Des Hammers Heimholung – Keine Himmelfahrt!

thor-emailWie in einigen unserer geschichtlichen Artikel bereits erwรคhnt, basieren fast sรคmtliche christliche Festtage auf heidnischem Brauchtum. Sie wurden schlicht umgewandelt und im Kontext der โ€žneuenโ€œ Religion angepasst. Die Unglaubwรผrdigkeit dieser Wรผstenreligion, tritt hier, insbesondere in Form des katholischen Dogmas in aller Deutlichkeit zu Tage.
Den geistlichen Fรผhrern des Christentums, vom einfachen Pfaffen bis zum „Stellvertreters Gottes auf Erden“, sind diese Umstรคnde wohl bewusst, doch war und ist ihnen jedes Mittel recht, sich den prallen Beutel zu fรผllen.

 

Man kรถnnte schmunzelnd und innerlich lachend, so mancher Predigt lauschen, stรคnde einem nicht der Ekel bis zum Hals, bei all den Lรผgen und der falschen Frรถmmelei, die von so mancher Kanzel hallt.

Ein weiteres Beispiel der Beschneidung, Zerstรผckelung und Verfรคlschung unseres artgegebenen Glaubens und unserer Ureigenen Kultur ist die sogenannte Christi Himmelfahrt, heute wohl eher bekannt unter Herren/Vatertag, welche im Eigentlichen auf einem unserer รคltesten und wichtigsten Feste fusst.

Besinnen wir uns nun auf den eigentlichen Ursprung und dessen Bedeutung!

1) Wild ward Wingthor als er erwachte
Und seinen Hammer vorhanden nicht sah.
Er schรผttelte den Bart, er schlug das Haupt,
Allwรคrts suchte der Erde Sohn.

2) Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:
„Hรถre nun, Loki, und lausche der Rede:
Was noch auf Erden niemand ahnt,
Noch hoch im Himmel: mein Hammer ist geraubt.“

3) Sie gingen zum herrlichen Hause der Freyja,
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:
„Willst du mir, Freyja, dein Federhemd leihen,
Ob meinen Miรถlnir ich finden mรถge?“

Freyja :
4) „Ich wollt es dir geben und war es von Gold,
Du solltest es haben und war es von Silber.“ –

5) Flog da Loki, das Federhemd rauschte,
Bis er hinter sich hatte der Asen Gehege
Und jetzt erreichte der Joten Reich.

6) Auf dem Hรผgel saรŸ Thrym, der Thursenfรผrst,
Schmรผckte die Hunde mit goldnem Halsband
Und strรคhlte den Mรคhren die Mรคhnen zurecht.

Thrym:
7) „Wie steht’s mit den Asen? wie steht’s mit den Alfen?
Was reisest du einsam gen Riesenheim?

Loki:
„Schlecht steht’s mit den Asen, mit den Alfen schlecht;
Hรคltst du Hlorridis Hammer verborgen?“

Thrym:
8) „Ich halte Hlorridis Hammer verborgen
Acht Rasten unter der Erde tief,
Und wieder erwerben fรผrwahr soll ihn keiner,
Er brรคchte denn Freyja zur Braut mir daher.“

9) Flog da Loki, das Federhemd rauschte,
Bis er hinter sich hatte der Riesen Gehege
Und endlich erreichte der Asen Reich.
Da traf er den Thor vor der Tรผre der Halle,
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:

10) „Hast du den Auftrag vollbracht und die Arbeit?
LaรŸ hier von der Hรถhe mich hรถren die Kunde.
Dem Sitzenden manchmal mangeln Gedanken,
Da leicht im Liegen die List sich ersinnt.“

Loki:
11) „Ich habe den Auftrag vollbracht und die Arbeit:
Thrym hat den Hammer, der Thursenfรผrst;
Und wieder erwerben fรผrwahr soll ihn keiner,
Er brรคchte denn Freyja zur Braut ihm daher.“ –

12) Sie gingen Freyja, die schรถne, zu finden,
Und es war Thors Wort, welches er sprach zuerst:
„Lege, Freyja, dir an das brรคutliche Linnen;
Wir beide wir reisen gen Riesenheim.“

13) Wild ward Freyja, sie fauchte vor Wut,
Die ganze Halle der Gรถtter erbebte;
Der schimmernde Halsschmuck schoรŸ ihr zur Erde:
„Mich mannstoll meinen mรถchtest du wohl,
Reisten wir beide gen Riesenheim.“

14) Bald eilten die Asen all zur Versammlung
Und die Asinnen all zu der Sprache:
Darรผber berieten die himmlischen Richter,
Wie sie dem Hlorridi den Hammer lรถsten.

15) Da hub Heimdall an, der hellste der Asen,
Der weise war den Wanen gleich:
„Das brรคutliche Linnen legen dem Thor wir an,
Ihn schmรผcke das schรถne, schimmernde Halsband.

16) Auch laรŸ er erklingen Geklirr der Schlรผssel
Und weiblich Gewand umwalle sein Knie;
Es blinke die Brust ihm von blitzenden Steinen,
Und hoch umhรผlle der Schleier sein Haupt.“

17) Da sprach Thor also, der gestrenge Gott:
„Mich wรผrden die Asen weibisch schelten,
Legt ich das brรคutliche Linnen mir an.“

18) Anhub da Loki, Laufeyjas Sohn:
„Schweig nur, Thor, mit solchen Worten.
Bald werden die Riesen Asgard bewohnen,
Holst du den Hammer nicht wieder heim.“

19) Das brรคutliche Linnen legten dem Thor sie an,
Dazu den schรถnen, schimmernden Halsschmuck.
Auch lieรŸ er erklingen Geklirr der Schlรผssel,
Und weiblich Gewand umwallte sein Knie;
Es blinkte die Brust ihm von blitzenden Steinen,
Und hoch umhรผllte der Schleier sein Haupt.

20) Da sprach Loki, Laufeyjas Sohn:
„Nun muรŸ ich mit dir als deine Magd:
Wir beide wir reisen gen Riesenheim.“

21) Bald wurden die Bรถcke vom Berge getrieben
Und vor den gewรถlbten Wagen geschirrt.
Felsen brachen. Funken stoben,
Da Odins Sohn reiste gen Riesenheim.

22) Anhob da Thrym, der Thursenfรผrst:
„Auf steht, ihr Riesen, bestreut die Bรคnke,
Und bringe Freyja zur Braut mir daher,
Die Tochter Niรถrds aus Noatun.

23) Heimkehren mit goldnen Hรถrnern die Kรผhe,
Rabenschwarze Rinder, dem Riesen zur Lust.
Viel schau ich der Schรคtze, des Schmuckes viel:
Fehlte nur Freyja zur Frau mir noch.“

24) Frรผh fanden Gรคste zur Feier sich ein,
Man reichte reichlich den Riesen das Ael.
Thor aรŸ einen Ochsen, acht Lachse dazu,
Alles sรผรŸe Geschleckt, den Frauen bestimmt,
Und drei Kufen Met trank Sifs Gemahl.

25) Anhob da Thrym, der Thursenfรผrst:
„Wer sah je Brรคute gieriger schlingen? –
Nie sah ich Brรคute so gierig schlingen,
Nie mehr des Mets ein Mรคdchen trinken.“

26) Da saรŸ zur Seite die schmรผcke Magd,
Bereit dem Riesen Rede zu stehn:
„Nichts genoรŸ Freyja acht Nรคchte lang,
So sehr nach Riesenheim sehnte sie sich.“

27) KuรŸlรผstern lรผftete das Linnen der Riese;
Doch weit wie der Saal, schreckt er zurรผck:
„Wie furchtbar flammen der Freyja die Augen,
Mich dรผnkt es brenne ihr Bild wie Glut.“

28) Da saรŸ zur Seite die schmucke Magd,
Bereit dem Riesen Rede zu stehn:
„Acht Nรคchte nicht genoรŸ sie des Schlafes,
So sehr nach Riesenheim sehnte sie sich.“

29) Ein trat die traurige Schwester Thryms,
Die sich ein Brautgeschenk zu erbitten wagte.
„Reiche die roten Ringe mir dar,
Eh dich verlangt nach meiner Liebe,
Nach meiner Liebe und lautern Gunst.“

30) Da hob Thrym an, der Thursenfรผrst:
„Bringt mir den Hammer, die Braut zu weihen,
Legt den Miรถlnir der Maid in den SchoรŸ
Und gebt uns zusammen nach ehlicher Sitte.“

31) Da lachte dem Hlorridi das Herz im Leibe,
Als der hartgeherzte den Hammer erkannte.
Thrym traf er zuerst, den Thursenfรผrsten,
Und zerschmetterte ganz der Riesen Geschlecht.

32) Er schlug auch die alte Schwester des Joten,
Die sich das Brautgeschenk zu erbitten gewagt.
Ihr schollen Schlรคge an der Schillinge Statt
Und Hammerhiebe erhielt sie fรผr Ringe.

So holte Odins Sohn seinen Hammer wieder.
Die Edda (Codex Regius), 1851 durch Karl Simrock รผbersetzt.

Fรผr die Menschen der alten Zeit war diese Heimholung des Hammers Mjรถllnir auch auf Erden deutlich nachvollziehbar. Der Wechsel vom kalten Winter, der maรŸgeblich von Eisriesen beherrscht wurde, zum warmen fruchtbaren Frรผhling. Dieser Wechsel ging einher mit krรคftigen Gewittern (wie wir sie auch in den vergangenen Tagen hatten) als sichtbares Zeichen des Kampfes zwischen Thor und Thrym dem Eisriesen. Ist dieser Kampf gewonnen und Thor wieder im Besitz seines Hammers, so ist dies das Ende der Eisriesen und somit das Ende des Winters!
Wenn man sich diese Geschichte zu Gemรผte fรผhrt, liegen die Parallelen zum eigentlichen Naturvorgang deutlich nรคher als diese lรคcherlichen Mรคrchen einer Auffahrt Jesu in den Himmel!

In diesem Sinne, allen Brรผdern und Freunden von Germanitas Othalaย einen entspannten Herrentag, ganz im Bilde der Heimholung Mjรถllnirs!