Das Walpurgisfest in seiner tatsΓ€chlichen Bedeutung!

Viele heutige „Hexen“, die man vielerorts im Internet findet, benutzen christliche BrΓ€uche, die aus der Zeit der Hexenverfolgung stammen und die sich fΓΌr AnhΓ€nger der nordischen Mythologie daher von selbst verbieten. Jeder kennt sicherlich die eine oder andere „Zauberei“, den einen oder anderen Aberglauben der Großmutter oder aus einem β€žalten Hexenbuch“. Es sind christliche Zauber, die BannflΓΌche gegen alle Heiden und naturreligiΓΆse Menschen enthalten und auf den Benutzer selbst zurΓΌckfallen.

 

Was aber sind nun die Walpurgisnacht und der darauffolgende Maitag wirklich? Wieso überhaupt Walpurgis bzw. was bedeutet das Wort Walpurgis überhaupt, wenn man es in die heutige Sprache übersetzt? Wir wollen das nachfolgend beantworten, denn alle Naturfeste (und jede Natürlichkeit) sind mit dem einfachen Verstand eines schlichten Menschen nachvollziehbar und erschließen sich in ihrer Bedeutung daher jedermann.

Die Silbe Wal bedeutet β€žgroß“. So ist ein Walfisch = ein großer Fisch, die Walhalla = die große Halle und ein Wald ein ebenfalls ΓΌbergroßes (Lebensraum-)Territorium mit unzΓ€hligen BΓ€umen.

Die zweite Silbe Purg, Purga, Purgis bedeutet Burg, aber auch Mutterleib. Wenn man das Wort β€žWalpurgis“ also ΓΌbersetzt, dann bedeutet es β€žgroßer Mutterleib“, eine Art Bezeichnung fΓΌr eine hochschwangere Frau. Wenn wir uns in der Natur umsehen, dann entdecken wir zum Walpurgisfest genau das. Die Geburt steht ΓΌberall kurz bevor, die Leibesfrucht ist deutlich sichtbar.

So sah die christliche Vorstellung der „Walpurisnacht“ aus

ZunÀchst einmal sei jedoch festgestellt, daß es sich beim Walpurgisfest um ein augenscheinlich typisch weibliches Fest handelt. Die Schwangerschaft und die darauffolgende Geburt sind den Frauen vorbehalten, wie auch die Versorgung des Nachwuchses an ihrem Busen. Für die Kirche des Mittelalters gab es aber nichts verdammeswürdigeres als das Weib und als die alte Religion als solche.

Im Sprachgebrauch der Magie und des Okkultismus gibt es aber auch die Metapher der β€žgeistigen Schwangerschaft“. Das heißt, daß man mit einer Idee, einem Wunsch (oder einem Zauber) solange β€žschwanger“ ist, bis dieser sich erfΓΌllt hat (bis das Kind geboren wird, bis sich der Wunsch eben materialisiert hat). So steht der 30. April, die sogenannte Hexennacht (und damit stellvertretend der gesamte Monat April), symbolisch fΓΌr den Wunsch, die Zeugung und das Heranreifen der Frucht. WΓ€hrend der erste Mai (und damit stellvertretend der gesamte Monat Mai) fΓΌr die Geburt steht.

Da man nicht zwei ganze Monate feiern konnte, vereinfachte man die Feierlichkeit, indem man stellvertretend am 30. April und am 1. Mai feierte. Und so ist es von jeher Brauch, in den Mai hineinzufeiern oder in den Mai hineinzutanzen. Die Nacht des WΓΌnschens und der Tag danach, an dem sich die WΓΌnsche erfΓΌllen – an welchem die „Hexerei“ sichtbar wird. Das der Tag, an dem der Nachwuchs geboren wird (an dem sich der Herzenswunsch erfΓΌllt) ein arbeitsfreier Feiertag ist, versteht sich in diesem SelbstverstΓ€ndnis von alleine. Denn die WΓΌnsche, auf die einen ganzen Monat lang hingearbeitet worden, haben sich ja erfΓΌllt. Also Grund zum Feiern! Hier liegt die Tradition des arbeitsfreien 1. Mai begrΓΌndet, der in Wirklichkeit ein heidnischer Festtag ist.

Der erste Mai ist sozusagen das β€žGroße Geburtstagsfest der Natur“, hier wird alles Leben (sichtbar) wiedergeboren. Wal-Purga, das große Geburtsfest, ist somit neben dem Sonnengeburtstagsfest (am 21.12.) also ein weiteres großes β€žGeburtsfest“, und meint in dieser Sinnbedeutung die Kindsgeburt als solche. Die ganze Natur feiert heute ihren Geburtstag, die Tiere und Pflanzen, wie die Menschen.

In diesem Sinne, wΓΌnschen wir Euch einen erholsamen 1. Mai, denn β€žder Mai macht alles neu“ und bietet uns somit neue Chancen, die es zu nutzen und zu verwirklichen gilt!