbogen eingebaut, welcher sich bis zur Hรคlfte des Liedes aufbaut und sich anschlieรŸend in einem hervorragend gespielten Gitarrenlead entfesselt. Dem Hรถrer wird das Bild einer sich aufbauenden Revolution vor Augen gefรผhrt, bis diese im Mittelteil dann auf die StraรŸe getragen wird und ihre ,,eiserne Spitze“ im Bรผrgerkrieg nach der Macht greift.

,,Du, die unbezwingbare Kraft“ schlรคgt ebenfalls mit 11 Minuten zu Buche und verschleppt den Hรถrer in eine kalte und bedrรผckende Atmosphรคre, welche sich grรถรŸtenteils im langsamen Tempo abspielt. Hier geht es wesentlich ruhiger zu als sonst von Totenburg gewohnt, doch steht dieser, eher auf die klangliche Stimmung ausgelegte Stil, der Truppe gut zu Gesicht und zeigt welches musikalsische Niveau bereits damals in Totenburg steckte.

Sowohl ,,Eiserne Spitze der Revolution“ als auch ,,Du, die unbezwingbare Kraft“ erschienen im Jahre 2007 auf dem Gemeinschaftsalbum ,,Si Vis Pacem, Para Bellum“ in Kooperation mit der griechischen Kapelle ,,der Stรผrmer“.


Weiter geht es im Jahre 2009 und dem Lied ,,Leichenfeuer“, welches der Split-EP mit ,,Satanic Warmaster“ entnommen wurde. Beginnend mit einem ruhigen Kirchenchor, bricht die Finsternis in einem treibenden Sturm los, welcher den klassischen Stil Totenburgs mit einigen dรผsteren Melodien vereint und dem damaligen Hรถrer einen ersten Vorgeschmack auf das im selben Jahr erschienende Album ,,Endzeit“ gewรคhrte.


Nach diesen drei Hรถhepunkten der Zusammenstellung, die Totenburg auf ihren bisher spielerischen Hรถhepunkt zeigten, geht es von nun an wesentlich roher zu. ,,In die Schlacht“ ist sehr rau und simpel gehalten, kann aber trotz Mangel an wirklichen spielerischen Hรถhepunkten oder Abwechslung dennoch eine รผberzeugende kriegerische Atmosphรคre kreieren. Erschienen ist dieses Lied als Bonus auf der Vinyl-Version des ,,Waffenbrรผder“ Gemeinschaftsalbums, zusammen mit ,,Menneskerhat“ im Jahre 2006.


Ebenso roh geht es auch auf den Liedern ,,der Schlachtenruf am Hรผhnengrab“ und ,,die Pest kam gen Norden“ zu. Wรคhrend Ersteres eine Demoversion des Liedes ,,Hรผhnengrab“ der ,,Art und Kampf“ EP darstellt und einen interessanten neuen Blickwinkel auf diesen Klassiker gewรคhrt, so geht es auf ,,Die Pest…“ relativ unspektakulรคr zu, ohne aber als Stรผck schlecht oder einfallslos zu sein. Roher deutscher Schwarzmetall, den man entweder mag oder eben nicht.

Das Titellied ,,Sturm des Krieges“, welcher ganz im Stile des ,,Weltmacht oder Niedergang“ Albums steht, stellt mit seiner episch anmutenden Schlachtenstimmung nochmal einen letzten Hรถhepunkt dar, bevor ,,Ewige Macht“ von der Split mit ,,Ewiges Reich“, diese Zusammenstellung anschlieรŸend in einem Inferno rohen deutschen Schwarzmetalls thรผringischer Machart, wรผrdevoll ausklingen lรคsst.


Fazit:

Zu Totenburg bleibt nicht mehr viel zu sagen, als dass sich diese Kapelle zu einer Speerspitze unserer Musik entwickelt hat und das hรถrt man auch auf ,,Sturm des Krieges“ in jeder Minute. Seien es die rohen Stรผcke der Anfangstage oder die ausgefeilten Lieder der „neueren“ Verรถffentlichungen, jedes stellt fรผr sich ein Stรผck Geschichte der Truppe dar und weiรŸ zu gefallen, auch wenn diese nicht alle auf einem Niveau angesiedelt sind aber welche Zusammenstellungen, die eine so groรŸe Zeitspanne von Verรถffentlichungen umfassen, kรถnnen das schon von sich behaupten?

Von uns gibt es daher eine uneingeschrรคnkte Kaufempfehlung fรผr jeden, der ein Anhรคnger dieser Tyrannen ist und auch fรผr jene die ihnen bisher wenig Beachtung geschenkt haben und einen Querschnitt von Totenburgs bisherigem Schaffen suchen.

Zu erwerben gibt es das gute Stรผck beim Hammerbund!