Carpathian Wolves, Wacht, Temple Of Oblivion und Graveland – Konzertbericht

 

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende, jedoch war nie die Rede davon dies ruhig und ohne krânenden Abschluss zu begehen. Der gleichen Ansicht waren auch die Veranstalter und Gastgeber von NSL-Konzerte und ließen sich nicht lumpen, am 25.12.17 noch einmal alle Geschütze aufzufahren!

Gesagt, getan – und so sollte der Abend im mitteldeutschen Nirgendwo, ein weiterer unvergesslicher werden!

Die Γ–rtlichkeit:

FΓΌr die meisten der Besucher lΓ€ngst nicht mehr unbekannt und zudem abgelegen und frei von nervigen EinflΓΌssen, egal welcher Natur. Dem Grillmeister der vergangenen Veranstaltungen war es diesmal wohl etwas zu windig und so entschloss man sich die Nahrungsverteilung auf drinnen zu verlegen, Bockwurst und hausgemachter Kartoffelsalat sorgten fΓΌr eine ausgezeichnete VerkΓΆstigung! Ton und Technik, mal abgesehen von der Nebelmaschiene die wohl schlichtweg macht was sie fΓΌr richtig hΓ€lt, war wieder alles vom feinsten – eben wie gewohnt!


 

Carpathian Wolves:

Die 3- Mann starke Truppe aus Aachen, dessen Protagonisten wohl unterschiedlicher nicht sein kΓΆnnten, erΓΆffneten diesen Abend. Mit Fenrir am Mikrofon, Ulvre am Schlagwerk und Varis am Bass war dies eine durchaus brachiale und gewaltige Einleitung. MΓ€chtiges GehΓ€mmer, spielerische Glanzleistung und bis auf einen winzigen Patzer, der allerdings gekonnt ΓΌberspielt wurde, war dies ohne große Umschweife ein fΓΌr uns und sichtbar auch alle anderen Anwesenden, ein genΓΌssliches Spektakel! Gespielt wurden unter anderem „Gorm der Alte“, gleich zu Beginn, zwischendrin heizten die Herren mit „Germania Erwache“ zusΓ€tzlich die bereits volle Bude, ein. Carpathian Wolves mussten sich also definitiv nicht verstecken und behaupteten sich an diesem Abend merklich!


Wacht:

Die Schweizer, die sich extra auf den weiten Weg machten, sollten die bereits gut in Stimmung gebrachte Menge weiter anfeuern – und das taten sie! Steynsberg, seines Zeichens Stimme der Truppe, legte einen ordentlichen Hassauftritt hin, er stampfte und schien offensichtlich in seinem Schaffen aufzugehen, quasi seine Rolle zu leben. Musikalisch wechselten hier die Parts zwischen klassischem Midtempo und donnerndem Blastbeat unterlegt mit reichlich Finesse, die genΓΌgend Abwechslung bereit hielt. Frontmann Steynsberg beschloss kurz vor Ende, die BΓΌhne wutentbrannt zu verlassen und unterstrich so seinen Auftritt. Muss man definitiv mal gesehen haben –Β  klasse AuffΓΌhrung!

 


Temple Of Oblivion:

Die Erwartungen waren groß, insbesondere da wir (BMG) sie erstmalig auf der BΓΌhne sehen durften, und ohne in FΓ€kalsprache ausufern zu wollen aber -Scheiße ja, sie haben unsere hoch gesteckten AnsprΓΌche weit mehr als nur erfΓΌllt! Man hΓ€tte wohl nebst eine CD laufen lassen kΓΆnnen und kaum einen Unterschied vernommen, was nun live und was Studio ist, so außerordentlich gut war diese Darbietung! Bei den MΓ€nnern (und einer Dame) aus Chemnitz ist dies auch keine Frage des Geschmacks, denn wer hier das dargebotene nicht genauso mitreißend findet wie alle Anwesenden, der hat schlichtweg keinen! „Der Piefke“ vom erst kΓΌrzlich erschienenen Kurzspieler (EP) „Via Falsa 1866“ sowie „Sudetenland“ – um nur einige Beispiele zu nennen, fanden den Weg in unsere GehΓΆrgΓ€nge und fraßen sich in diesen fest! Einfach ein Genuss von Anfang bis Ende und jedem sei empfohlen, sich diese Kapelle zukΓΌnftig anzusehen!


Graveland:

 

Nicht nur, dass dies der erste Auftritt in Germanien sein sollte sondern eben auch das eine der Γ€ltesten Black Metal Bands in so kleinem und familiΓ€rem Umfeld auftreten, waren genug GrΓΌnde um sich die kommenden 60 Minuten ihrer Darbietung genauestens anzusehen. So betraten die Polen im mittelalterlichen KostΓΌm die BΓΌhne und nach einem Intro, in dem Rob Darken auf einer Trommel fΓΌr die Einleitung sorgte legten sie auch schon los! HΓΆrbar, sichtbar und spΓΌrbar wurden hier 26 Jahre musikalische Erfahrung geliefert. Erstklassige spielerische Leistung, ob nun Sigrunar am Schlagwerk, Draugir, Bor oder MΕ›cisΕ‚aw an den Gitarren, jeder kennt seinen Platz und seine Aufgabe! In scheinbar perfekter Harmonie zueinander bieten Graveland ein unbeschreibliches Erlebnis und eine Reise in lΓ€ngst vergangene Zeiten. Ob nun die Alten GΓΆtter, die Ahnen oder das Blut besungen werden, die Truppe um Rob Darken weiß dies in Szene zu setzen und er selbst geht vollends auf der BΓΌhne in seinem Element auf. Sichtbar begeistert waren natΓΌrlich auch die ZuhΓΆrer und so bekam man stellenweise den Eindruck, man hΓ€tte wieder 16-jΓ€hrige Teenies vor sich stehen, die ihrem Idol endlich so nah waren. Man muss aber dazu sagen, dass Rob Darken seinen ZuhΓΆrern bereitwillig die Hand reicht und sogar fΓΌr gemeinsame Bilder gern eine Minute einrΓ€umt, ein Ehrenmann der alten Schule!


Fazit:

Ohne noch große Worte verlieren zu wollen, einen besseren Abschluss dieses Jahres hÀtte man sich wohl kaum wünschen kânnen und so bleibt uns nur:

Danke zu sagen, an die Veranstalter, Bands und Organisatoren dieses Abends!

Wir sehen uns im neuen Jahr!