Rimruna, Beaten Victoriouses, Humanitas Error Est und Darkened Nocturn Slaughtercult – Konzertbericht

Der Dezember startete diesen Winter mit einem Konzert im Erfurter „From Hell“, der einiges fΓΌr Aug‘ und Ohr bereit hielt. Es sollte ein fast ausschließlicher „Frauen-Abend“ werden, so dachte man, wenn der Blick das Lineup ΓΌberflog. Bis auf eine Kapelle, die letztlich auch nur fΓΌr eine Andere einsprang, sollten tatsΓ€chlich „Front-Frauen“ die Mehrheit dieses Abends definieren!

 

 

Der Ort:

Der „Club From Hell“ in Erfurt dΓΌrfte den regionalen, jedoch auch allen ΓΌberregionalen GΓ€sten mittlerweile bekannt sein. Fast jedes Wochenende bietet „Das Hell“ (wie es gerne genannt wird) musikalische Livedarbietungen unterschiedlichster Stile und fΓΌllt so die hauseigene Halle regelmÀßig, bis unters Dach! Egal welche Musik den Abend dominiert, Sound, Licht und das Personal ist in allen Belangen professionell!


Rimruna:

Als Opener hat man es nie besonders leicht, die Masse ist noch nicht ganz warm, noch nicht alle sind ΓΌberhaupt eingetroffen und man erΓΆffnet den Abend, muss ergo die anwesenden GΓ€ste animieren! Rimruna, welche aus Berlin stammen und nun schon seit geraumer Zeit, sowohl live als auch im Studio einiges zurecht zaubern, meisterten ihre Aufgabe mit bravur. Wenn man bedenkt, dass die Truppe nur aus zwei Mann besteht, so muss man ihre musikalische Leistung besonders positiv hervorheben. Einzig die Stimme schien stellenweise etwas heiser oder nicht ganz in voller Leistung arbeiten zu wollen, dies gab ihrem Gesamtauftritt aber keinerlei schlechtere Note. An dieser Stelle sei ihr neuestes Machwerk „Der Hatz entronnen“ empfohlen, welches dieses Jahr (2017) unter Eigenregie verΓΆffentlicht wurde!


Beaten Victoriouses:

Direkt im Anschluss betrat auch schon die erste, der erwΓ€hnten „Front-Frauen“ die BΓΌhne! Die ursprΓΌnglich aus Teheran (Iran) stammende Truppe, mit Γ‡aruk Revan als Frau am Mikrofon, machten optisch als auch musikalisch einiges her. Keinerlei ZurΓΌckhaltung, volle Offensive und ihrem Themengebiet machten sie alle Ehre! Besonders erwΓ€hnen sollte man hier, dass Γ‡aruk Revan gleich zwei Rollen inne hatte und in bestimmten Parts an das Keyboard wechselte, um so der gesamten AtmosphΓ€re das „gewisse Etwas“ zu verleihen, mit Erfolg! Auch Beaten Victoriouses haben 2017 ein neues Album verΓΆffentlicht, unter dem Namen „Drown The Enlightened“, welches ΓΌber Necro Genocide Records das Licht der Welt erblickte!


Humanitas Error Est:

Wie man es nun korrekt ΓΌbersetzt entzieht sich unserem LateinverstΓ€ndnis, sinnbildlich kΓΆnnte es aber wohl soviel wie „fehlende Menschlichkeit“ oder „die Menschheit ist der Fehler“ bedeuten, sollte dem so sein, kann der Zuschauer des gestrigen Abends wohl nur kopfnickend zustimmen. Die Kapelle aus Leipzig hat sich erst vor kurzem eine zusΓ€tzlich weibliche Stimme auf die BΓΌhne geholt, zusammen mit Frontdame S. Caedes rundet dies, den Bandnamen und das durchaus authentisch wirkende Programm vollends ab. Das fast zwanghaft wirkende „Kopfzucken“ von S. Caedes lΓ€sst das Ganze noch einen Tick „gestΓΆrter“ wirken. Setzt man sich dann mit ihren Texten auseinander, ergibt dies ein durch und durch gelungenes Bandkonzept, in der alle Beteiligten (gewollt oder ungewollt) eine perfekte Rolle ΓΌbernehmen.

 

β€žWo ist dein Gott, wenn Kreaturen wie wir wΓΌten?!β€œ – den suchte man vergeblich, zum GlΓΌck! Die Leipziger wussten in jedem Fall zu ΓΌberzeugen! Wer sich ihr musikalisches und literarisches KΓΆnnen fernab der BΓΌhne zu GemΓΌte fΓΌhren will, dem empfehlen wir „Human Pathomorphism“, dass bereits 2016 verΓΆffentlichte DebΓΌtalbum!

Hier ein kurzer Videomitschnitt:


Darkened Nocturn Slaughtercult:

Mit Onielar hatten wir wohl die bekannteste „Front-Frau“ deutschen Black Metals auf der BΓΌhne stehen. Jeder der sie mal live erleben durfte, weiß dass das Konzept von D.N.S seit 1997 unverΓ€ndert und fester Bestandteil ist. Purer Satanismus und Occultismus kommt hier in Reinform zur Geltung. Seit 2001 befindet sich die, aus NRW stammende Band, in unverΓ€nderter Besetzung. Dieser Fakt allein erklΓ€rt das unglaublich professionelle Zusammenspiel aller Protagonisten. Keine Patzer, keine AusfΓ€lle – teilweise authentischer als auf Studioalben! Feuer, Blut, totale Blasphemie und das Publikum weiß es zu schΓ€tzen! Als Headliner dieses Abends erschufen sie sich erneut ein Monument. Optisch ein Hochgenuss, Blut spritze in die Massen, der GehΓΆrnte wΓ€re stolz gewesen – so hat satanischer Black Metal auszusehen und zu klingen! Als Zugabe, also nach Beendigung ihrer eigentlichen Spielzeit kamen sie auf die BΓΌhne zurΓΌck und gaben 3 zusΓ€tzliche StΓΌcke zum Besten! „The Dead Hate The Living“ durfte hierbei natΓΌrlich nicht fehlen!


Abschließend:

Es war, wie im „From Hell“ ΓΌblich, ein perfekt durchorganisierter Abend, der uns und augescheinlich auch dem Rest der Anwesenden sichtlich Spaß machte!

Eine Frage blieb an diesem Abend jedoch offen, nΓ€mlich: Wieso gab es eigentlich keine WΓΌrste?! – Die hΓ€tten, den ohnehin bereits nahe an der Perfektion stehenden Abend, noch zusΓ€tzlich bereichert.